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Donau-Radweg Tag 10: Von Deggendorf-Seebach nach Passau

Die warme Heizung im Bad haben wir genutzt. Die Wäsche ist nun wieder frisch und über Nacht getrocknet.
Um 6.30 bin ich hellwach, wenig später höre ich es auch neben mir rascheln. Scheinbar hat sich unser Körper an die Anstrengung gewöhnt und wir brauchen nun nicht mehr so viel Schlaf. In der Anfangszeit hätten wir wahrscheinlich vor Müdigkeit durchgeschlafen, wenn da nicht ein Wecker geklingelt, oder jemand im Nachbarzelt Radau gemacht hätte.
Im Frühstücksraum gesellen sich ca. 25 gut gelaunte Holländer zu uns. Ich gebe mich aber nicht zu erkennen und verfolge lieber untentdeckt und interessiert ihre Gespräche.
Um kurz vor 9 Uhr sitzen wir auf dem Rad. Die Luft ist noch wunderbar frisch und fein und wir füllen unsere Lungen bei jedem 4. Pedaltritt mit einem tiefen Atemzug.
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Es läuft heute wieder rund auch ohne Rückenwind, es gibt keine nennenswerten Anstiege, wenn man mal von ein paar Über- und Unterführungen oder Brücken absieht.

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Der Radweg geht heute sehr nah an der Donau entlang. Das ist nicht immer so; auf manchen Streckenabschnitten kann man nur an den Bäumen erkennen, wo der Fluss sein Bett hat. Rechterhand Felder, so weit das Auge reicht.

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Der Boden ist hier sehr fruchtbar, deshalb wird es auch die Kornkammer Niederbayerns genannt. Linkerhand haben wir immer die Berge des Bayerischen Waldes im Blick.
Ein paar Kilometer vor Vilshofen fängt der Planetenweg an. Er ist Teil des Donau-Radweges. Hier werden sehr anschaulich über eine Strecke von 1km die Planeten unseres Sonnensystems masstabsgetreu als Skulpturen jeweils auf einem großen Felsen dargestellt.

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Auch die Abstände zwischen den Planeten. Der Abstand von Sonne zur Erde beträgt hier ca. 130 Meter. Die Sonnenskulptur ist ein großer oranger Feuerball von ca. einem Meter Durchmesser, die Erde hingegen ist ein winziges Kügelchen aus Edelstahl, welches auf einem Felsen befestigt ist.

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Vilshofen schauen wir uns per Velo an und machen hier und da ein Foto und ruhen uns bei einem Kaffee etwas aus.

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10km vor Passau machen wir auf einer Bank eine kurze Rast und haben den Rad-Wanderweg direkt vor uns. Das ist besser wie Kino. Sabine bekommt ihren berühmten Lachanfall, als sich von rechts nach links ein überdimensionaler Bierbauch mit Gummiclogs an uns vorbei schiebt. Von links nach rechts eine Frau, die ihren schönsten geblühmten Sonntagsrock aus der Altkleidersammlung vorführt.
Wenig später fährt ein alter Mann in bayrischer Tracht mit einem knallroten Fahrrad mit riesigen 40 Zoll Rädern an uns vorbei. Wir müssen schnell aufbrechen, sonst lachen wir uns noch tot.
Weiter geht’s in die Dreiflüssestadt Passau, eine der schönsten Städte Deutschlands. Zunächst radeln wir an den 3-Flüsse-Punkt, wo  Ilz, Inn und Donau zusammenfließen.

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Wir knobeln, ob wir heute ein Zimmer nehmen oder einen Camping aufsuchen. Ich habe gewonnen und es geht zum Camping ‚Kanu‘. Wie der Name schon sagt, wird der Campingplatz vom Kanuclub unterhalten und liegt sehr idyllisch an der Ilz.

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Wir bauen schnell das Zelt auf, machen uns frisch, fahren wieder in die Altstadt und besuchen noch den Dom St. Stephan mit größtem italienisch-barocken Kirchenraum nördlich der Alpen. Der Dom beherbergt die größte Domorgel der Welt mit 17.974 Pfeifen, 233 Registern und 4 Glockenspielen.

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Zum krönenden Abschluss des Tages geht’s heute zum Italiener: Buon appetito & buonanotte!

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Donau-Radweg Tag 9: Von Wörth nach Deggendorf-Seebach

Wieder einmal in einem richtigen Bett zu liegen ist, als ob man auf einer Wolke schwebt, insbesondere dann, wenn wie in meinem Fall, die Isomatte ein unauffindbares Leck hat und man morgens jeden Knochen spürt.
Unsere Gastgeberin ist das Gegenteil von schweigsam, wir haben eine rege Unterhaltung über deutsche Dialekte, Menschen und deren Eigenschaften. Das Frühstück ist sehr reichhaltig und sie bietet uns sogar an, den Rest der Brötchen für die Fahrt mitzunehmen. Drei verschiedene Marmeladensorten, alles selbst gemacht. Eine besser als die andere. Ein frisches Frühstücksei vom Bauern. Wir sind bestens versorgt. Als wir auf unsere Räder aufsteigen wollen, kommt ein Schauer herunter. Diesen warten wir ab. Bis wir endlich loskommen ist es 10:30 Uhr, aber ein bisschen Urlaub soll es ja auch sein.

