Etappe 26: Von Vuren nach Dordrecht

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Etappe 26: Von Vuren nach Dordrecht
Dordrecht, Netherlands

Dordrecht, Netherlands


Die Nacht haben wir sehr gut geschlafen. Kein Wunder, denn in der Campingparzelle nebenan standen ca. 10 Zelte mit vielen Alt-Hippies darin. Zunächst dachten wir, es wäre ein Lagerfeuer. Doch dann erkennen wir, dass eine süßliche Rauchwolke von Gras unser Zelt durchzieht. Wir haben in der Nacht wunderschöne Dinge geträumt. Etwas benebelt stehen wir auf, aber wir fühlen uns guuut. 🙂 Wir packen schnell ein, denn Zeger wartet schon auf uns mit dem Frühstück. Bea hat diesen Morgen leider ein paar wichtige Termine, kommt aber zwischendurch, um sich von uns zu verabschieden. Ein herrlich gedeckter Frühstückstisch mit allerlei Köstlichkeiten, verschiedenen frischen Obstsorten, Frühstückseier und vieles Leckeres mehr. Einen Luxus, den wir in dieser Form schon länger nicht mehr erlebt haben. Wir schmieren uns noch ein paar Brote für unterwegs und machen uns wieder auf die Reise. Schnell ist Gorinchem erreicht. Wir gehen durch die Fußgängerzone und die historische Altstadt. Vom Marktplatz aus steuern wir den Hafen an, um auf die Fähre nach Woudrichem zu warten. Heute ist Eric’s Geburtstag und leider sind wir zum 1. Mal nicht zu Hause. Wir wünschen ihm per Telefon alles Gute. Vielleicht war der wohlriechende Nebel Schuld, aber heute Morgen ging irgendwie gar nichts. Wir sind beide ausgelaugt und todmüde. Eigentlich würden wir am liebsten ein B&B ansteuern und schlafen. Zumindest wollen wir irgenwo gemütlich einen weiteren Kaffee trinken. Wir schlendern durch Woudrichem und finden ein sehr ansprechendes Lokal mit dem Namen ‚De Kruitkelder‘. Kruitkelder steht für Pulverkeller. Wahrscheinlich wurde in frühen Jahren ‚Pulver‘ im Sinne von Schießpulver darin gelagert. Das Gebäude ist in die Erde gebaut und nur die halbrunde Fassade ist sichtbar. Darüber ein grasbewachsener Erdhügel. Vor den Lokal lädt eine riesige Holzeckbank mit vielen bunten Kissen zum Ruhen ein. Die sympathische und flotte Bedienung lässt den Ort zu unserer Wohlfühloase werden. Wir können uns gar nicht losreißen von diesem beschaulichen Ort. Wir merken, dass so langsam die verloren geglaubte Energie wieder zurück kommt. Als wir auf die Räder steigen und anfangen zu treten,  ist bei uns Beiden der Boost-Schalter wieder ON. Gutgelaunt und fröhlich tretend, genießen wir jetzt wieder Land und Leute, beschließen aber dennoch einen Ruhetag in Dordrecht einzulegen. In Werkendam kaufen wir bei Albert Hijn ein. Heute Abend wollen wir selbst kochen. Am Fischstand esse ich den ersten ’nieuwe haring‘. In Deutschland auch bekannt unter Matjes. 🙂 Nirgendwo schmecken Matjes so gut wie hier. An der Tankstelle wird der Benzinkocher noch mit etwas Sprit vollgetankt. Die Rheinroute durch den Nationalpark und das Erholungsgebiet Bisbosch wurde wegen Bauarbeiten an den Deichen komplett umgestaltet. Teilweise abgekürzt, dafür werden an anderer Stelle Schleifen eingebaut. Wir werden auf dem kleinsten Pontje unserer Radreise von einem älteren, freundlichen Fährmann darauf hingewiesen, der uns zugleich eine Karte mit dem neuen Weg mitgibt. Die Fähre wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben. Früher konnte man sich selbst an die andere Seite kurbeln, das sei jetzt durch die gewerbliche Schifffahrt nicht mehr erlaubt. Eine Stunde später setzen wir mit einer großen Fähre über zum Kopvan’t Land  und überqueren Nieuwe Merwede. Auf der Dortrechter Seite werden wir in einer großen Schleife in den Süden geleitet, bevor der Weg nach Dortrecht hinein führt. U Der gesamte Weg heute ist gefühlte 20km Luftlinie . Unser Tacho zeigte am Ende 70 km an. Der vermeintliche Camping, den wir in unseren Rheinradwegführer eingetragen haben, entpuppte sich als FKK-Campingplatz. Mein Körper hat aber trotz der 650 km Radfahren noch nicht die Form, dass man ihn nackend zur Schau stellen sollte, also radeln wir nach dem holländischen Nummernsystem, mit einem erneuten großen Bogen zum nächsten Campingplatz ‚t Vissertje der am anderen Ende der Stadt liegt. Der direkte Weg von der Fähre wäre ca. 10-12 km we***** gewesen … aber wir sind ja schließlich zum radln hier und nicht zum Spaß 🙂 Bedingt durch unsere Morgenträgheit und viel Gegenwind ist bereits 20.00 Uhr. Zelt ist ruck-zuck aufgebaut. Jetzt noch die Spaghetti in den Kochtopf, essen und ab ins Bett. Morgen ist Ruhetag. In Dordrecht ist Hafenfest mit Livemusik ab 18.00 Uhr. Mal sehen, vielleicht schauen wir da mal rein.


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