Etappe 10: Von Möhlin nach Bamlach

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Etappe 10: Von Möhlin nach Bamlach
Bamlach, Germany

Bamlach, Germany


Wir schlafen sehr gut in unserem „Wasserbett“. Innen ist es trocken, außen eine große Pfütze. Unser Vorhaben um 7.00 Uhr aufzustehen halten wir nicht ganz ein. Es wird eine halbe Stunde später. Unser Zelt trocknen wir nur notdürftig und packen alles schnell ein, weil die nächsten schwarzen Wolken schon im Anmarsch sind. Rechtzeitig ist alles in Säcken und Tüten. Zunächst fahren wir nach Rheinfelden in eine Bäckerei mit Bistro zum Frühstücken. Es gibt ein englisches Frühstück mit Rührei und Milchkaffee. Wir sitzen auf, fahren ein paar hundert Meter, aber das Schleifen meiner Scheibenbremsen beunruhigt mich. Da der Regen einsetzt und wir gerade unter große Weiden hindurch fahren, ist das eine gute Gelegenheit, die Regenkleider anzuziehen und nach den Bremsen zu sehen. Kein Wunder, dass es schleift, denn die Feder, die die Bremsbacken auseinander hält, hat sich aus dem Bremssattel herausgerückt und ist völlig verbogen. Außerdem sind die Bremsbeläge bis auf´s Blech abgenutzt. Ich baue neue Bremsbeläge ein, richte die Feder und die Fahrt kann weitergehen. Das Schleifgeräusch ist passé und die Bremsleistung wieder voll da. Überraschend, dass der Radweg nach Basel hinein so schön ist. Wir hatten uns darauf eingestellt, an unschöner Industrie, großen Tanks, vielen hässlichen Betonbrücken vorbeizufahren, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Weg geht immerzu am Rhein entlang, bis man auf der gegenüberliegenden Seite das Münster und die Altstadt von Basel, mit seinen schönen Fassaden sieht. Wir besichtigen noch die Altstadt und das Münster. Sehr lohnenswert. Durch den vielen Regen ist der Ölverbrauch auf der Kette relativ groß. Unser Öl ist aufgebraucht und die Kette quietscht. Gegenüber vom Dom ein Betonmischer, dessen Fahrer in der Sonne steht und auf irgendwas zu warten scheint. Normalerweise haben diese Männer immer eine Fettspritze dabei um diverse Gelenke an ihrem Fahrzeug einzufetten. Ich spreche den Mann an und er holt seine große Spritze raus 🙂 … und fettet unsere Ketten mit giftgrünem Fett. Es geht weiter am Rhein entlang. In Basel macht der Rhein die Biegung in Richtung Norden. Stadtauswärts ist es dann nicht mehr ganz so schön, aber immer noch viel besser, als wir es uns vorgestellt haben. Bei ATU machen wir kurz Rast um Öl für die Kette zu kaufen und nach Sabine’s Rad zu sehen. Der Tachogeber, der auch benutzt wird um die Unterstützung zu errechnen, setzt hin und wieder aus. In diesem Fall kann man 7 Halbumdrehungen mit Unterstützung fahren und auf der Anzeige steht Error 102. Einen Tag zuvor war das auch schon so, ging aber von alleine wieder weg. Ich baue ein paar Unterlegscheiben zwischen Sensor und Rahmen, damit der Magnet näher an den Sensor kommt, denn mir erscheint der Abstand etwas groß und grenzwertig. Aber dieser Versuch schlägt leider fehl. Jetzt kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Feuchtigkeit, Sensor defekt, Wackelkontakt. Aber was es auch ist, das geht mit normalen Bordwerkzeug nicht. In diesem Fall müsste Sabine so weiterfahren. Den Weg aus Basel fahren wir auf der deutschen Rheinseite. Er führt direkt am Rhein entlang und der Radweg//b ist eine Mischung aus nassem Sand und feinem Schotter bei starkem Gegenwind. Regen und Sonne im ständigen Wechsel. Man kann die Regensachen nicht ausziehen und schwitzt wie verrückt, wenn dann die Sonne auf die nassen Kleider scheint. Sehr sehr kräftezehrend mit 3 Rädern, wovon sich das kleine Rad vom Anhänger sich am meisten in den Boden gräbt. Ansonsten lässt es sich mit dem Einrad-Anhänger aber sehr gut fahren. Wir fahren durch bis Bad Bellingen, wo wir im Kurhaus wieder den obligatorischen Kaffee mit Kuchen genießen. Wir beratschlagen, welchen Camping wir ansteuern und entscheiden uns auf Empfehlung der Kellnerin, die alle Campings der Umgebung gut kennt, wieder ein Stück zurück nach Bamlach zurückzufahren. Ein Campingplatz mit vielen Auszeichnungen. Fast schon wie ein Hotel. Um nach Bamlach zu kommen, entscheiden wir uns den Weg über die WeinBERGE zu nehmen. Das Großgeschriebene ist dabei wörtlich zu nehmen. Wir mobilisieren die letzten Körner in uns. Unsere Fahrräder sind voller Sand und Dreck. Die Satteltaschen ebenfalls. Während Sabine sich am Campingplatz anmeldet, spritze ich unsere Fahrräder und Packtaschen im ‚Hundbad‘ mit einem Wasserschlauch ab. Ja, so was gibt es hier auch. So kann man sich auf diesem Nobelcamping wenigstens sehen lassen. Das Zelt steht im Nu. Anschließend gehen wir im Bistro etwas essen und schauen dabei das Fußballspiel an. Glückwunsch an die deutsche Mannschaft und gute Reise für die Holländer!

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