Von Villar de Mazarife nach Hospital de Órbigo 824

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Von Villar de Mazarife nach Hospital de Órbigo 824
Hospital de Órbigo, Spain

Hospital de Órbigo, Spain


Den heutigen Streckenabschnitt widmen wir unserem Sohn Timo. Christine ist natürlich auch wieder dabei 🙂

Beim Frühstück gab es heute Morgen Spanischunterricht. Wir wissen jetzt, dass ‚desayuno‘ Frühstück heisst. ‚Comida‘ ist das Mittagessen und das Abendessen nennt man ‚Cenau‘. Den Kaffee haben wir mit einem ‚cucherilla‘ umgerührt und die Suppe isst mian mit einem ‚cuchara‘.
Wir hatten also ein ‚desayuno‘ bestehend aus Cafe con leche (Milchkaffee) und einem getoasteten Weißbrot mit Marmelade.

Am Ortsausgang verläuft der ‚camino‘ parallel zu einer geteerten Strasse. Es ist ein schier endlos langer, gerader, asphaltierter Weg, ohne Abbiegungen. Nach ca. 90 Minuten geht die geteerte Strasse in einen breiten Schotterweg über. Soweit das Auge reicht, sind Felder zu sehen. In der Ferne liegt eine Gebirgskette, die sich Stunde für Stunde, sehr langsam nähert. Es ist flach und sehr ruhig. Gelegentlich säumen Bewässerungsrinnen den Weg. Lediglich ein Froschkonzert auf einer Strecke von wenigen Metern geben dem Weg etwas Abwechslung. Hin und wieder sieht und hört man ein paar Vögel zwitschern. Die Einsamkeit und Ruhe sind eine willkommene Gelegenheit, um an Menschen zu denken, denen man sehr nahe steht. Ich versuche mich möglichst auf die Menschen zu konzentrieren, denen der heutige Abschnitt gewidmet ist.

Kein Tag gleicht dem anderen. Heute haben wir Beide deutlich mehr Mühe als gestern. Möglicherweise liegt das daran, dass heute vergleichsweise wenig Abwechslung auf dem Camino vorhanden ist. Ausserdem treffen wir unterwegs keine Menschenseele, aber das passiert scheinbar, wenn man als letztes losläuft.
Wir beschliessen deshalb, we***** zu laufen, wie noch heute morgen geplant.
Wir erreichen ‚Hospital de Orbigo‘ und hier bekommen wir genau das Gegenteil von dem, was unterwegs der Fall war. Die ganze Stadt ist in mittelalterlichen Kostümen unterwegs. Hunderte von Ständen, Gaukler, Ritter, Minnesänger, Falkner, Pferde, Bauchtänzerinnen, Stelzenläufer, Musik, Jahrmarkt-Atmosphäre…das volle Programm. Es sind die Mittelalterspiele in Erinnerung an den Paso Honroso mit Ritterturnieren und Mittelaltermarkt die immer Anfang Juni spielen.
Wir essen noch einen Crêpes und setzen uns auf eine Bank und schauen dem bunten Treiben eine Weile zu, bevor wir unser Albergue San Miguel aufsuchen. Die Albergue ist sehr gemütlich und stilvoll. Es hängen viele bunte, schöne Gemälde an der Wand. Es hat einen hell überdachten Innenhof und einen netten Garten.

Heute ist Waschtag. Es funktioniert wie im letzten Jahrhundert mit Waschbrett und Kernseife. Die Luxus-Pilger dürfen eine Waschmaschine verwenden. Getrocknet wird in der Sonne.

Wir gehen noch ein Stück durchs Getümmel, um zu der bekannten 20-bogigen Brücke ‚Puente de Orbigo‘ zu laufen. Es ist die längste Brücke auf dem gesamten Camino und wird im Augenblick restauriert, so dass es schwierig ist schöne Fotos davon zu machen.
Unterwegs treffen wir noch den ‚wahren Jakob‘ (siehe Foto) es fängt an zu regnen und wir bringen unsere getrockneten Kleider gerade noch in Sicherheit. Wir warten noch eine Stunde bis der Regen wieder aufhört und suchen uns etwas Essbares. Wir finden mittelalterliche Spareribs mit gebratenen Kartoffelwürfeln.
Anschliessend schlendern wir noch durch die Gassen der Altstadt und lassen uns von den Geräuschen, Gerüchen den vielen verkleideten Menschen verzaubern.

Wetter: sonnig und heiss

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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