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Wir fahren die 25 km nach Straubing in einem Rutsch durch. Das schaffen wir mit Rückenwind in etwas mehr als einer Stunde. Von Straubing aus ist es zur Nordsee nicht mehr weit, zumindest dorthin, wo es den leckeren Fisch zu essen gibt.

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Gut gestärkt suchen wir einen Radladen auf, um meine zerbrochene Luftpumpe zu ersetzen. Der erste Laden im Ort erinnert mehr an einen unaufgeräumten Trödelladen. Der Besitzer sucht geschlagene 10 Minuten, um mir schlussendlich mitzuteilen, dass er keine Luftpumpe finden kann. Also doch zum Stadler stadtauswärts fahren. Der hat dann auch gleich 10 verschiedene Pumpen im Sortiment. Das verlorene oder gestohlene Klemm-Schutzblech und ein paar Beinlinge für Sabine werden auch noch mit eingepackt.

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Weiter geht’s mit viel Rückenwind Richtung Deggendorf. Das tut richtig gut und wir lassen es laufen. Nur in Bogen legen wir einen kurzen Stopp ein, um eine Brotzeit zu machen.

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In Deggendorf sehen wir uns den Campingplatz an und werden bitter enttäuscht. Auch werden wir von den Dauercampern wie Außerirdische angeschaut, so dass wir uns entscheiden, lieber ein Zimmer zu suchen.

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In der Ferne hören wir laute Musik. Unsere Neugier zieht uns magisch an. In der Donau-Strandbar ist gerade Urlaubsstimmung angesagt und ein bunter Haufen Square-Dancer hoppelt immerzu im Quadrat. Wir bestellen einen Milchkaffee und schauen dem munteren Treiben eine Weile zu.

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In Deggendorf haben wir zum ersten Mal Schwierigkeiten, ein bezahlbares Zimmer zu bekommen. Deshalb versuchen wir es 5 km weiter in einem Vorort von Deggendorf. In Seebach werden wir letztendlich fündig und strampeln nochmal lustig die letzten Kilometer mit Rückenwind dorthin.
Die Mühe hat sich gelohnt, ein tolles Gästehaus Zwickl mit einem guten Restaurant und unsagbar günstigen Preisen.

Wir haben Beide das Gefühl, dass uns die 76 km nichts ausmachen. Wahrscheinlich liegt es aber auch am Wind von hinten.

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Donau-Radweg Tag 8: Von Hermsaal nach Wörth

Die Nacht ist außergewöhnlich ruhig. Das hätte durchaus anders kommen können. Der Vater, der mit insgesamt 5 Kindern unterwegs ist, hat seine drei eigenen Nachkömmlinge und zwei Neffen gut im Griff. Er stellt sein Zelt in ferne Beobachtungsposition und die Kinder bauen ihre Zelte selbstständig auf. Kein Murren, kein Raunen, kein Streit und kein Geschrei. Hier zeigt sich mal wieder, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Der Vater mit gutem Vorbild voran.

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Am Morgen genauso. Alles geht leise vonstatten, so leise, dass bereits zwei Zelte abgebaut sind, während ich den Reißverschluss unseres Zeltes öffne.

Wir sitzen wieder zusammen mit der 78-jährigen Frau unter einer Überdachung, haben eine anregende, gute Unterhaltung und frühstücken an einem Tisch. Wir kochen 6 Eier, wovon wir einen Teil hart gekochter Eier mitnehmen für die Fahrt. In der Zwischenzeit trocknet die Sonne das Außenzelt und die Plane worauf unser Zelt steht.
Einpacken, duschen, Wasser auffüllen, Sonnencreme auftragen und los geht’s zur Etappe 8.

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Der Donauweg geht hier direkt an der Donau entlang. In Bad Abbach decken wir uns beim nächsten Bäcker mit belegten Fladenbroten ein und fahren nach einer kurzen Pause weiter bis Regensburg.

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Regensburg ist eine bemerkenswerte Stadt. Über 2000 Jahre zählt ihre Geschichte schon, und hier sind so viele mittelalterliche Gebäude erhalten, wie kaum an einem anderen Ort. Wir fahren über die Steinerne Brücke, um das bekannte Postkartenmotiv einzufangen. Allerdings ist diese zum großen Teil wegen Sanierungsarbeiten verhüllt.

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In der Altstadt lassen wir uns in der Nähe des alten Rathauses in einem netten Café nieder, schreiben ein wenig Tagebuch und genießen den Milchkaffee und einen großartigen gedeckten Apfelkuchen.
Wir besichtigen noch das Wahrzeichen der Stadt,

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den Dom, dessen Bau bereits im 8. Jahrhundert begonnen hat. Die endgültige Fertigstellung dauerte bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist unglaublich, zu welch architektonischen Leistungen Menschen früher schon imstande waren.

