09.06.2017 Jakobsweg: Von Ponte de Lima nach São Roque


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Erkenntnis des Tages: Auch kleine Schritte führen zum Ziel

Der Blick aus dem Balkon um 7 Uhr in Richtung Berge ist nicht sehr vielversprechend. Schwarze Wolken hängen am Himmel – es sieht aus als wäre viel Wasser darin, um sich über uns zu ergießen.
Das Frühstück in Portugal muss man wirklich lobend hervorheben, es ist immer Topp und die Portugiesen sind an Freundlichkeit kaum zu übertreffen.
Der Kaffee aus den großen Siebträgermaschinen ist herrlich und kein Vergleich zum Kaffee aus dem Vollautomaten, geschweige denn zum Filterkaffee. Fast immer gibt es frisch gepresste Säfte zum Frühstück. Unsere Bleibe muss einmal ein alter Kaufladen gewesen sein, denn ringsherum sind Vitrinenschränke. Teilweise findet man alte Werbe-Blechtafeln und Geschirr darin.

Zufälligerweise schlafen Barbara und Bernhard aus Wesel auch hier und kommen in den Frühstücksraum.

Als wir auf die Piste mit dem gelben Pfeil gehen, haben sich die üblen Wolken von tiefschwarz in dunkelblau gefärbt. Die Sonne scheint aber hindurch und hat genügen Kraft, sie im Laufe des Tages zu entmachten, sodass wieder kein Tropfen Regen fällt und es zwischendurch auch schon mal heiß wird.

Zunächst geht es in einen Feldweg neben einem Bach, der später zu einem Pfad wird. Bei Regen kann dieser von Weinlauben und Brombeerranken gesäumte Weg stark geflutet sein.

Unterwegs überholen wir die beiden Barfußläuferinnen, die Mutter mit ihrer 6-7 jährigen Tochter.

Circa 2,5 Stunden brauchen wir, um zum Fuße des Anstiegs zu kommen. Bis dahin geht es in Wellen bergauf.

In Codeçal nutzen wir die letzte Einkehrmöglichkeit, vor dem steinigen, steilen und im Wald verlaufenden Anstieg. Wenig später kommen Ruth und Walter aus der Schweiz und Barbara und Bernhard aus Wesel. Auch das englische ungleichaltrige Paar ist wieder da. Wir haben sie schon viele Male unterwegs gesehen.

Nach knapp einer Stunde Klettern erreichen wir das ‚Cruz dos Franceses‘. Der Legende nach haben an dieser Stelle Napoleons Nachzügler eins auf die Mütze bekommen. Ähnlich wie am Cruz de Ferro am Camino Francés, legen hier die Pilger Erinnerungsstücke und Steinchen nieder.

Nach weiteren 15 Minuten kommen wir am felsigen Gipfelplateau „Alto da Porzela Grande de Labrujo“ an, von dem man eine wunderbare Aussicht auf die waldigen Täler hat. Auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung verweilen wir ein wenig, um das Panorama in uns aufzusaugen.

Ab hier geht es jetzt zuerst steinig, später sandig, aber stetig bergab. Oftmals durchlaufen wir Dächer aus Rebenranken, die uns einen angenehmen Schatten spenden.

Kurz vor São Roque legen wir an einem Wohnwagen-Imbiss nochmal eine Pause ein und essen ein Omlette mit Salat und Toasts. Ein Olivenbaum bietet uns Sonnenschutz und ein Tisch ist um den Baumstamm befestigt. Drumherum sind einfache Holzbänke ohne Lehne.

Wir treffen wieder die beide Pärchen aus Wesel und der Schweiz. Auch die zwei Münchnerinnen, denen wir schon in der Casa Fernanda begegnet sind, pausieren hier. Nachher trudeln auch noch das ungleichaltrige englische Paar ein.

Nach einem weiteren Kilometer ist dann die Wanderung auf einmal zu Ende, denn eine große Werbetafel lockt die Pilger in die Unterkunft „O Reposo do Peregrino“.

Wir haben viel Zeit für Wäsche- und Körperpflege, bevor uns der Fahrdienst um 18.30 Uhr in den nächsten Ort zum Essen fährt, denn scheinbar gibt es hier weit und breit nichts.



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