2016 Mosel-Radweg: Von Mannheim über Metz nach Thionville

Bei einem 400 km entfernten Kunden gab es gestern noch einen Noteinsatz wegen eines Totalausfalls einer Anlage. Genau das braucht man scheinbar einen Tag vor dem Urlaub, damit der Adrenalinspiegel nochmal in die Höhe geht. Auf 3/4 der Strecke hat mein Kollege Florian den Fehler gefunden und ich konnte glücklicherweise wieder umdrehen. Nichtsdestotrotz war es bedingt durch Staus ein langer Tag auf der Autobahn. Die Arbeit, die ich im Home Office machen sollte, blieb demnach liegen. Dadurch zog sich der Arbeitstag dann bis in den späten Abend hinein. Ideale Voraussetzungen für einen „entspannten Urlaubsbeginn“. 🙂

In der Nacht habe ich dann die Räder flott gemacht und alles vorbereitet für den nächsten Tag. Um 2 Uhr nachts werde ich fertig mit allem und falle etwas gestresst in die Federn.

Um 7 Uhr ist die Nacht auch schon wieder vorbei. Im Halbschlaf taumle ich zur Kaffeemaschine und lasse mir einen doppelten Espresso heraus. Das muss helfen, um den Schlafmangel auszugleichen.

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Zu unserer Überraschung, geht kurzentschlossen noch unser Sohn Eric mit auf Tour. Mit den Rädern fahren wir über die Rhenaniastraße zum 10 km entfernten Hauptbahnhof nach Mannheim. Mit Rückenwind sind wir überpünktlich da. Um 9:54 Uhr fährt der Zug los. Unsere Zugfahrt nach Metz mit den Rädern ist leider nur mit 3-maligem Umsteigen möglich. In Neustadt wird gerade das Kuckucksbähnle eingeheizt und bringt seine Fahrgäste nach Elmstein zum Mittelaltermarkt. Bis Neustadt wird die S-Bahn mit jeder Haltestelle immer voller. Irgendwann denken wir,  jetzt passt aber wirklich niemand mehr rein. Aber wir täuschen uns an jeder Haltestelle auf’s Neue. Es geht doch.

Der nächste Halt ist in Wissembourg, dann Straßburg und zu guter Letzt steigen wir um 14:15 Uhr in Metz aus dem Zug. Auf dem Bahnhofsplatz suchen wir vergeblich nach unserer Wegmarkierung. Die Karte im Bikeline-Radtourenbuch ist leider nicht genau genug, um den Weg zur Mosel zu finden. Also hangeln wir uns nach der genauen Wegbeschreibung im Bikeline-Buch zur Mosel. Das klappt auf Anhieb. Ab hier geht der Radweg mehr oder weniger schnurstraks an der Mosel entlang, es ist beschildert und man kann sich kaum noch verfahren. Im selben Moment hat mein GPS alle Satelliten gefunden und auch der Track ist auf dem Display zu sehen. Wir sind überrascht, dass der Fluss hier schon so breit ist. An und für sich haben wir eher ein Rinnsal erwartet. Endlich dürfen wir in die Pedale treten, lange haben wir darauf warten müssen.

Es ist uns selbst fast schon unheimlich, aber wir haben schon wieder dieses unglaubliche Glück, dass die strahlende Sonne uns begleitet. Fahrt mit uns in Urlaub und ihr habt schönes Wetter. 🙂

Wir strampeln noch 35 km bis Thionville und finden eine wunderschöne Bleibe „Kyriad Prestige“. Am Abend gehen wir zum Chinesen gegenüber, bedienen uns am Büffet und bunkern ein paar Kohlehydrate für morgen.

Das Leben aus Satteltaschen und Plastiktüten hat begonnen. Herrlich!

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