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Dann fahren zum fürstlichen Schloss Thurn & Taxis…und was sehen wir? ….. Nichts, das heißt, nicht viel… oder, wir haben eine andere Vorstellung vom Schloss.
Anschließend cruisen wir noch ein wenig ziellos durch die Altstadt, überqueren dann die Donau und halten den Kurs auf Passau.
Unterwegs kommen wir an der Walhalla in Donaustauf vorbei und entschließen uns umzukehren und hinaufzufahren, da sie von unten so beeindruckend auf uns wirkt.

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Die Walhalla ist eine Nachbildung des Parthenon auf der Akropolis. Die Maße des Innenraums entsprechen ebenfalls fast genau denen des Parthenons. Erbaut wurde sie von Ludwig I. von Bayern. Darin befinden sich Marmorbüsten von berühmten Deutschen. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk, von dem man einen tollen Ausblick auf das Donautal hat.

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Nach der Besichtigung der Walhalla fahren wir den Hang hinab, lassen es schön rollen und erreichen mit dem Hänger eine Geschwindigkeit von ca. 60 km/h. Plötzlich kommt das Vorderrad ins Schlingern. Ich bremse stark ab, um meine Geschwindigkeit zu reduzieren.
Ein Blick auf den Reifen zeigt:
Platt!
Kein Problem, denke ich. Ein Schlauch wechseln ist in wenigen Minuten erledigt. Pfeifedeggele: Beim Aufpumpen zerbricht die Luftpumpe in zwei Teile. Billiger Plasikkram im Inneren der Pumpe.
Wir fragen vorbeikommende Radfahrer, jedoch führen viele keine Pumpe mit sich, oder wenn, nicht die passende Pumpe für mein französisches Ventil. Aus heiterem Himmel hält ein vorbeifahrender  weißer BWM an. Ein Mann mit Radlerklamottem steigt aus und fragt, ob er uns helfen könne. Ich zeige ihm meine zerbrochene Luftpumpe, worauf er sagt: „Oan Augnblick, bin in 10 Minuten widda doa und bring a Stand-Lufdpumbn mit!“. In der Zwischenzeit versucht Sabine per Telefon ein Zimmer in Wörth zu bekommen. 9 Minuten später kommt der weiße BWM wieder angebraust. Der Mann springt mit einer Flasche gekühltem Bier aus dem Auto, drückt sie mir in die Hand und meint: „So… jetzt dringst du erstamol a Bier un I bumb dir in der Zwischnzeid die Luft auf un rebarier dei Radl!“
Das kühle Bier war in der Tat eine Wohltat. Der Mann wusste, was ein Mann in einer solchen Situation braucht. Als die Flasche leer war, war auch schon das Rad wieder aufgepumpt und eingebaut. In diesem Augenblick kommt ein junger Mann mit seinem Mountainbike um die Ecke geschossen,  rutscht auf dem Schotter in der Kurve aus und legt sich VOLL AUF DIE SCHNAUZE. Wir rennen zu dritt zu dem jungen Mann, denn er liegt mit seinem Rad verknotet am Boden. Aber er rappelt sich auf, ist kreidebleich im Gesicht, sortiert sich und seine Knochen, prüft, ob alles noch funktioniert, bedankt sich bei uns für die Hilfe und fährt langsam weiter. Offensichtlich ist er mit ein paar blauen Flecken davongekommen. Zwei Schrecksekunden innerhalb einer halben Stunde. Phuuu!
Wir räumen wieder alles in unsere Taschen, geben dem BMW-Fahrer die leere Flasche Bier zurück, bedanken uns aufrichtig für seine große Hilfsbereitschaft und fahren weiter. In der Zwischenzeit ist es schon 18 Uhr, wir müssen noch ca. 15 km zur Unterkunft fahren und haben noch nichts gegessen. In Oberachdorf steht an einer Kreuzung eine kräftige Frau mit einem E-Bike und fragt uns: „Habts ihr bei Schmidbauer a Zimmer bstellt?“. Wir antworten mit „Ja!“. „Gut, dann foans mir bitte hinterher, denn man kann uns so schlecht finden!“. Frau Schmidbauer führt uns den Berg hinauf nach Wörth in ihr Haus, welches sie im Obergeschoss als Gästehaus vermietet.
Wir stellen die Räder in der Garage ab, Herr Schmidbauer zeigt uns die Zimmer lädt uns gleich zu einem kühlen Getränk ein. Wir machen uns schnell frisch und Herr Schmidbauer bringt uns 3 km talwärts zum Italiener und holt uns auch nach dem Essen mit dem Auto wieder ab. Das passt umso mehr, weil es heimwärts zu regnen beginnt. Das nenne ich mal Gastfreundschaft. Ein WLAN-Router ist auch da, was will man mehr.

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Der Tageskilometerzähler zeigt 67 km. Es gibt keine nennenswerten HM. Bis auf den kurzen Walhalla-Aufstieg.

