05.06.2017 Jakobsweg: Von Aldaia Nova nach Arcos


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Erkenntnis des Tages:
28km Wanderung mit Rucksack in der Hitze sind kein Pappenstiel, wird aber fürstlich belohnt.

Um 7 Uhr haben wir uns wieder von unserer gestrigen Wanderung erholt. Unsere Gastgeber kredenzen uns ein fantastisches Frühstück mit einem selbst zubereiteten Obstsalat.

Immer wieder kommen sie an unseren Tisch und fragen uns freundlich lächelnd ob es uns an etwas fehlt.

Pilgerherbergen gibt es hier noch nicht, deshalb nehmen wir uns Zimmer. Das Doppelzimmer mit dem fantastischen Frühstück gibt es hier für 50€.

Der Caminho geht weiter auf dem Holzplankenweg auf Stelzen, welcher sich kilometerlang durch die Dünen schlängelt. Eine Traumkulisse reiht sich an die Andere.

Bitte verzeiht mir, dass ich dieses mal die Fotos wenig aussortiere und nicht bearbeite, aber nach einer langen Wanderung in der Hitze hat man nicht mehr so die Muse, um nach fotografischer Perfektion zu streben. Alle Bilder sind ‚out-of-the-box‘. Seht es vielmehr als Reisedokumentation oder als elektronisches und öffentliches Reisetagebuch.

Wir machen eine ausgiebige Rast in einem Strandpavillon kurz vor Vila do Conde und genehmigen uns ein Fischgericht. Das ist auch notwendig, denn es liegen noch viele Kilometer Wegstrecke vor uns. Gut gestärkt geht es also weiter ins Landesinnere zum traditionellen Caminho. Bislang laufen wir auf der Alternativroute, welche direkt an der Atlantikküste entlang geht.

Der Weg geht ab hier parallel an einer Landstraße aus Asphalt und Kopfsteinpflaster entlang. Große Teilstücke davon müssen wir uns mit den rasenden Portugiesen auf der Straße teilen. Einige große Teilstücke der Straße sind sehr schmal und werden rechts und links des Weges von meterhohen Steinmauern flankiert. Auf der unübersichtlichen, kurvenreichen Strecke für Wanderer kein großes Vergnügen. Denn wenn jemand handyspielend der Wand näher kommt, rutscht einem schon mal kurzzeitig das Herz in die Hosentasche. Aber wir wären nicht auf dem Caminho, wenn das nicht alles gut gehen würde. Unser Ziel ist Arcos, wo wir gestern ein Hotel vorgebucht haben, weil der Reiseführer mahnt, dass hier die Zimmer sehr spärlich gesäht sind.

Wenn man bereits 20km gelaufen ist und sich mental auf (laut Reiseführer) verbleibende 3km einstellt und es dann doch 8km bergauf werden, kann man sich kaum vorstellen, wie sich das wie Kaugummi zieht. Zudem ist der frische Wind von gestern weg und es ist sehr warm.
Unser Reiseführer ist leider voll von Fehlinformationen.

Die Geschichte nimmt aber wieder ein gutes Ende, denn unsere Unterkunft Hotel Villa d’Arcos gleicht einem fürstlichen Anwesen. Alles äußerst geschmackvoll hergerichtet, sowohl im Außenbereich als auch das Interieur. Mitten im Niemandsland ein Gut der Schönheit. Wir fühlen uns ein bisschen wie Sissi und Kaiser Franz Joseph.
Am Abend sitzen wir an einer langen Tafel für 10 Personen, welche für 6 Personen eingedeckt ist und speisen mit zwei unterhaltsamen gleichgesinnten Pilgerpärchen im Rentenalter. Es gibt ein sehr schmackhaftes und wundervolles 3-Gängemenü, serviert von zwei jungen und freundlichen Portugiesinnen, die stets um unser Wohl besorgt sind.

Pärchen 1 ist aus Wesel, Pärchen 2 aus der Nähe von Zürich. Wir alle haben uns viel zu erzählen, denn jeder von uns hat schon viel auf Jakobswegen erlebt. Man bekommt wieder Tipps, welche Herbergen zu empfehlen sind und so geht wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

P.S. Die GPS-Aufzeichnung heute wieder ca. 1km zu spät eingeschaltet.



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