Donau-Radweg Tag 10: Von Deggendorf-Seebach nach Passau

Die warme Heizung im Bad haben wir genutzt. Die Wäsche ist nun wieder frisch und über Nacht getrocknet.
Um 6.30 bin ich hellwach, wenig später höre ich es auch neben mir rascheln. Scheinbar hat sich unser Körper an die Anstrengung gewöhnt und wir brauchen nun nicht mehr so viel Schlaf. In der Anfangszeit hätten wir wahrscheinlich vor Müdigkeit durchgeschlafen, wenn da nicht ein Wecker geklingelt, oder jemand im Nachbarzelt Radau gemacht hätte.
Im Frühstücksraum gesellen sich ca. 25 gut gelaunte Holländer zu uns. Ich gebe mich aber nicht zu erkennen und verfolge lieber untentdeckt und interessiert ihre Gespräche.
Um kurz vor 9 Uhr sitzen wir auf dem Rad. Die Luft ist noch wunderbar frisch und fein und wir füllen unsere Lungen bei jedem 4. Pedaltritt mit einem tiefen Atemzug.
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Es läuft heute wieder rund auch ohne Rückenwind, es gibt keine nennenswerten Anstiege, wenn man mal von ein paar Über- und Unterführungen oder Brücken absieht.

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Der Radweg geht heute sehr nah an der Donau entlang. Das ist nicht immer so; auf manchen Streckenabschnitten kann man nur an den Bäumen erkennen, wo der Fluss sein Bett hat. Rechterhand Felder, so weit das Auge reicht.

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Der Boden ist hier sehr fruchtbar, deshalb wird es auch die Kornkammer Niederbayerns genannt. Linkerhand haben wir immer die Berge des Bayerischen Waldes im Blick.
Ein paar Kilometer vor Vilshofen fängt der Planetenweg an. Er ist Teil des Donau-Radweges. Hier werden sehr anschaulich über eine Strecke von 1km die Planeten unseres Sonnensystems masstabsgetreu als Skulpturen jeweils auf einem großen Felsen dargestellt.

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Auch die Abstände zwischen den Planeten. Der Abstand von Sonne zur Erde beträgt hier ca. 130 Meter. Die Sonnenskulptur ist ein großer oranger Feuerball von ca. einem Meter Durchmesser, die Erde hingegen ist ein winziges Kügelchen aus Edelstahl, welches auf einem Felsen befestigt ist.

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Vilshofen schauen wir uns per Velo an und machen hier und da ein Foto und ruhen uns bei einem Kaffee etwas aus.

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10km vor Passau machen wir auf einer Bank eine kurze Rast und haben den Rad-Wanderweg direkt vor uns. Das ist besser wie Kino. Sabine bekommt ihren berühmten Lachanfall, als sich von rechts nach links ein überdimensionaler Bierbauch mit Gummiclogs an uns vorbei schiebt. Von links nach rechts eine Frau, die ihren schönsten geblühmten Sonntagsrock aus der Altkleidersammlung vorführt.
Wenig später fährt ein alter Mann in bayrischer Tracht mit einem knallroten Fahrrad mit riesigen 40 Zoll Rädern an uns vorbei. Wir müssen schnell aufbrechen, sonst lachen wir uns noch tot.
Weiter geht’s in die Dreiflüssestadt Passau, eine der schönsten Städte Deutschlands. Zunächst radeln wir an den 3-Flüsse-Punkt, wo  Ilz, Inn und Donau zusammenfließen.

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Wir knobeln, ob wir heute ein Zimmer nehmen oder einen Camping aufsuchen. Ich habe gewonnen und es geht zum Camping ‚Kanu‘. Wie der Name schon sagt, wird der Campingplatz vom Kanuclub unterhalten und liegt sehr idyllisch an der Ilz.

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Wir bauen schnell das Zelt auf, machen uns frisch, fahren wieder in die Altstadt und besuchen noch den Dom St. Stephan mit größtem italienisch-barocken Kirchenraum nördlich der Alpen. Der Dom beherbergt die größte Domorgel der Welt mit 17.974 Pfeifen, 233 Registern und 4 Glockenspielen.

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Zum krönenden Abschluss des Tages geht’s heute zum Italiener: Buon appetito & buonanotte!

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