Nordseeküsten-Radweg Tag 2: Von Velsen-Zuid nach Petten

Die Nacht ist erstaunlich ruhig und wir schlafen wie die Murmeltiere.
Auch morgens hört man kaum etwas, obwohl die Zeltwiese voller Zelte steht. Wir frühstücken am Tisch neben unserem Zelt. Es setzt sich ein älteres holländisches Ehepaar zu uns an den Tisch. Wir frühstücken gemeinsam und erzählen uns gegenseitig von unseren Vorhaben. Sie wohnen in Zwolle und sind ein paar Tage zur Tochter nach Haarlem gefahren um zu babysitten. Ein Kurztrip mit dem Zelt über’s verlängerte Wochenende.
Unsere direkten Nachbarn sind auch schon auf. Sie sind mit drei Kindern unterwegs und ziehen auch noch einen großen blonden Hund im Anhänger hinterher.
Wir verabschieden uns und fahren nach ein paar hundert Metern auf eine Fähre, die uns über den Nordzeekanal bringt.

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Fähre über den Nordostzeekanal

Entweder war die Überfahrt gratis oder wir sind versehentlich schwarz gefahren. Jedenfalls haben wir nichts bezahlt.
In Wijk aan Zee kaufen wir unser 2. Frühstück ein, welches wir auf dem Dorfplatz verzehren. Wenn man mit Hunger einkaufen geht ist die Essensauswahl immer sehr groß und die Gepäcktaschen überfüllt.
Weiter geht die Fahrt durch die „Duin en Strandwalroute“. Ein riesiges Naturreservat, das einer hügeligen Mondlandschaft
gleicht.

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Die Vegetation ist hier eher trocken und karg. Dörrige Büsche, vertrocknete Bäume und Gräser auf den sandigen Hügeln so weit das Auge reicht.
In Egmond aan Zee im Restaurant „Zonnig Zuid“ sitzen wir urig und bequem und bestellen Pannenkoeken und einen Kaffee.

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Im Restaurant „Sonnig Zuid“

Ich stelle fest, wir essen mehr als wir fahren. Das Kaloriengleichgewicht ist total außer Balance.
Ab Egmond aan Zee ist die Dünenlandschaft aufregend schön, hügelig und sehr abwechslungsreich.

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Dünen bei Egmond aan Zee

Das Grün ist hier saftiger. Hin und wieder durchfahren wir einen Kiefernwald und genießen den herrlichen Duft. Ein Hauch von Süd-Frankreich’s Atlantikküste kommt uns in die Nase.

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Pferde am Radweg

Unterwegs begegnen wir Wasserbüffeln und Pferden in freier Wildbahn.

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Wasserbüffel in freier Wildbahn

Die höchsten Dünen sind bis zu 50 Meter hoch, so dass die Strecke nicht ganz ohne Anstrengung zu fahren ist. Die letzten paar Kilometer fährt man parallel zu einer wuchtigen Düne namens „Hondsbossche Zeewering“. Hier sind die Radwege wieder genauso breit wie die Autostraße.

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Radwege breiter wie Straßen II

Ein Paradies für Radfahrer.
Die heutige Etappe kann man durchaus eine Genusstour nennen. Wir schämen uns auch nicht, nach knapp 60km einen Zeltplatz aufzusuchen. Vorher gibt’s noch die legendären Patat speciaal (Pommes mit Mayo, Ketchup und Zwiebeln) mit Frikandel und Loempia (Flühlingslolle). Fettgebackene holländische Köstlichkeiten, nichts für Gesundheitsbewusste, aber ein muss für Hollandfans.
Nach dem Zeltaufbau klettern wir noch die hohe Hausdüne hinauf und genießen den schier endlosen Rundumblick auf’s Meer und ins Landesinnere.

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Panorama von der Aussichtsdüne

In der Ferne kann man Den Helder erahnen. Von dort aus werden wir morgen auf die Insel Texel übersetzen.

Weltrusten en tot morgen!

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