Donau-Radweg Tag 14: Von Ybbs bis Rossatzbach

Gestern waren wir in unserem Zelt auf verlorenem Posten. Heute Nacht wacht aber ein Säbelzahn-Tiger in Puzzleform über uns.

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Und es nicht nur der eine Tiger; es sind gleich zwei Bilder dieser Sorte im Zimmer. Das ganze Haus ist übrigens „geschmückt“ mit mehrtausendteiligen „geschmackvollen“ Puzzles. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Das komplette Frühstück kommt aus Wegwerf-Plastik-Behältnissen. Die Eier haben wir fast im Rohzustand aufgeschlagen, wenn uns nicht jemand darauf aufmerksam gemacht hätte, dass man die Eier noch selbst backen muss. Der Kaffeeautomat ist auf „Bodensee“ eingestellt.
Aber egal, wir haben was im Bauch und checken schnell aus.
In der Stadt Ybbs stehen überall mobile Parkverbotsschilder wegen der Fronleichnamsprozession. Wir fragen den Polizisten, der ganz nervös auf und ab läuft, wann die Prozession hier vorbei kommt. Er fragt seinen Kollegen per Walky-Talky. Über den Lautsprecher des Funkgerätes ertönt in verknartzter Stimme: „In 10 Minuten!“.
Wir warten ab und tatsächlich hört man 10 Minuten später aus der Ferne eine traurige Blasmusik in Moll.

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Vorneweg die Ministranten. Einer davon muss das schwere Kreuz tragen. Dann die Musikkapelle, dahinter ein Mann mit langen Haaren und einem aufwendig bestickten Gewand, der unserem Sinnbild von Jesus gleicht. Jesus ist umringt von 4 Personen, die einen Baldachin über ihn halten. Patrolliert werden Jesus und die Schattenspender von vielen Männern und ein paar Frauen in brauner Uniform mit hellglänzenden Stahlhelmen.

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Die Helme werden abwechselnd auf- und abgesetzt, je nachdem was der Pfarrer gerade zu sagen hat. In der Predigt werden die Wirtschaft und die Arbeit gehuldigt, alle Anderen werden vergessen.
Die Kirchenglocken geben alles her, was das Geläut so zu bieten hat. Sodann zieht der Fronleichnamszug in die Kirche ein und wir ziehen weiter.
Wir kurbeln die ersten 25 km am Stück durch bis Melk. Das Schwammerl-Essen gestern war zwar außervorzüglich, aber Pilze sind nunmal schwer verdaulich und bremsen mich heute komplett aus.
Bekannt ist Melk vor allem durch das Benediktinerstift, das zu den prunkvollsten Barockgebäuden der Welt zählt.

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Wir laufen durch die Fußgängerzone und rauf auf das Benediktinerstift. Der Bau dieses großartigen Barockkomplexes von europäischem Rang, erfolgte unter Baumeister Jakob Prandtauer.

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Die Deckenfresken des Marmorsaales und die hunderttausend Bände umfassende Stiftsbibliothek stellen die eindrucksvollsten Kostbarkeiten der Anlage dar.

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Das Stift markiert malerisch den Beginn der Wachau und bietet ein seltenes Zusammenspiel von Landschaft, Bauwerk und Strom. Die Wachau ist auch gleichzeitig Österreichs größtes Weinanbaugebiet.
Nachdem wir den Klostergarten besichtigt haben, fahren wir weiter.

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An einer Radlertränke kühlen wir unsere Köpfe und füllen die Wasserflaschen nochmal auf.

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Bald ist der Campingplatz in Rossatzbach erreicht. Er liegt sehr schön, mit Blick auf Stift und Ruine Dürnstein.

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