09.08.2017 Bodensee-Königsee & Alpe Adria Radweg: Von Golling an der Salzach nach Bad Gastein


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Erkenntnis des Tages: 75,407 km und 1930 Hm müssen nicht zwangsweise weh tun

Am frühen Morgen um 6:45 Uhr tröpfelt es noch auf unsere Zeltwand, aber es hört schon 5 Minuten später wieder auf. Wir stehen gleich auf, trocknen das Zelt so gut es geht, schlagen gleich alles ab und verräumen die Sachen. Wer weiß ob das Wetter hält, denn es sieht immer noch nach Regen aus. Wir haben kein Frühstück dabei und hier gibt es auch weiter nichts, also müssen wir das auf später verschieben.

Hinter Golling beginnt der 15 km lange Abschnitt auf der vielbefahrenen Bundesstraße über den Pass Lueg durch das enge Salzachtal nach Werfen. Der Bikeline-Reiseführer rät dazu dieses Teilstück mit dem Zug zu umfahren. Auch zwei Radfahrer, die auf unserem Campingplatz sind, sind ein Stück gefahren, aber an der nächsten Möglichkeit in den Zug gestiegen. Es sei viel zu gefährlich, da man eingeklemmt ist zwischen rechter Leitplanke und linker Felswand. Die Straße ist extrem schmal und auch LKW donnern ungebremst durch die enge Schlucht hindurch.

Wir nehmen den dringenden Rat von Bikeline und den beiden Radler an und fahren zunächst zum nahegelegenen Bahnhof Golling um den gefährlichen Abschnitt zu vermeiden. Am streikenden Ticket-Automaten steht ein fluchender Opa mit Tochter und drei Enkeln. Eine Mitarbeiterin vom Reinigungsdienst der Österreichischen Eisenbahn versucht dem schlecht gelaunten Opa zu helfen, aber auch sie schafft es nicht ein Ticket zu ziehen. Wir versuchen auch unser Glück, aber es klappt auch nicht. So werden wir automatisch zum Schwarzfahrer von Golling nach Werfen, denn der Automat ist defekt. Wir werden dafür eine extra Almdudler auf die ÖBB trinken.

In Werfen frühstücken wir in einer Bäckerei und bekommen sogar einen Kaffee. Die Burg Hohenwerfen liegt idyllisch oberhalb der Stadt (Foto)

Bis Bischofshofen geht es an der Salzach entlang, ebenso bis St. Johann. Dort blicken wir in die Pfarrkirche, auch Pongauer Dom genannt. Er wurde nach einem Brand von 1855 bis 1861 im neugotischen Stil als dreischiffige Basilika aufgebaut.

In einem netten Bistro unterhalb werden wir von einem pfiffigen und schlagfertigen Kellner bedient, der seine Gäste der Reihe nach zum Lachen bringt. Hier nehmen wir unser 2. Frühstück ein.

Und es geht auch munter weiter mit den Wespenstichen. Dieses mal erwischt mich so ein Vieh kurz unter dem Nagelbett am Mittelfinger. Mittelfinger schwillt an. Der Kellner bringt Eis. Das hilft den Schmerz zu lindern oder zumindest zu verlagern. Dieses mal schmerzt es deutlich mehr. Die österreichischen Wespen haben´s scheinbar besser drauf als die kleinen deutschen Wespen.

Weiter geht´s nach Schwarzach im Pongau ab hier geht´s 200 Hm steil hinauf zum Ausgleichsbecken und ab hier immer wieder ein ständiges Auf und Ab, teils mit steilen Anstiegen. Beim Absteigen für ein Foto trete ich knöcheltief in die Kuhscheiße (Foto). Der schöne neue Radschuh. Es ist heute ein harter Arbeitstag bei herrlichem Wetter.

Zwar sollte man ab Schwarzach auch die Bahn oder den Bus ins Gasteiner Tal nehmen, denn die Verkehrsbelastung auf der Gasteiner Bundesstraße durch den 1,5 km langen Klammtunnel ist erheblich, aber hier widersetzen wir uns dem Rat des Reiseführers und fahren lieber mit dem Rad. Im Tunnel ist eine eigens abgetrennte Spur für Radfahrer, trotzdem ist es extrem laut und die Abgase sind eine große Belastung, zumal es im Tunnel bergauf geht. Wir schützen unsere Atemwege indem wir unser Buff doppelt über Mund und Nase ziehen um zumindest die Rußpartikel fernzuhalten.
Landschalftlich hat sich das (bis auf den Tunnel) sehr gelohnt. Spektakuläre Ausblicke sind die Belohnung unsere Mühen.

In Dorfgastein machen wir eine Pause auf einer Bank und Sabine schläft vor Erschöpfung ein. Während Sabine schläft, mache ich ein paar kleine Reparaturen am Rad. Nach einer Stunde nehmen wir die letzten 15 Kilometer bis Bad Gastein in Angriff. Tendenz immer noch steigend. Hinter Dorfgastein erfrischen wir uns am Wassertretbecken und fahren nach einem kurzen Stopp gleich weiter.

In Bad Gastein steuern wir den ersten der drei Campingplätze an. Er wird von Holländern betreut und der Chef heißt lustigerweise auch René. Auf diesem Platz könnte man meinen, man mache in Holland Urlaub, denn überall wird niederländisch gesprochen. Wir nehmen noch ein erfrischendes Bad im Pool.

Unser Abendessen besteht aus den Pasta-Resten vom Vortag. Zum Nachtisch gibt es einen Fruchtmüsliriegel.

Das große Trampolin ist 5 Meter von unserem Zelt entfernt und im Dauereinsatz von vielen kleinen schreienden Holländern. Aber nach dieser Mördertour ist uns, glaube ich, so ziemlich alles egal. Wir werden wahrscheinlich schlafen wie die Murmeltiere, denn als wir unsere Reisedaten aus dem GPS gezogen haben, sind wir doch ganz schön erstaunt. Wir sind 75,407 km und 1930 Hm gefahren. Im Nachhinein habe ich aber vergessen, das der Zug uns ja ca. 17 km und ca. 200 Hm vorwärts gebracht hat. Diese gilt es vom GPS-Ergebnis zu subtrahieren.

Mit dem Wetter haben wir auch wieder sehr viel Glück und erleben ein herrlichem Tag bei Sonnenschein.



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