Donau-Radweg Tag 2: Von Tuttlingen nach Sigmaringen

Das Frühstück ist ’schwäbisch sparsam‘, aber wir haben etwas im Magen. An den Nebentischen sitzen zwei Radler-Pärchen jeweils mit einer hochziehenden Laufnase. Aufmerksam biete ich Ihnen ein Papiertaschentuch an, welches sie dankend ablehnen, um kurz darauf ein eigenes Taschenbuch zu verwenden. Endlich Ruhe.
Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, fahren wir mal eben hoch auf die Ruine Honberg. Angeblich hat man von dort oben einen schönen Ausblick auf Tuttlingen. Oben angelangt ist das luftige Brötchen von heute morgen bereits aufgebraucht.
Es ist Samstag im Schwabenländle, und was macht der ordentliche Schwabe am Samstag? Richtig erraten … die Straße kehren! Überall wird fleißig der Besen geschwungen. Manche schaffe au am Häusle.

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Landschaftlich ist dieser Abschnitt absolut einzigartig schön. Es übersteigt in höchstem Maße meiner Vorstellungskraft. Die Donau windet sich durch das wunderschöne Tal südlich der schwäbischen Alb. Auf dem Weg passiert man zahlreiche Schlösser, Klöster und Burgen, die Abtei Beuron und das mächtige Fürstenschloss Sigmaringen.

Wir fahren den Weg von West nach Ost und hatten große Hoffnung, immer Rückenwind zu haben. Weit gefehlt, auf der ganzen Strecke gibt es eine kräftige Brise von vorn. Abgesehen davon ist heute die hügeligste Etappe der ganzen Strecke.

Im Gasthaus Steinhaus in Hausen im Tal füllen wir unsere Kohlenhydratspeicher wieder auf. Womit? Natürlich mit Kaffee und Kuchen 🙂 … mittlerweile ist das schon zu einem Ritual geworden.

Überall sieht man Zeltlager mit großen Feuerstellen entlang des Weges. Pfadfinder, die den Wald vom Holz befreien, um abends ein großes Lagerfeuer zu machen.
Tolle Jugendlager, eines hatte sogar eine selbstgebaute Riesenrutsche.

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Wir stellen fest, dass es entlang des Radweges unglaublich viele Sitzgelegenheiten und Rastplätze gibt. Vielleicht deshalb, weil auf diesem Abschnitt der Donau auch viel gepaddelt wird. Das erinnert uns an frühere Zeiten, als wir mit den Kindern und dem Kanu aktiv unterwegs waren. Wenn man das so sieht, hat man durchaus auch mal wieder Lust dazu.

Der Campingplatz liegt am Ortseingang von Sigmaringen. Wir schauen rein und er gefällt uns. Wir haben ein bisschen Sorge, dass es in der Nacht noch zu kalt ist, aber sehen viele andere todesmutige Camper und beschließen, die Nacht hier zu verbringen.

Wir kommen mit den Pächtern in ein nettes Gespräch und outen unsere Herkunft über unseren Dialekt. Sie offerieren uns, dass ER aus Wiesloch und SIE aus Zuzenhausen kommt. Wie einige vielleicht wissen, stamme ich aus dem Nachbardorf Rauenberg. Die Welt ist klein.

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Wir schlagen unsere Stoffbehausung auf und gehen im Lokal auf dem Campingplatz noch lecker essen.

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