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Donau-Radweg Tag 7: Von Ingolstadt nach Hermsaal

Auf dem Campingplatz war es schön ruhig. Um 7.15 Uhr habe ich vorsichtshalber mal den Wecker gestellt. Als wir aus dem Zelt steigen, sind unsere Nachbarn aus Kanada und Frankreich schon fast abreisebereit. Der Kanadier stellt sich übrigens als Michel vor.

Wir holen erstmal unsere vorbestellten Brötchen und frühstücken in aller Ruhe. Bis das Zelt getrocknet und alles verstaut ist, wird es heute 10.15 Uhr bis wir aufbrechen.

Zunächst müssen wir wieder zurück Richtung Ingolstadt, denn der Zeltplatz liegt ca. 3 km außerhalb der Stadt am Auwaldsee. Der Radweg geht auf der anderen Seite der Donau weiter. Es gibt nur diese eine Brücke für Radler.

Ab da geht der Radweg direkt an der Donau entlang bis wir kurz vor Vohburg zur anderen Flussseite wechseln.

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In Vohburg trinken wir nochmal einen Kaffee. Das Örtchen ist beschaulich und nett anzusehen.

Weiter geht es wieder direkt am Ufer bis Eining.

Heute ist es sonnig aber nicht heiß. Ideales Wetter zum Radeln, doch irgendwie ist heute nicht unser Tag.
Wahrscheinlich stecken uns die 7 Tage, die wir nun schon ohne Pause durchgefahren sind, in den Knochen.

Wir beschließen zu mogeln und nehmen ab Eining nicht den Weg über den Berg zum Kloster Weltenburg, sondern den Geheimtipp eines Einheimischen, nämlich einen Weg, der wiederum direkt am Ufer entlang bis zum Kloster führt. Allerdings ist dieser Weg bei Hochwasser überflutet und nicht immer befahrbar.
Die Benediktinerabtei Weltenburg ist das älteste Kloster Bayerns, gegründet 610 nach Christus.

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Das Kloster betreibt eine eigene Brauerei, dessen wohlschmeckendes Gebräu man im Biergarten verkosten kann.

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Dort besichtigen wir die wunderschöne Klosterkirche. Die Brüder Asam schufen die Deckenfresken, die ein Meisterwerk des Barock darstellen.

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Nun mogeln wir nochmal, allerdings wird das im Reiseführer ausdrücklich empfohlen, denn die Landschaft des Donaudurchbruchs ist von überwältigender Schönheit und nur vom Boot aus zu sehen. Durch ein 6 km Kilometer langes Tal, gesäumt von fast hundert Meter hohen weißen Felsen, zwingt sich der Strom durch den fränkischen Jura. Die bizarren Felsen ragen unmittelbar aus dem Wasser senkrecht in den Himmel und drängen die Donau auf weniger als 70 Meter Breite zusammen.

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Die Anlegestelle ist Kehlheim. Wer die Befreiungshalle von Kehlheim noch nicht gesehen hat, für den lohnt sich der Aufstieg dorthin. Sie wurde im Auftrag von König Ludwig I. erbaut. Wir waren aber schon mal in Kehlheim und haben die Befreiungshalle besichtigt. In der schönen Altstadt kaufen wir noch ein paar Sachen ein, damit wir am Abend auf dem Camping etwas kochen können und ziehen weiter nach Hermsaal, wo es einen tollen Camping auf einem Bauernhof gibt.

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Auf dem Campingplatz lernen wir eine sehr nette 78-jährige Frau kennen, die in einem winzigen Ein-Frau-Zelt allein unterwegs ist. Das Mini-Zelt hat kein Überzelt und ist somit eine Tropfsteinhöhle durch die eigenen Ausdünstungen. Nicht auszumalen wenn es regnet. Sie kommt aus dem Voralpenland geradelt und möchte mit ihrem klapprigen Damenrad weiter nach Prag fahren.
Sie zeltet immer. Und wenn es keinen Campinplatz gibt, dann zeltet sie eben wild. Eine ‚alte‘ junggebliebene Pfadfinderin, die sich auch immer selbst versorgt…wir sind sehr beeindruckt.

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Donau-Radweg Tag 6: Von Donauwörth nach Ingolstadt

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Gegenüber von unserem Zimmer steht das Liebfrauen-Münster mit einem gewaltigen Glockenturm. Punkt 6 Uhr werden wir zum ersten Mal aus dem Schlaf gegongt und stehen senkrecht im Bett. Das Schließen der Fenster bringt nicht viel Besserung. Eine Viertelstunde später ‚GOOONG!‘. Um 6.30 Uhr ‚ GOOONG…GOOONG‘. Dann 3 Mal. Um 7 Uhr sind wir dann endgültig mürbe gegongt uns springen aus den Federn.
Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl an Köstlichkeiten.
Leider bekommen wir diesen Luxus nicht, wie 2 Tage zuvor, für 10 Euro. Wir trösten uns deshalb mit einem Schnitt von 45 Euro 🙂
Zuerst besuchen wir das lautstarke Münster, fahren nochmal durch das schöne Donauwörth, welches vor einigen Jahren bereits Ausgangspunkt für unsere Nordrandweg-Wanderung war. Es wird auch bei einer unserer nächsten geplanten Radreisen der Startpunkt sein. Denn die Via Claudia Augusta beginnt hier und führt über die Alpen nach Venedig. Diesen Traum möchten wir uns noch erfüllen.
Die ersten Kilometer sind ein ständiges Auf und Ab. Der Kreislauf kommt gut im Schwung. Einige Radreisende bevorzugen es, ihr Fahrrad die steilen Rampen hinaufzuschieben. Insgesamt sind auf dieser Strecke ca. 300 hm zu überwinden.

