2016 Mosel-Radweg: Von Thionville nach Nittel

Im Zimmer bedienen wir uns selbst am Kaffeekocher und nehmen den daneben liegenden Keks.
Das französische Frühstück in den Hotels ist ja bekanntlich oft sehr spartanisch, so dass wir gleich darauf verzichten und uns in der Fußgängerzone selbst versorgen. Es gibt leckere Croissants.
Bis zur Mosel sind es nur wenige hundert Meter. Ab hier ist sie auch immer in Sichtweite. Ausgenommen an einer Stelle, an der der Fluss eine Rechtskurve macht und wir über die Weinberge geradeaus fahren. Es sind nur noch 31,5 km durch die wunderschöne französische Landschaft. Wenige Kilometer vor Schengen trennt die Mosel Luxemburg vom Saarland. Den kleinen Abstecher in das historisch bedeutende Schengen lassen wir uns nicht nehmen. Denn das kleine Winzerdorf an der Mosel wurde wegen des ‚Schengener Abkommens“ von 1985 bekannt. Dieses Abkommen garantiert den freien Waren- und vor allem den freien Personenverkehr innerhalb jener Länder, welche diesem Abkommen beigetreten sind. Die Mosel fließt als breiter Strom durch ihr Tal, das von Weinbergen an den sanften Hängen geprägt ist. Das Schengener Eck bildet heute eine touristische Region.

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Der Mittagskaffee ruft und Sabine flitzt auf einmal los, als hätte sie eine Tarantel gestochen. Auf einmal ist sie weg. Hinauf auf den Berg. Rufen zwecklos. Zu viele Autos auf der Bundesstraße, das hört sie nicht. Dreht sich aber auch nicht um. Sie vergisst wohl,  dass sie ihr eBike auf hohe Stufe gestellt hat und wir hinterherkeuchen müssen. Letztendlich treffen wir uns 150 hm weiter oben, aber kein Café in Sicht. Also sausen wir wieder runter zur Mosel.
Ein paar Kilometer vor Wies machen uns Schilder mit der Aufschrift „Die Durststrecke hat bald ein Ende“ Hoffnung auf einen leckeren Kaffee. Wir legen also einen Kaffestopp an der „Moselbrück“ ein, deren Leitsatz da lautet „Hauptsach gut gess un getrunk“. Und tatsächlich – der Kaffee war auf italienischem Niveau.
Wir treten noch mal die letzten Kilometer in die Pedale. Der Rückenwind hilft uns, das heutige Etappenziel Nittel schnell zu erreichen. Den 2. Tag beenden wir mit 65 km. Viele ausgebuchte Zimmer gibt es hier, aber wir werden dennoch fündig.
Das Abendessen ist zwar nicht so berauschend, aber wir kompensieren es mit guter Laune auf der sonnigen Terrasse.

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