Von O Cebreiro nach Triacastela (671 m)

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Von O Cebreiro nach Triacastela (671 m)
Triacastela, Spain

Triacastela, Spain


Wider erwarten war die Nacht sehr ruhig, abgesehen von einigen Schnachern. Wir haben sehr gut geschlafen und sind recht fit. Das Schnarchkonzert empfinden wir mittlerweile nicht mehr als störend. Scheinbar lernt man auf diesem Weg auch mit Dingen umzugehen, die man normalerweise als störend empfindet, insbesondere, wenn man die gelben Schalltöter zu Hilfe nimmt. Um 6:00 Uhr wurde das Licht von den Hospitaleros eingeschaltet und das ‚Kruschteln‘ in den Rucksäcken und das Rascheln der Müllbeutel nimmt seinen Lauf. Um 6.00 ist das auch ok, da will eigentlich kaum jemand mehr weiterschlafen. Der frühe Vogel fängt den Wurm 🙂 Um 7.00 sind wir dann startklar und haben ein kleines Frühstück ohne Kaffee. Das holen wir im nächste Ort nach.

Zunächst geht es noch ein paar hundert Meter bergauf. Ich spanne kurz den Regenschirm auf, um meine Kamera vor den Tropfen zu schützen, aber 10 Minuten später kann ich ihn wieder einpacken. Ab der Passhöhe duftet es nach einer Mischung aus Kierfern und Waldmeister. Die Gerüche erinnern uns ein bisschen an die Düfte der Maccia. Der Abstieg geht über einen breiten Weg mit grobem Schotter. Links werden wir von einem Gebirgszug begleitet. Dann wieder runter und hoch bis zur Passhöhe Alto San Roque (1270m) wo uns eine riesige Pilgerstatue erwartet. Wieder ein schönes Fotomotiv, denn in den fernen, dahinter liegenden Bergen ist noch etwas vom Morgenrot im Dunst zu sehen. Dann geht es über eine kleine Anhöhe und einer anschließenden Senke in das Ort Hospital da Condesa hinein. Wir frühstücken jetzt ausgiebig in der Bar mit Kaffee, Tostelas, Marmelade, Schokolade, Cola. Wir brauchen Energie, denn uns geht es heute mental nicht so gut wie in den letzten Tagen. Dieter setzt sich noch mit an den Tisch und hilft uns, die Tafel Schokolade aufzuessen. Anschließend besichtigen wir die kleine, schlichte Kirche San Juan de Hospital, deren winzigen Glockenturm man über eine Steintreppe besichtigen kann. Die wenigen Treppenstufen sind freitragende Steinplatten, die aus dem Mauerwerk herausragen. Im Glockenturm befinden sich zwei Glocken. Dieter war auch da, das freut uns. Aber auch die nervtötende Holländerin, die ich jetzt mal Miss iPhone nenne. Miss iPhone war übrigens in der Bar und wieder mal am Telefonieren.

Dann wird es mit dem Aufstieg zum Alto do Poio nochmal anstrengend. Das letzte 1/4 zieht sich sehr steil zur Passhöhe hinauf. Damit haben wir den letzten großen Anstieg überwunden. Am Pass ist eine Bar und wir treffen auf die beiden Berliner, die gemütlich in der Sonne sitzen und Ihr 2. Frühstück nehmen. Wir wünschen ‚Buen camino‘ und gehen weiter, weil wir gerade gefrühstückt haben. Mit schönen Ausblicken über das galicische Bergland gelangt man auf gut ausgebauten Pfaden nach Fonfria und O Biduedo. Die keltische Vergangenheit auf diesem Abschnitt ist unverkennbar. Manchmal hat man ein bisschen das Gefühl in Irland herumzulaufen. Die Landschaft, die Steinmauern, die runden Steinbauten, die vom Grün eingesäumten Wege, die Dörfer. Nach ca. 2,5h kommen wir nach O Biduedo. Eine Bar lockt uns hinein, denn es ist wieder Hunger zu spüren. Wir verköstigen uns mit Cafe con leche grande, Cola und Tortilla mit Speck, um wieder Energie für die 1,5 Wanderstunden zu haben. Wir schneiden gerade die Tortilla an, kommen Rita und Wolfgang um die Ecke. Sie bestellen Mineralstoffe in flüssiger Form und Dieter erscheint. Die Runde ist wieder komplett 🙂 … Nach kurzem Wortwechsel machen wir uns aber einzeln auf den Weg. Es geht merklich bergab. Es folgen noch zwei malerische Bauerndörfer namens Pasantes und Ramil. In Pasantas kaufen wir ein Schälchen Himbeeren und in Ramil steht eine bewunderswerte, uralte Kastanie. Um das uralte Gehölz zu fotografieren benötige ich ein Fisheye-Objektiv, deshalb werde ich es erst später hochladen können. Es geht weiter bergab und wir erreichen unsere Albergue Aitzenea in Triacastela. Miss iPhone ist auch wieder da, aber glücklicherweise in einem anderen Zimmer. Zwei Koreaner, wahrscheinlich Mutter mit Sohn, sehen wir jetzt auch schon zum dritten Mal.

Das Pilgermnü nehmen wir heute alleine ein, weil wir nicht wissen, wo Dieter, Rita und Wolfgang stecken. Es gibt Gemüsesuppe, Hühnchen mit Pommes oder Kalbsfleisch mit Pommes. Obligatorisch ist das Wasser und der Wein.

Ein paar Tische weiter sehen wir wieder das sächsische Zankpaar beim Essen. Der Koreaner Baek ist auch wieder da. Er huscht schnell an unserem Tisch vorbei, sieht uns aber nicht.

Am Abend sitzen wir noch mit Rita, Wolfgang und Dieter zusammen.

Leider habe ich keine schnelle Internetverbindung, deshalb kann ich nicht alle Fotos und Videos hochladen.

Wetter: Meist sonnig, windig. Angenehmes Wanderwetter

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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