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Seit einiger Zeit treffen wir immer mal wieder ein Rad mit kanadischer Flagge. Wir kommen mit dem Kanadier aus Quebec ins Gespräch und tauschen uns aus. Er startete in Paris und fährt jetzt die Donau entlang bis ans Schwarze Meer und möchte dann weiter über Istanbul nach Griechenland und von dort mit dem Flieger zurück nach Kanada. Drei Monate hat er Zeit für dieses Unternehmen. Neben ihm fährt eine 64 jährige ausgemergelte, zierliche Frau aus Frankreich. Sie kommt aus Nantes am Atlantik und ist bereits einen Monat mit Sack und Pack unterwegs und möchte auch bis Bulgarien ans Schwarze Meer kommen. Das Tempo welches sie vorlegt, ist erstaunlich hoch.

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Um 13 Uhr machen wir eine Kaffeepause in Neuburg. Neuburg war im 8. Jahrhundert Bischofssitz und kam Mitte des 13. Jahrhunderts zu Bayern. Das markanteste Bauwerk stellt das Residenzschloss Neuburg dar.

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Ab hier gibt es verschiedene Varianten: Variante 1 geht über die Felder und ein paar Dörfer. Variante 2 führt direkt an der Donau auf einer Schotterpiste von ca. 15 km Länge entlang. Wir entscheiden uns für letztere Variante und genießen die Fahrt in der Natur ohne Zivilisation.
Kurz vor Ingolstadt kommen wir durch ein schönes Naherholungsgebiet mit Baggerseen und machen dort noch eine kurze Rast.

Jetzt nehmen wir die letzten Kilometer bis zur Stadtmitte von Ingolstadt unter die Räder. Dort angekommen, machen wir ’seightseeing by bike‘. In Windeseile durchkreuzen wir die Altstadt und saugen auf einer Bank die ersten Sonnenstrahlen in uns auf, bevor wir uns auf den Weg zum Campingplatz machen. Dieser liegt noch ein paar Kilometer außerhalb der Stadt.
Dort angekommen, treffen wir den Kanadier und die Französin wieder.

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Wir bauen das Zelt auf, legen uns noch ein wenig in die wärmende Sonne und gehen ins Lokal nebenan.

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Donau-Radweg Tag 5: Von Leipheim nach Donauwörth

Um 7.30 Uhr sind wir bestens ausgeschlafen. Ein erster Blick aus dem Fester: Regen! Das kennen wir nicht, wir haben eigentlich nie Regen im Urlaub.

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Das Frühstück im Hotel Hirschbräu wäre für 4 Personen mehr als ausreichend gewesen. Man merkt direkt, dass wir in Bayern sind. Am Nachbartisch sitzt ein freundlicher 72 jähriger Mann, der immer noch mit Leidenschaft seine Wurstwaren auf Märkten südlich der Mainlinie verkauft. An unserem Frühstückstisch sagte er, dass er zum Zahnarzt müsse, weil sein Gebiss gebrochen sei, und dass er immer noch arbeite, damit er für seinen querschnittsgelähmten Sohn sorgen kann. Er hat uns auch zu sich nach Hause eingeladen, leider liegt das nicht auf unserer Strecke. All dies und noch viel mehr erfuhren wir in wenigen Minuten. Ein ganz netter Zeitgenosse, von denen man sich mehr wünscht auf dieser Welt.

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Nach dem tollen Frühstück gehen wir ins Zimmer, ziehen uns um und siehe da, der Regen hört auf und die Sonne blitzt durch den verhangenen Himmel.

Über Leipheim kommen wir nach Günzburg, das man landläufig durch das Legoland kennt. Allerdings ist auch die Altstadt sehr sehenswert. Hinter dem Unteren Tor, das heute das Wahrzeichen der Stadt ist, befindet sich der wunderschöne lange Marktplatz, gesäumt von dicht aneinandergereihten Häusern mit spitzen Dächern. Für diese Region sind diese Dächer charakteristisch.

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Wir suchen noch einem Radladen, da der Fahrradständer von Sabine’s Rad durch ein Missgeschick abgebrochen ist.
Allerdings werden wir nicht fündig, da Cannondale sich bei diesem Bike eine besondere Halterung hat einfallen lassen. Anlehnen heißt nun die Devise.

