02.08.2017 Bodensee-Königsee & Alpe Adria Radweg: Von Bühl am Alpsee nach Hopfen am See


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Erkenntnis des Tages: Nur gut, dass es Schutzengel gibt

Als wir gestern unsere Schutzzone verlassen haben und zum Zelt gegangen sind, war die Spannung sehr groß. Das Unwetter hat seht stark gewütet. Orkanböen und heftiger Regen machten die Gegend unsicher. Der Blitz muss auch in unmittelbarer Nähe eingeschlagen haben, denn Blitz und ein heftiger Donner krachten quasi gleichzeitig ein und in diesem Moment war das Mobilfunknetz für eine Stunde lahmgelgt. Im Aufenthaltsraum zuckten vor Schreck so manche Schultern nach oben. Als es wieder aufhörte gingen wir mit großer Spannung an unsere teuere Neuanschaffung. Aber dem Zelt ist glücklicherweise nichts passiert. Der Zeltplatz steht zwar knöcheltief unter Wasser aber alles ist noch heil. Da wir vorsorglich alles in unsere wasserdichte Satteltaschen verstaut haben ist weiter nichts passiert.

In der Nacht zog dann nochmal ein Gewitter in etwas abgeschwächter Form an uns vorbei. Es war etwas weiter weg, so dass wir es wagten, im Zelt zu bleiben.

Morgens um 7:00 Ihr sind wir putzmunter. Diesmal sind wir die ersten, die den Platz verlassen. Am Morgen scheint die Sonne und alles kann trocken verstaut werden. In Immenstadt frühstücken wir in einer Bäckerei. Sie servieren auch unseren heiß geliebten Kaffee aus der Siebträger-Kaffeemaschine. Die Fahrt hat es heute wieder in sich. Teils sehr schwere Anstiege gepaart mit großer Hitze. Aber landschaftlich absolut abwechslungsreich. Jede Kurve bietet neue traumhafte Bergkulissen. Heute überqueren wir den höchsten Punkt des Bodensee-Königsee-Radweges in Haag. Kurze Zeit später sind wir in Oy und machen dort eine Kaffeepause bei selbstgebackenem Pflaumenkuchen.

Die vielen Höhenmeter kommen nicht durch hohe Berge zustande, sondern durch immer wiederkehrende Anstiege. Dafür gibt es auch sehr häufig tolle und rasante Abfahrten. Auf einer solchen Abfahrt ist am Ende eine relativ enge Linkskurve. Sabine rast mit gut 55 km/h auf die Linkskurve zu. Ich fahre hinter ihr in sicherem Abstand und wundere mich, warum so tollkühn auf die Kurve zu fährt. Sie bremst extrem spät und merkt, dass sie mit diesem Tempo nicht um die Kurve kommt. Jetzt bremst sie und legt sich gleich dazu links in die Kurve hinein. Das Hinterteil des Rades fängt an zu schlingern. Das Schlingern wird immer schlimmer und baut sich bedrohlich auf. Mir stockt der Atem und habe große Angst. Wenn sie sich mit diesem Tempo hinlegt ist im günstigsten Fall der Urlaub vorbei. An die Schürfwunden und Knochenbrüche mag man gar nicht erst denken. Aber Sabine macht das einzig richtige und lässt die Bremsen wieder los. In diesem Augenblick hört das Schlingern auf und um Haaresbreite kriegt sie noch die scharfe Kurve. Phuuu, das war knapp. Uns zittern beide die Knie. Noch Stunden später geht uns der Beihnahesturz noch nach. Den Schutzengel sollte man für heute nicht mehr überfordern.

Um 15 Uhr kommen wir am Hopfensee an. 57 km und 880 Hm sollen genug sein für heute. Es gibt zwei Campingplätze hier. Einen am Ortseingang und einen am Ortsausgang. Zuerst fahren wir zum Campingplatz am Ortsausgang. Aber es ist riesiger Platz und als sich die ersten Kläffer in der Wolle haben, haben wir auch schon genug und fahren zurück auf den kleinen überschaubaren Camping am Ortseingang. Wir bauen in der Gluthitze das Zelt auf und gehen noch eine längere Runde an den Badestrand des Hopfensees. Das kühlende Nass ist der richtige Abschluss des Tages. Das heißt nein, das Abendessen beim Italiener setzt dem Ganzem noch die Krone auf.



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