Donau-Radweg Tag 7: Von Ingolstadt nach Hermsaal

Auf dem Campingplatz war es schön ruhig. Um 7.15 Uhr habe ich vorsichtshalber mal den Wecker gestellt. Als wir aus dem Zelt steigen, sind unsere Nachbarn aus Kanada und Frankreich schon fast abreisebereit. Der Kanadier stellt sich übrigens als Michel vor.

Wir holen erstmal unsere vorbestellten Brötchen und frühstücken in aller Ruhe. Bis das Zelt getrocknet und alles verstaut ist, wird es heute 10.15 Uhr bis wir aufbrechen.

Zunächst müssen wir wieder zurück Richtung Ingolstadt, denn der Zeltplatz liegt ca. 3 km außerhalb der Stadt am Auwaldsee. Der Radweg geht auf der anderen Seite der Donau weiter. Es gibt nur diese eine Brücke für Radler.

Ab da geht der Radweg direkt an der Donau entlang bis wir kurz vor Vohburg zur anderen Flussseite wechseln.

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In Vohburg trinken wir nochmal einen Kaffee. Das Örtchen ist beschaulich und nett anzusehen.

Weiter geht es wieder direkt am Ufer bis Eining.

Heute ist es sonnig aber nicht heiß. Ideales Wetter zum Radeln, doch irgendwie ist heute nicht unser Tag.
Wahrscheinlich stecken uns die 7 Tage, die wir nun schon ohne Pause durchgefahren sind, in den Knochen.

Wir beschließen zu mogeln und nehmen ab Eining nicht den Weg über den Berg zum Kloster Weltenburg, sondern den Geheimtipp eines Einheimischen, nämlich einen Weg, der wiederum direkt am Ufer entlang bis zum Kloster führt. Allerdings ist dieser Weg bei Hochwasser überflutet und nicht immer befahrbar.
Die Benediktinerabtei Weltenburg ist das älteste Kloster Bayerns, gegründet 610 nach Christus.

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Das Kloster betreibt eine eigene Brauerei, dessen wohlschmeckendes Gebräu man im Biergarten verkosten kann.

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Dort besichtigen wir die wunderschöne Klosterkirche. Die Brüder Asam schufen die Deckenfresken, die ein Meisterwerk des Barock darstellen.

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Nun mogeln wir nochmal, allerdings wird das im Reiseführer ausdrücklich empfohlen, denn die Landschaft des Donaudurchbruchs ist von überwältigender Schönheit und nur vom Boot aus zu sehen. Durch ein 6 km Kilometer langes Tal, gesäumt von fast hundert Meter hohen weißen Felsen, zwingt sich der Strom durch den fränkischen Jura. Die bizarren Felsen ragen unmittelbar aus dem Wasser senkrecht in den Himmel und drängen die Donau auf weniger als 70 Meter Breite zusammen.

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Die Anlegestelle ist Kehlheim. Wer die Befreiungshalle von Kehlheim noch nicht gesehen hat, für den lohnt sich der Aufstieg dorthin. Sie wurde im Auftrag von König Ludwig I. erbaut. Wir waren aber schon mal in Kehlheim und haben die Befreiungshalle besichtigt. In der schönen Altstadt kaufen wir noch ein paar Sachen ein, damit wir am Abend auf dem Camping etwas kochen können und ziehen weiter nach Hermsaal, wo es einen tollen Camping auf einem Bauernhof gibt.

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Auf dem Campingplatz lernen wir eine sehr nette 78-jährige Frau kennen, die in einem winzigen Ein-Frau-Zelt allein unterwegs ist. Das Mini-Zelt hat kein Überzelt und ist somit eine Tropfsteinhöhle durch die eigenen Ausdünstungen. Nicht auszumalen wenn es regnet. Sie kommt aus dem Voralpenland geradelt und möchte mit ihrem klapprigen Damenrad weiter nach Prag fahren.
Sie zeltet immer. Und wenn es keinen Campinplatz gibt, dann zeltet sie eben wild. Eine ‚alte‘ junggebliebene Pfadfinderin, die sich auch immer selbst versorgt…wir sind sehr beeindruckt.

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