Von Pedrouzo nach Santiago de Compostela

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Von Pedrouzo nach Santiago de Compostela
Santiago de Compostela, Spain

Santiago de Compostela, Spain


Den Weg ans Ziel widmen wir nochmal unseren Kindern Eric und Timo. Möget ihr Eure gesteckten Ziele immer erreichen. Setzt Euch immer Ziele die man auch erreichen kann. So wie zum Beispiel eine Pilgerreise nach Santiago.

Wir denken aber auch an alle da draußen, die uns so schön über den Blog unterstützt, mitgefiebert, mitgelitten und mitgefreut haben. Wir lesen abends und morgens immer die Kommentare und sind überglücklich, dass der Blog so erfolgreich geworden ist. Wir lieben Euch dafür!

Wir liegen direkt neben der Schiebetür, wo ca. 40 Pilger ein und ausgehen. Manche müssen nachts sogar mehrmals auf’s Klo. Wir waren die Letzten, die ins Bett gingen, insofern hat das Einschlafen wenigstens keine Probleme bereitet.
Sabine ist dann aber doch nachts um 3 Uhr in ein anderes freies Bett umgezogen, weil sie die Unruhe nicht mehr aushält.
Ich habe meine gelben Helferlein im Ohr und bekomme nicht sehr viel davon mit.
Am Morgen sind wir erstaunlicherweise trotzdem total fit. Es liegt vielleicht an der Vorfreude auf unser gestecktes Endziel.

Wir laufen wieder durch Eukalyptuswälder. Hin und wieder kribbelt es auf der Haut.

Nach dem Wald kommt eine schöne sonnige Blumenwiese, die zu ein paar gestellten Fotos einlädt. Der Hang gegenüber ist im Nebel, wir laufen auf der Sonnenseite.
Ab hier geht es wieder lange einen Berg hinauf. Diejenigen die uns am schnellsten überholen, machen nachher auf dem Berg eine Rast. Eine Stunde später haben sie uns immer noch nicht überholt. Ich unterhalte mich mit einem kanadische Paar. Er, gerade pensioniert, sieht aber aus, als müsste er noch 20 Jahre arbeiten. Sie wird erst in 5 Jahren pensioniert und hat sich eine Auszeit für 1/2 Jahr geben lassen, um Europa kennenzulernen. Sie haben schon England, Irland, Schottland, Frankreich und Spanien gesehen und werden auch ihre Verwandten in Heilbronn besuchen. Wenn sie den Camino zu Ende haben, geht es nach Norwegen, sie wandern dann von Hütte zu Hütte. In den Rucksäcken, die wirklich sehr klein sind, ist alles drin für das halbe Jahr, inkl. Netbook. Sehr angenehme und nette Leute.

Wir machen eine längere Rast in der Cafe-Bar Botana in Lavacolla. Eine jugendliche Gruppe setzt sich an den Nachbartisch und singt ein schönes Lied nach dem andern. Ich frage sie, ob ich ein Lied aufzeichnen darf. Sie freuen sich darüber und singen ein katalanisches Volkslied (Video).
Die jugendlichen Pilger haben sich immer mehr in Trance gesungen. Unweit der Bar ist eine Bühne, wo sie allesamt hinströmen. Dort legen sie nochmal einen Tanz mit Gesang für’s Video hin. Eine unglaubliche Freude, Lebenslust und Temperament legen die jungen Leute an den Tag. Woher sie nur so viele Lieder kennen?
Es geht immer weiter bergauf und vorbei auf der lichten Hochebene an den Sendestationen von TV galicia und TV españa ins Einzugsgebiet von Santiago. Der Monte do Gozo, der Berg des höchsten Genusses, liegt noch ca. 1 und 1/4 Stunde vor uns.
Als wir die Statue auf dem Monte do Gozo erreichen, treffen wir auf Johannes aus Tirol, der uns noch eine Motto-Karte und eine Visitenkarte des Hotels seiner Eltern mit auf den Weg gibt. Nach 10 Minuten will er wieder weiter, weil er ansonsten Probleme mit seinen Füßen bekommt.
Auch unsere katalanische Gruppe treffen wir für ein Gruppenfoto wieder.
Dann gibt es vor der Kapelle einen Stempelstau (Video), verursacht durch eine Horde deutscher Radpilger.
Einer davon stellt sich rotzfrech sichtbar auf die Kapellenmauer und pinkelt ohne jegliche Schamgefühle in hohem Bogen von der Kapellenmauer hinunter. Auf dem Rucksack von hinten die Deutschlandfahne befestigt.
Das Foto folgt leider erst, wenn ich wieder zu Hause bin
Es geht ungefähr 15 Minuter bergab und die Hauptstadt Galiciens und Kulturhauptstadt der Menschheit ‚Santiago de Compostela‘ empfängt uns lautstark und mit offenen Armen.

In der Cafe-Bar De Mon essen und trinken wir noch eine Kleinigkeit, damit wir voller Elan in die Altstadt ‚centro urbano‘ von Santiago kommen.