Weiter geht’s Richtung Gundelfingen. Diese romantische Kleinstadt wird auch Gärtnerstadt genannt und liegt zwischen Wiesen und Auwäldern im Donautal. Hier vereinen sich drei Flüsse.

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Über Lauingen geht es weiter nach Dillingen. Eine der wenigen Städte, die während des 2. Weltkrieges nicht zerstört wurde. Daher findet man hier viele historische Gebäude. Sebastian Kneipp ging hier regelmäßig in die kalte Donau und bewies damit, dass man sich mit kaltem Wasser kurieren kann.

Während Sabine einen Kaffee trinkt, erkunde ich die Basilika St. Peter. Die Kirche ist nicht nur mit wundervollen Gemälden und Stuckdecken verziert, sondern auch mit unzähligen riesigen Blumengestecken. An der Ausgangstüre hält mir eine freundlich lächelnde Nonne die Tür auf und ich sagte ihr, dass dies eine wundervolle Basilika sei und sie schön geschmückt ist, worauf sie sagte, dass es noch der Schmuck von Pfingsten sei und die Kirche nebenan solle ich mir unbedingt auch noch ansehen. Im selben Moment kommt eine Mutter mit Kinderwagen zum Eingang herein und die Nonne sagt: „Kommen’s herein, der liebe Gott wartet schon auf Euch! „. Bin ich froh, dass sie diesen Satz nicht zu mir gesagt hat. 🙂

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Von Dillingen geht es über Höchstädt, Blindheim, Gremheim und über viel weites Land nach Donauwörth, wo viele schmucke Bürgerhäuser zu finden sind.

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Es ist trocken aber sehr kalt und der Himmel sieht nach Regen aus. Wir suchen daher heute eine warme Bleibe für die Nacht und finden sie im Goldenen Hirschen. Als wir die Fahrräder in der Radl-Garage abstellen, fängt es an zu regnen.

Der Tageskilometerzähler zeigt heute 76 km an.

Nach einem königlichen Essen mit königlichem Gemüse, geht’s in die königliche Waagerechte zur Königin der Nacht (die bereits schläft, während ich den Bericht uploade)

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Donau-Radweg Tag 4: Von Rottenacker nach Leipheim

Heute schlafen wir wie die Murmeltiere. Keine Quälgeister am frühen Morgen, die uns stören. Das hat zur Folge, dass wir erst um 8.00 Uhr aufstehen. Wir öffnen den Reißverschluss des Zeltes und saugen erst mal die herrliche Natur um uns herum in uns auf. Drei der freilaufenden Kaninchen begrüßen uns unweit vom Zelt.

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In der Luft schwebt ein Heißluftballon, es ist nahezu windstill. Der Benzinkocher surrt leise vor sich hin, damit wir eine heiße Tasse Instant-Kaffee anrühren können.

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Anschließend packen wir wieder alles ein, bezahlen 10 € für die herrliche Übernachtung auf dem Bauernhof und weiter geht die Radreise auf dem Donau-Radweg.

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Am Marktplatz in Ehingen ist der Bäcker Feiertags geöffnet und bietet auch noch Frühstück auf dem Marktplatz an. Hier frühstücken wir und sehen dem munteren Treiben am Brunnen zu.

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Unterwegs treffen wir auf zwei Pärchen in unserem Alter, die wir immer mal wieder treffen und mit denen wir während der Fahrt über dies und das plaudern. Radreisende haben sich immer etwas zu erzählen. Man tauscht sich über das bereits Erlebte aus und gibt sich Tipps über lohnenswerte Strecken. Die Vier sind über das verlängerte Pfingstwochenende ebenfalls von Donaueschingen bis Blaubeuren gefahren. In Blaubeuren verabschieden wir uns von unseren Mitfahrern am Hauptbahnhof und wir radeln weiter zum Blautopf.
Der Blautopf war zunächst ein Wasserfall und wurde vor 150.000 Jahren verschüttet – und so zur unterirdischen Quelle, die im Schnitt 2.000 Liter pro Sekunde ausspuckt. In Spitzenzeiten bis zu 32.000 Liter pro Sekunde. Faszinierend, dass diese Quelle tatsächlich in einem tiefen Blau schimmert.

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Wir stellen die Räder ab und umrunden den Blautopf.
Das nächste Zwischenziel ist Ulm. Allerdings haben wir Ulm schon einmal besichtigt und halten daher nur für einen kleinen Snack am Münsterplatz an. Lohnenswert ist natürlich der Aufstieg auf den höchsten Kirchturm der Welt (161,6 Meter).

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Wir schieben unsere Fahrräder noch ein wenig durch die Fußgängerzone und ziehen dann weiter durch Thalfingen, Elchingen, um schlussendlich durch eine 5km kerzengerade Waldstrecke in das malerische Städtchen Leipheim zu kommen. Der Tageskilometerzähler steht jetzt auf 75km. Uns gefällt es hier gut und wir haben auch Waschtag, deshalb bevorzugen wir heute ein Zimmer im Hotel Hirschbräu zu nehmen.
Die Wetterfrösche haben sich glücklicherweise getäuscht, denn der Regen bleibt während der ganzen Fahrt aus. Erst nach dem Essen fängt es zu regnen. Somit fällt der Abendspaziergang durch Leipheim leider aus.

