Etappe 28: Von Dordrecht nach Hoek van Holland

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Etappe 28: Von Dordrecht nach Hoek van Holland
Hoek van Holland, Netherlands

Hoek van Holland, Netherlands


Der gestrige Ruhetag hat große Wirkung gezeigt, wir sind lange nicht so müde wie sonst. Unsere ältere Nachbarin im Wohnwagen nebenan fängt noch ein nettes Gespräch an und verabschiedet sich von uns, nachdem sie uns wissbegierig über unser Vorhaben ausgefragt hat. Zum Frühstück fahren wir wieder zum Café CentreVille in die Altstadt. Wir kaufen noch Proviant für unterwegs und morgen ein und machen uns auf den Weg zur letzten Etappe nach Hoek van Holland. Unser Rheinradwegbuch zeigt den Weg nur bis Rotterdam, aber wir wollen noch weiter an den Ort, wo der Rhein in die Nordsee mündet. Dort verabschieden wir uns von unserem langen Weggefährten, dem Rhein. Inzwischen ist der Rhein zum ‚Nieuwe Maas‘ geworden. Der Rhein ist ja am Ende des Stroms ein Delta, aber durch die Deltawerke und den vielen Schleusen, wissen wir am Ende nicht, wo jetzt hier eigentlich der Rhein ist. Es ist sehr kompliziert. Seit wir in Holland sind, haben wir zwar sehr viel Wasser, Flusskreuzungen und Zuströme gesehen, aber nur anfangs einen Fluss, der sich Rhein nennt. Nur der Radweg heißt immer noch ‚Rijnroute‘, was so viel heißt wie Rheinroute. In Dordrecht finden wir den Weg nicht gleich. Wir hören nicht auf die Schilder, sondern meinen, einen schnelleren Weg zu kennen. Irrtum. Wir müssen alles wieder zurück fahren und haben dadurch einen großen Umweg gemacht. Egal, wir finden es schließlich doch zur Fähre. Sie setzt uns über nach Papendrecht. Wir fahren jetzt wieder nach der Beschilderung und nicht nach der GPS-Route des bikeline Rhein-Radwegbuches, denn die Wege sind in Holland größtenteils umgelegt worden. Ich sehe aber auf meinem GPS, dass wir jetzt einen großen Bogen um Papendrecht machen. Natürlich einen Umweg. Irgendwann decken sich dann GPS-Route und Beschilderung wieder. Die Strecke ist hier sehr schön, denn wir fahren ein Stück der Windmühlenroute, deren Ende durch Kinderdijk führt. Eine malerische Landschaft mit 19 Windmühlen an einem Wasserkanal. Früher dienten die Windmühlen dazu, das überschüssige Wasser auf einen Sammelkanal hinauf zu pumpen. In Alblasserdam geht es abermals mit der Fähre auf die andere Seite. Allerdings sind wir hier in die falsche Fähre eingestiegen und waren auf einmal in Nieuw-Lekkerland statt in Ridderkerk. Aber die Dreiecksfähre bringt uns wieder nach Ridderkerk. Von dort aus biken wir in einem Zug durch, bis in die Innenstadt von Rotterdam.  Wir nehmen die architektonisch interessantere Erasmus-Brücke, wo gerade ein gigantisches Kreuzfahrtschiff anliegt. Am Bijenkorf trinken wir wieder den obligatorischen Kaffee mit Appelgebak. Im VVV kaufen wir uns noch eine Falk-Karte von Zuid-Holland. Sie enthält das holländische Knotenpunktsystem mit allen Nummern,  um sich eine Route selbst  zusammenzustellen, denn unser Buch hört hier auf. Auf der Weiterfahrt entdecken wir dann wieder unsere Rijnroute Tafeln und hätten die Karte eigentlich nicht benötigt. Sie führt auch vorbei an der riesigen Gewächshauslandschaft, wo Hollands ‚teuerstes Wasser‘ in Form von Tomaten angebaut wird. So weit das Auge reicht Gewächshäuser mit Tomaten. Unterwegs machen wir nochmal halt an einem Fischimbiss, um uns zu stärken. Dann sehen wir in der Ferne das Kreuzfahrtschiff,  welches zuvor noch in Rotterdam lag. Es begleitet uns über viele Kilometer bis Hoek van Holland. Wir kommen erst um 20 Uhr auf dem Camingplatz an, bauen das Zelt auf, duschen, essen noch eine Kleinigkeit und gehen schlafen.


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