Kurz vor der Kathedrale treffen wir wieder auf den netten Mann aus Vaihingen Enz, den wir genau vor einer Woche in Portomarin zum ersten Mal getroffen haben. Wir plaudern eine ganze Weile. Er fragt uns, ob wir schon eine Bleibe für die Nacht haben. Wir verneinen und er gibt uns einen supertollen wertvollen Tipp für unsere Uebernachtung direkt gegenüber des Nordpotals der Katedrale. Es ist ein Kloster, indem auch ein Hotel namens San Martin Pinario untergebracht ist. Dann macht er uns noch darauf aufmerksam, dass um 19.00 Uhr eine deutsche Führung rund um die Kathedrale stattfindet.

Bevor wir einchecken, wollen wir aber die Kathedrale von außen sehen. Nur noch wenige Schritte durch eine Pforte, und da steht sie vor uns:

Die gewaltige Kathedrale von Santiago de Compostela. Ein absoluter Traum. Sie steht wirklich vor uns. Wir können es noch nicht wirklich fassen.

Auf dem riesigen Platz sind viele Pilger, die sich das Bauwerk im Liegen ansehen. Sie ist wirklich phänomenal und beeindruckend. Man hat von der Kathedrale vorher schon viele Fotos gesehen, aber ein Foto kann nicht das abbilden, was man sieht und erlebt, wenn das Bauwerk livehaftig vor einem steht.

Wir verweilen eine ganze Zeit auf dem Platz und wollen uns selbst fotografieren, aber nach 10 Selbstauslöserversuchen haut das nicht so richtig hin.

Ein aufmerksamer Österreicher beobachtet uns und bietet sich an, ein Foto von uns zu machen.
Er legt sich für uns auf den Boden, um die richtige Perspektive zur Kathedrale zu bekommen. Wir gehen in Pose und die erste Aufnahme ist ein Volltreffer. Wir bedanken uns bei ihm und im Gegenzug bekommt er den gewünschten Korkenzieher von uns, um seine Rotweinflasche zu öffnen.
Nachdem wir genügend Fotos von uns vor der Kathedrale gemacht haben, machen wir uns auf die Zimmersuche.

Es gibt im San Martin Pinario Perigrino-Doppelzimmer zu 23 € pp und normale Hotelzimmer. Die Rezeptionistin bietet uns ein normales Doppelzimmer zu 70 € an, da die günstigeren Peregrinozimmer schon alle belegt sind. Nach kurzer Verhandlung bekommen wir schlussendlich das richtige Hotelzimmer zum Peregrino-Preis. Haben wir wieder ein Glück.
Morgen ziehen wir dann um in ein Peregrino-Zimmer.
Das Frühstücksbuffet soll der Wahnsinn sein. Wir lassen uns überraschen.

Der Innenhof ist ein Kreuzgang, wie in einem Kloster. Das Zimmer besitzt eine Steinbank. Uraltes Gemäuer, ganz geschmackvoll eingerichtet. Das Bett aus Metallstangen. Im Kreuz eine Jakobsmuschel. Schaut’s Euch alles selbst an auf www.sanmartinpinario.eu

Wir beziehen unsere Zimmer, machen uns ein wenig frisch und treffen uns am Nordportal der Kathedrale zur Führung. Diese geht ungefähr eine Stunde und gibt uns einige Hintergrundinformtionen über das meisterhafte Bauwerk.

Wir treffen wieder auf den Oesterreicher von vorhin, der immer noch auf dem Platz sitzt und erzählt einem anderen Pilger, dass er aus Wildalpen sei, das sowieso keiner kenne. Wir legen an dieser Stelle unser Veto ein, denn wir waren 1998 mit dem Paddelclub in der 500 Seelen-Gemeinde zum Paddeln in Wildalpen an der Salza.
Er stand sogleich auf und war völlig überwältigt, dass wir diesen kleinen Ort in Oesterreich kennen. Das hatte er vorher noch nie erlebt und wir plauderten bestimmt eine Viertelstunde über Wildalpen und Umgebung.

Nach der Führung suchen wir einen Italiner auf und nehmen wieder ein Menü. Sehr lecker.

Nach dem Essen machen wir noch einen Verdauungsspaziergang durch die wunderschöne und belebte Altstadt und hoffen darauf, einige Menschen vom Weg wiederzusehen. Was wird Lou machen? Ob wir Melanie nochmal sehen? Wo sind Rita, Wolfgang und Dieter? Wir kehren noch in eine Tapasbar
ein und trinken noch etwas. Beim Verlassen der Bar, ducken wir uns und huschen schnell weiter. Hatschi mit dem langen Bart und Schigong sitzen nämlich da, und wir wollen wirklich ins Bett. 🙂
Ein paar Straßenecken weiter hören wir noch einigen verschiedenen Straßenmusikern zu. Es sind auch zwei ausgebildete chilenische Tenöre dabei (Video).

Am späten Abend treffen wir nochmal die beiden netten Vaihingen Enzer und plauschen eine ganze Weile über den Camino Norte, Finisterre, Muxia und viele andere interessante Dinge. Wir hatten eine wirklich sehr nette und sehr angenehme Unterhaltung den Leuten aus dem Äffle &amp; Pferdle Land. Wir wissen jetzt auch, dass die Beiden Edeltraud und Herrmann heissen.
Wäre irgendwie schade, wenn man sich nicht mehr sehen würde. Wir laufen gemeinsam zurück zu unserem gemeinsamen Domizil, verabschieden uns im Aufzug und hoffen, dass wir uns morgen beim Frühstück nochmal wieder sieht.

Wetter: Sonnig, vormittags bewölkt. Nachmittags fast wolkenfrei.

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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