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Donau-Radweg Tag 3: Von Sigmaringen nach Rottenacker

Vorwort: Bevor wir zum Reisebericht übergehen, möchten wir uns für das coole Feedback in Form von Mails, Whatsapp, SMS, Facebook Likes, Shares und Kommentare etc. bedanken. Es ist eine schöne Sache, wenn wir hören, dass man schon auf den nächsten Reisebericht hinfiebert. Feuert uns gerne weiterhin an, das macht Mut weiterzuschreiben und unser stilles Ziel zu erreichen.

VIELEN DANK EUCH ALLEN DA DRAUßEN!!!

……

Es ist 6.30 Uhr und wir stehen vor dem Aufwachen auf, weil unsere rücksichtsvollen Nachbarn sich lautstark unterhalten. Wir kochen einen Instant-Kaffee mit unsem 95 Octan geladenen Benzinkocher und essen Brot von gestern dazu. Alles wird verwertet. Der Zeltplatz ist am Abend zuvor noch recht voll geworden und ein Feuerwerk gab es auch noch.

Abbauen, einpacken, duschen, Hühner… ähm Radl satteln und los geht’s. Unsere Drahtesel und wir haben uns inzwischen ein wenig aneinander gewöhnt. Das ist gut so, denn nichts ist schlimmer, als Sattelschmerzen auf einer Radreise. Unsere karge Vorbereitung war aber scheinbar ausreichend.

Wir fahren durch Sigmaringen. Das fürstlich hohenzollernsche Schloss trohnt auf einem Felsen über der Donau.

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Unsere erste kleine Rast machen wir bereits zwischen Ennetach und Scheer. Dort finden wir einen idyllischen Platz mit einer Bank unter einem großen Baum, der uns Schatten spendet, obwohl die Sonne nicht scheint.

Die kleine Stadt Scheer liegt am westlichen Ende des oberen Donautals. Hier verlässt die Donau die Schwäbische Alb und bildet alsbald ein breiteres Tal.

Wir kommen durch Mengen, ein herausgeputztes Örtchen, welches von zahlreichen Fachwerkhäusern und Herrschaftshäusern geprägt ist. Ein Storchenpaar brütet auf dem Kirchendach. Überhaupt gibt es hier unglaublich viele Störche.

Die Landschaft ist heute relativ flach und weitläufig. Felder, Fluren, Wiesen, Weizen und Gemüsefelder wechseln sich ab und manchmal ist die Donau in Sicht. Wind ist heute kaum vorhanden. So schaffen wir die ersten 35km in etwas mehr als 2h Fahrzeit.

Das gemütliche Eiscafe Rialto in Riedlingen lädt zu einer Kaffeepause ein. Außer einem herrlichen italienischen Espresso genießen wir noch eine Schwarzwälder Kirschtorte und einen Bananensplit. Gut gestärkt fahren wir nochmal durch den Ort, um dann weiter den Donau-Radweg zu fahren.

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Wir besichtigen eine ehemalige Prämonstratenserabtei in Obermarchtal, welche man sich mühsam erstrampeln muss, denn sie liegt auf einer steilen Anhöhe. Die Stuckornamente in der Klosterkirche sind schönster deutscher Barock. Sie ist die älteste Barockkirche Oberschwabens und wurde 2001 zum Münster erhoben.

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Kurz vor Rottenacker ein Schild an einem Bauernhof: „Zeltplatz mit Dusche und WC“. Wir biegen ab um zu schauen, wie es dort ist. Die nette Bäuerin sagt uns, wir könnten uns hinstellen, wo es uns am besten gefällt. Hier laufen überall Kaninchen frei herum. Die Schweine grunzen fröhlich aus dem Stall und es herrscht ein geschäftiges Treiben auf dem Hof. Denn der erste Schnitt muss in die Silos, bevor morgen der Regen fällt.

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Wir kochen Spagetti mit Erbsen, Karotten und Thunfisch. Es schmeckt zwar nicht, aber es wird uns für morgen Kraft geben. Habt ihr eine Idee was wir kochen könnten?

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Donau-Radweg Tag 2: Von Tuttlingen nach Sigmaringen

Das Frühstück ist ’schwäbisch sparsam‘, aber wir haben etwas im Magen. An den Nebentischen sitzen zwei Radler-Pärchen jeweils mit einer hochziehenden Laufnase. Aufmerksam biete ich Ihnen ein Papiertaschentuch an, welches sie dankend ablehnen, um kurz darauf ein eigenes Taschenbuch zu verwenden. Endlich Ruhe.
Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, fahren wir mal eben hoch auf die Ruine Honberg. Angeblich hat man von dort oben einen schönen Ausblick auf Tuttlingen. Oben angelangt ist das luftige Brötchen von heute morgen bereits aufgebraucht.
Es ist Samstag im Schwabenländle, und was macht der ordentliche Schwabe am Samstag? Richtig erraten … die Straße kehren! Überall wird fleißig der Besen geschwungen. Manche schaffe au am Häusle.

