07.08.2017 Bodensee-Königsee & Alpe Adria Radweg: Von Rohrdorf nach Roßdorf


Reisedaten: 77 km bei 655 Hm


Erkenntnis des Tages: Wiedersehen macht Freude

Um 7 Uhr sind wir schön ausgeschlafen. Alle gewaschenen Sachen sind in der Nacht am den Heizkörpern getrocknet. Sofern es nicht wieder in Strömen regnet, sind wir für die nächsten paar Tage gut gerüstet.
Die Frühstücksauswahl im Hotel zur Post ist klasse. Sogar Bircher-Müsli gibt es für die Gäste. Angereichert mit Obst ist es der ideale Brennstoff für den lustigen Radfahrer.
In der Tiefgarage haben wir die Räder in Sicherheit gebracht und das nasse Zelt zum Trocknen über eine Stange gehängt. Wir verstauen alles wieder an seinen Platz und los geht´s. Die Abfahrt gleich am frühen Morgen ist flott, erfrischend und wunderschön, aber leider bemerken wir recht spät, dass wir in die falsche Richtung fahren.
Also wenden wir und kurbeln die schöne Abfahrt in die Gegenrichtung wieder hoch, um den richtigen Einstieg zu finden.
Leider entpuppt sich der richtige Weg als einen 11,5 km langen langen Anstieg. Zwar nicht sehr steil, aber es geht immerzu gleichmäßig die alte Bahntrasse nach oben. 4 km davon sind gerade neu geteert worden, wunderbar glatter Belag und schön zu fahren. Ein großer Teil der heutigen Route führt parallel zu Landstraßen oder Bundesstraßen entlang. Eine Strecke, bei der man recht schnell Kilometer runterfahren kann. Im Nu haben wir ohne Pause die ersten 40 km bis nach Bergen im wahrsten Sinne „runtergerissen“. In einem netten Café machen wir Pause bei Kaffee und Kuchen. Genau dort waren wir 2014 auch schonmal gesessen, nur dass dieses Jahr bedeutend mehr Wespen auf dem Kuchen sitzen. Nebenbei erwähnt, bin ich auf dieser Tour inzwischen schon 3x von einer Wespe gestochen worden. Erfreulicherweise schmerzen die Stiche aber nicht so sehr, wie ich das sonst so kenne. Die Tierchen sind auch deutlich kleiner wie üblich.
Weiter geht die Fahrt bis Traunstein. Hier gibt´s zwei kleine Kügelchen Eis zur Belohnung (Foto).
Über eine steile Rampe geht es aus Traunstein hinaus und auch die Weiterfahrt nach Teisendorf ist sehr hügelig.
Ich muss kurz austreten und sage zu Sabine, dass sie getrost weiterfahren kann. Eine wundervolle Abfahrt von 1-2 km Länge. Sabine fährt nach Schildern und ich nach Bikeline-GPS-Route auf meinem Navi. Dummerweise stimmt das nicht immer überein. Auf diese Weise trennen sich unsere Wege. Ich weiß nichts davon, dass Sabine im nächsten Ort auf mich wartet. Ich denke sie ist weitergefahren. Sabine macht sich Sorgen und denkt mir wäre etwas passiert und kurbelt die ganze schöne 1-2 km Abfahrt wieder hinauf, um mich zu suchen (statt das Telefon in die Hand zu nehmen …. tststs). Ich habe zwischenzeitlich mehrmals versucht sie telefonisch zu erreichen, aber sie hört das Klingeln nicht. Eine halbe Stunde später klingelt endlich mein Telefon und wir verabreden uns im nächsten Ort. Wiedersehen macht Freude. 🙂

Ab hier verlassen wir den Bodensee-Königsee-Radweg, den wir bereits 2014 bis zum Königsee gefahren sind.
Unsere Trainingsstrecke haben wir also mal geschafft und kommen jetzt zu unserer eigentlichen Route, den Alpe-Adria-Radweg. Er fängt allerdings erst in Salzburg an. Über die FB-Gruppe Radreisen erfrage ich eine empfehlenswerte Strecke vom Bodensee-Königsee-Radweg zu unserem Startpunkt Salzburg. Binnen weniger Minuten kommt auch schon eine Empfehlung: Von Teisendorf über den Mozartradweg nach Salzburg. Am Ortsausgang von Teisendorf trennen wir uns dann von unserem geliebten und landschaftlich wunderschönen Bodensee-Königsee-Radweg und kurbeln noch die letzten Kilometer auf dem Mozartradweg bis nach Roßdorf.

Ganz locker stehen dann auf einmal 77km und 655 Hm auf dem Tacho. Vielleicht ist es die fehlende Hitze, die es uns so leicht fallen lässt, möglicherweise macht es sich aber auch bemerkbar, das wir nun „eingefahren“ sind.

Da kein Camping in der näheren Umgebung ist, nächtigen wir heute in einer privaten Pension. Die betagte Gastgeberin ist sehr freundlich, aber auch sehr redselig. Sie heilt alle ihre großen und kleinen Wehwehchen mit Olivenöl und referiert darüber ohne Punkt und Komma. Ein riesiges Haus mit vielen Zimmern. Ein Garten, in dem Laufenten frei herum laufen. Im Badezimmer ein Zettel mit verschiedenen Anweisungen im Befehlston. Aber man sollte nicht alles schlecht reden. Die über 70-jährige lebt für Ihre Gäste und bietet ein Doppelzimmer für 38 € inkl. Frühstück an. Da haben wir auf manchem Campingplatz mehr bezahlt. Gerade ist noch ein radreisendes Pärchen aus Leer angekommen. Wir trinken noch zusammen ein Bierchen und tauschen unsere Radurlaube aus. Die Mondfinsternis bekommen ich gerade noch so von unserem Balkonfenster mit, aber dank fehlendem Supertele gibt es davon, zu Eurem Glück, keine Fotos.



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