Von El Acebo nach Ponferrada (541 m)

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Von El Acebo nach Ponferrada (541 m)
Ponferrada, Spain

Ponferrada, Spain


Diesen Abschnitt widmen wir allen Nichten, Neffen, Tanten, Onkeln, Schwagern, Schwägerinen und Verwandten

Dank meiner Ohrstöpsel habe ich von den Entladungen der Linsensuppe im Schlafsaal nicht viel mitbekommen. Überhaupt hat man das Gefühl, dass es in den Massenlagern wesentlich entspannter zugeht, als dort wo sich die Individualisten einnisten.
Wir schlafen bestens und andere Pilger berichten dasselbe.
Am quadratischen Frühstückstisch nehmen Platz, Lou, Melanie, Debbie, Adair, Ive aus Tschechien, zwei Damen aus Deutschland und einen sehr netten Herrn aus Deutschland, den ich jetzt mal Heinz Erhardt nenne, weil er ihm etwas ähnlich sieht und ebenso humorvoll ist.
Pedro, unser herzlicher Herbergsvater verabschiedet jeden einzelnen Pilger mit einer warmen Umarmung und einem freundlichen Lächeln.

Wir sind heute mit die letzten, die die Herberge verlassen. Der Abschied von Melanie fällt uns besonders schwer, weil sie einen Tag länger in Ponferrada bleibt um ihren Freund in Empfang zu nehmen.

Der Weg geht zunächst ein wenig an einer unbefahrenen Teerstrasse entlang, bevor er links zu einer Schotterpiste abzweigt. Vom Berg hinunter sehen wir schon Etappenziel Ponferrada liegen.

Plötzlich fällt mir ein, dass ich ganz vergessen habe, ein Foto von unserer bisher warmherzigsten Albergue zu machen. Ich drehe nochmal um und laufe ca. 15 Minuten zurück. Das Foto ist es mir absolut wert.
Nach einer Stunde kommt ein Ort, wo wir uns wiedertreffen wollen, aber alle Bars sind noch geschlossen. Weiterlaufen oder im Ort nach Sabine suchen? Ich entscheide mich nach kurzer Ueberlegung für weiterlaufen. Nach wenigen Minuten steinig bergab kommt ein Rastplatz mit riesigen Kastanienbäumen, auf dem viele Leute waren. Als ich ankam, ein riesengroßes ‚Haaaaloooo!‘ der ganzen Meute. Es sind Sabine, Lou, Debbie, Adair und der englischsprachige lange Lulatsch, der läuft wie in Storch im Salat.
Sie hatte schon erzählt, ich sei verloren gegangen.
Wir machen noch einige Fotos unter den riesigen Bäumen und ziehen alleine weiter.
Wir kommen nach Molacera. Eine schöne Brücke und eine Kirche sind ein wilkommenes Fotomotiv. Wir überqueren die steinerne Brücke und steuern das nächste Lokal an, um unseren nahrhaften Mittagssnack zu bestellen (Cola, Kaffee, Tortillia). An unseren Tischen nehmen Platz: Debbie, Adair aus Neuseeland und der Storch aus Kanada namens Paul. Etwas später setzt sich noch die Brasilianerin Lou und Katarina aus Ungarn hinzu, die uns noch einen Tipp für eine Herberge mit auf den Weg gibt.
Wir laufen durch das nette Oertchen hinaus und machen einen Pilger darauf aufmerksam, dass sein Rucksack offen steht. Wir werden mit frisch gepflückten Kirschen für unsere Aufmerksamkeit belohnt. Stadtauswärts folgt der Jakobsweg einer befahrenen Strasse und gehen an einer Herberge vorbei, wo es auch im Freien einige Betten gibt.

Als wir auf dem Berg starten ist es sehr frisch auf 1151 Metern Höhe. Je weiter hinab, desto wärmer wird es. Jetzt haben wir alle Jacken wieder aus und laufen bei herrlichem Sonnenschein.
Die letzte Stunde bergab nach Ponferrada begleitet uns das Berliner Paar die jetzt die Namen Rita und Wolfgang tragen. Es gibt 1001 Dinge, die wir uns erzählen. Die Zeit verfliegt so schnell, dass wir in gefühlten 10 Minuten am Ziel sind, obwohl wir 1,5 Stunden unterwegs sind.

An der Herberge stehen unheimlich viele Pilger in der Warteschlange. 180 Personen passen laut Reiseführer hinein. Der Hospitalero lässt sich aber dadurch nicht aus der Ruhe bringen und trägt alle erforderlichen Daten jedes einzelnen Pilgers in sein dickes Buch ein.
Sein Compagnon führt uns in unsere Gruft in den Keller. Das Bettenlager hat unzählig vielen Betten mit königsblauen, abwaschbaren Matratzen. Rita und Wolfgang haben die Grabkammer entsetzt wieder verlassen (man kann sie sogar ein bisschen verstehen). Wir bleiben knallhart und beissen die Zähne kräftig zusammen.
Den Abend verbringen wir auf einem Platz in Ponferrada. Es ist eine Pizzeria, die auch Pilgermenüs anbietet.
Wir unterhalten uns mit Ingrid aus Karlsruhe über sehr persönliche Dinge, als ob wir uns schon 30 Jahre kennen würden, obwohl wir sie erst gestern kennengelernt haben. Es ist wunderbar.
Den Verdauungsspaziergang machen wir auf der Templer-Burg. Normalerweise kostet es 6 € pp, aber weil heute Mittwoch ist, kommen wir umsonst hinein. Wir stehen auf dem Aussichtsturm und geniessen die wunderschöne Aussicht. Wir verweilen länger als eine Stunde auf der Burg, geniessen die Aussicht und treffen in dieser Zeit bestimmt 20 bekannte Gesichter.

Strecke: Schlappe 16 km. Eine Genusstour.

Wetter: sonnig, milde Wärme

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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