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Landschaftlich ist dieser Abschnitt absolut einzigartig schön. Es übersteigt in höchstem Maße meiner Vorstellungskraft. Die Donau windet sich durch das wunderschöne Tal südlich der schwäbischen Alb. Auf dem Weg passiert man zahlreiche Schlösser, Klöster und Burgen, die Abtei Beuron und das mächtige Fürstenschloss Sigmaringen.

Wir fahren den Weg von West nach Ost und hatten große Hoffnung, immer Rückenwind zu haben. Weit gefehlt, auf der ganzen Strecke gibt es eine kräftige Brise von vorn. Abgesehen davon ist heute die hügeligste Etappe der ganzen Strecke.

Im Gasthaus Steinhaus in Hausen im Tal füllen wir unsere Kohlenhydratspeicher wieder auf. Womit? Natürlich mit Kaffee und Kuchen 🙂 … mittlerweile ist das schon zu einem Ritual geworden.

Überall sieht man Zeltlager mit großen Feuerstellen entlang des Weges. Pfadfinder, die den Wald vom Holz befreien, um abends ein großes Lagerfeuer zu machen.
Tolle Jugendlager, eines hatte sogar eine selbstgebaute Riesenrutsche.

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Wir stellen fest, dass es entlang des Radweges unglaublich viele Sitzgelegenheiten und Rastplätze gibt. Vielleicht deshalb, weil auf diesem Abschnitt der Donau auch viel gepaddelt wird. Das erinnert uns an frühere Zeiten, als wir mit den Kindern und dem Kanu aktiv unterwegs waren. Wenn man das so sieht, hat man durchaus auch mal wieder Lust dazu.

Der Campingplatz liegt am Ortseingang von Sigmaringen. Wir schauen rein und er gefällt uns. Wir haben ein bisschen Sorge, dass es in der Nacht noch zu kalt ist, aber sehen viele andere todesmutige Camper und beschließen, die Nacht hier zu verbringen.

Wir kommen mit den Pächtern in ein nettes Gespräch und outen unsere Herkunft über unseren Dialekt. Sie offerieren uns, dass ER aus Wiesloch und SIE aus Zuzenhausen kommt. Wie einige vielleicht wissen, stamme ich aus dem Nachbardorf Rauenberg. Die Welt ist klein.

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Wir schlagen unsere Stoffbehausung auf und gehen im Lokal auf dem Campingplatz noch lecker essen.

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Donau-Radweg Tag 1: Von Donaueschingen nach Tuttlingen

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Die Sonne scheint, im Radio läuft die Seitenbacher Müsli Werbung. Beste Voraussetzungen für gute Laune. Richtung Karlsruhe 10km Stau, wir versuchen es über Heilbronn und es klappt mit nur etwas zäh fließendem Verkehr nach Donaueschingen zu kommen.

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Vermeintliche Donauquelle

Im Zentrum finden wir einen passenden Parkplatz. Im Café Hengstler lacht uns der Schwarzwälder Kirschkuchen an und wir kommen nicht umhin, die Kalorienbombe zu vernaschen. Unser S-Max mit den schwarz getönten Scheiben dient uns als Umkleidekabine. Satteltaschen drauf, Hänger angehängt und los geht’s. Nach 30.000 km Autofahren in diesem Jahr bin ich wirklich mal froh, auf dem Rad zu sitzen und lange kein Auto fahren zu müssen.

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Brigach und Breg bringen die Donau zuweg

Unser erster Stop ist an der Donauquelle. Böse Zungen behaupten, die Donau fängt in Furtwangen an. Die Quelle ist momentan leider nur eine unschöne Baustelle.
Wir sind hier spät angekommen und der Tag ist schon weit fortgeschritten. Es reicht heute für eine Schnuppertour entlang der sanften Schleifen des kleinen Flüsschens. Bei Geisingen wird das Tal enger und die Landschaft immer eindrucksvoller. Hohe Kalkfelsen mit wildromantischen Zinnen verzieren das Tal. Die Donauversickerung zwischen Immendingen und Möhringen ist ein besonderes Naturschauspiel.

Es läuft erstaunlich gut und wir sind binnen 3h bereits 42km weit gekommen. In Tuttlingen angekommen, entpuppt sich der Zeltplatz als einfache Rasenfläche. Duschen und Toiletten sind verschlossen. Es gibt auch keine Rezeption. Vermutlich ist das nur für Schulklassen oder angemeldete Jugendgruppen gedacht.

Schlussendlich landen wir dann doch im Hotel Rössle in Tuttlingen, denn der nächste Camping ist in weiter Ferne.

Im Gasthof Engel lassen wir uns herrlich verköstigen und fallen anschließend in unsere weichen Federn.

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