Nordseeküsten-Radweg Tag 11: Von Delfzijl nach Leer

Unser Campingplatz-Pferd möchte, dass wir aufstehen. Es wiehert unaufhörlich.

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Der erste Blick aus dem Zelt ist etwas ernüchternd. Es regnet zwar nicht, sieht aber so aus, als würde es jederzeit anfangen. Wir lassen uns jedoch nicht aus der Ruhe bringen und frühstücken auf der nahegelegenen Sitzgelegenheit.

Vom Anfang unserer Radreise bis jetzt haben wir vier niederländische Provinzen durchradelt. Angefangen in Süd-Holland über Nord-Holland, nach Friesland und jetzt Groningen. Bis zur deutschen Grenze sind es nur noch 40 Radkilometer. An den westfriesischen (niederländischen) Inseln sind wir nun vorbei.

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Zu Beginn der heutigen Route irren wir ohne Navigation durch die Stadt, einfach um zu sehen, ob man ohne elektronische Hilfsmittel wieder heraus findet. Und es klappt, der innere Kompass bringt uns relativ zielsicher wieder auf unseren LF10a Radweg.

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Anfangs ist der Weg von Industrieanlagen gesäumt. Später finden wir dann wieder unsere Wege durch Feld und Flur.
Die ganzen Tage waren wir von der Sonne verwöhnt, diese lässt sich jedoch heute nicht blicken. Das ist nicht schlimm, denn zum Radfahren ist es ideal. Was den Windrädern fehlt, kommt uns zusätzlich zugute: Windstille!

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Wir passieren die niederländisch/deutsche Grenze fast unbemerkt. Lediglich das Schild „Einde LF10a Waddenzeeroute“ deutet darauf hin, dass wir nun wieder in Duitsland sind.

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Ab hier folgen wir einem anderen Zeichen „North Sea Cicle Route“, ein Fahrradsymbol im Kreis auf blauem Grund.

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Wir durchfahren ein wunderbares großflächiges Naturschutzgebiet mit Wassergräben und hören in der Ferne ein jämmerliches Weinen eines Kindes. Eine ganze Gruppe von Kindern im Alter zwischen 9 und 11 Jahren und eines im Alter von 5 Jahren angeln am Wassergraben. Der 5-jährige heult ganz bitterlich.
Wir bleiben stehen und fragen was passiert ist. Die Älteren wissen es selbst nicht genau, sie vermuten, dass er in eine Wespe oder einen Angelhaken getreten ist. Sabine nimmt den Kleinen auf den Schoß, tröstet ihn und gießt ein bisschen Wasser von der Trinkflasche über den Fuß. Es dauert nicht lange, dann beruhigt sich der Kleine wieder.

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Von einem Stich oder einer anderen Verletzung ist nichts zu sehen.
Der Kleine zieht seinen Schuh wieder an und zieht unter Begleitung der Größeren von dannen. Sie sind bepackt mit Wagen, Angeln und Eimern. Im Eimer schwimmen die Errungenschaften des Tages. Einige Fische haben sie gefangen.
Wir fahren weiter und es fängt an zu tröpfeln. Übrigens die ersten Tropfen des Tages. Aber uns sehnt es heute nach einem Zimmer. Die Vorstellung, morgen im Nassen aufzustehen und das Zelt abzubauen, löst Unbehagen in uns aus. Unter dem Schutz eines Haltestellendaches rufen wir eine Pension in Leer an und werden sofort fündig. Die Pension „Zum gemütlichen Eck“ wird uns heute ein Dach über dem Kopf bieten. Bis hier hin sind wir 630 km gefahren.
Am Abend radeln wir in die Altstadt von Leer zu einem netten Italiener. Das ist mal eine schöne Abwechslung nach 10 Tagen Fritjes, Frikandel, Nasischijf, Matjes, Pannenkoeken und Uitsmijters.

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Καληνυχτα!

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