2016 Via Claudia Augusta: Von Bozen nach Sterzing

Königsetappe: 78,77 km | Gesamtanstieg 1.561 Meter | Gesamtabstieg 889 Meter

Heute geht´s wieder einen Pass hoch in Richtung Brenner. Um nicht in der Hitze zu zerschmelzen, stehen wir früh auf. Um 6:45 Uhr machen wir uns fertig und sitzen um 7:00 Uhr an dem gedeckten Frühstückstisch. Eine große Warntafel macht die Gäste darauf aufmerksam, dass das Frühstück nur hier zu verzehren und nicht zum Mitnehmen gedacht ist. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber hier steht es nochmal in großen Lettern. Es wird hier gespart am Gast und man hat wohl Angst, dass man nicht genug vom Kuchen abbekommt. Es ist auch die einzige Bleibe, wo bereits am Vortag abkassiert wird. Man könnte ja ohne zu Bezahlen das Haus verlassen. All das und noch ein paar Kleinigkeiten schaffen  keine Wohlfühl-Athmosphäre.

Am Gast gespart Einzige Wanddekoration

Wir pumpen noch ein bisschen Luft in Sabine´s Vorderreifen nach und machen uns auf die Suche nach dem Einstieg zum neu angelegten Brenner-Radweg oder auch auch Eisacktal-Radroute genannt. Sie beginnt in Bozen auf 262 Höhenmetern und endet am Brennerpass auf 1370 Höhenmetern. 2012 wurde der Radweg aufwendig fertiggestellt und führt nun nicht mehr an der stark befahrenen Straße entlang.

Die Steigung ist sehr moderat und leicht zu fahren, an manchen Stellen merkt man kaum, dass es bergan geht. Zumindest anfangs. Später gibt es auch mehrere kurze steilere Passagen und auch viele kleine Abfahrten. Auch hat man alte Bahntrassen und Tunnel zu Radwegen umfunktioniert. Insgesamt eine schön zu fahrende Strecke.

Im malerischen Klausen kaufen wir unser zweites

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2016 Via Claudia Augusta: Verona – Custoza – Verona – Bozen

Das fürstliche B&B in Verona ist ein wahrer Traum. Wir könnten uns gut vorstellen hier zu wohnen. Schon morgens in der früh ist der Piazza delle Erbe sehr belebt.

Am Vortag haben wir uns überlegt wie es weitergehen soll. Es gibt verschiedene Alternativen:

  • Mit dem Zug nach Hause fahren.
    Das wäre zu schade, denn wir haben noch 1,5 Wochen Zeit
  • Weiterfahren nach Ostiglia an den Po, dem eigentlich Endpunkt der Via Claudia Augusta.
    Allerdings hört man, dass dieser 75 km lange Abschnitt recht langweilig sein soll. Außerdem führt der Weg an befahrenen Straßen entlang.
  • Mit dem Zug die bereits gefahrene Strecke zurückfahren bis nach Bozen und von dort über den Brenner, Innsbruck, Inntal, Kufstein, Rosenheim, Bodensee-Königsee-Radweg zurück nach Donauwörth.

Schließlich entscheiden wir uns für die Weiterfahrt nach Ostiglia. Wir besuchen noch die Statue Giulia und streicheln ihre rechte Messingbrust. Die Legende besagt, dass denjenigen, die Giulia´s rechte Brust streicheln, eine glückliche Liebe beschert ist.

Dann fahren wir Verona stadtauswärts. Es ist heute wieder brütend heiß, und je mehr man in Richtung Po-Ebene fährt, umso heißer wird es. Vielleicht sind wir in der Zwischenzeit zu verwöhnt von den Tagen zuvor, wo die Landschaft und die Radwege traumhaft waren. Aber nach 20 km haben wir Beide auf einmal keine Lust mehr in der sengenden Sonne, bei so viel Verkehr

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2016 Via Claudia Augusta: Von Rovereto nach Verona

Die Unterkunft im B&B gefällt uns sehr gut. Der Vater hat mit seinem Sohn das Haus in eigenhändiger Fleißarbeit grundsaniert und sehr geschmackvoll gestaltet. Im Flur hängen Bildcollagen der Arbeitseinsätze an der Wand. Das Zimmer ist mit einem Doppelstockbett ausgestattet, welches man mit Hilfe eines Knopfes motorisch absenken kann. Auf diese Weise könnte man 4 Personen im Zimmer unterbringen. Daneben steht noch ein großer Hocker, den man zum Beistellbett ausfalten könnte. Also max. 5 Personen.

Im B&B ist Selbstbedienung. Der Kühlschrank ist voll. Eine Secco-Kaffemaschine, 2 verschieden Kuchensorten und frische Brötchen stehen morgens auf dem Tisch.

Als wir auf die Räder steigen ist es schon recht heiß. Noch kurz besichtigen wir die Altstadt von Rovereto per bicicletta und abwärts geht´s an die Etsch.

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Ab der ersten Minute füllen wir unsere Wasserflaschen an jedem Brunnen, der uns begegnet. Später halten wir auch den Kopf zur Abkühlung darunter. Es ist sehr heiß. Und was auf dem Bikeline-Buch wie eben oder sogar abschüssig aussieht, entpuppt sich später zu einer Fahrt mit 652 Hm auf der 82 km langen Strecke. Es kommt also ganz schön was zusammen auf der „ebenen Strecke“. Bei der Hitze ist das kräftezehrend. Aber besser sehr heiß als Regen, Hagel, Blitz & Donner.

Der Radweg geht hauptsächlich entlang der Etsch, führt aber auch durch viele Weinberge. Dort gibt es die meisten Hügel. Dann geht´s nochmal einen 10%igen und 125 Hm hohen „Berg“ hinauf. Zwischendurch geht es immer wieder bergab, bevor es wieder nach oben geht. Aber lohnend ist die Auffahrt allemal, denn hier wird man mit tollen Ausblicken belohnt.

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Hinab geht es anschließend auch mit konstant 10% Gefälle, bis wir an einen Kanal kommen, der später wieder der Etsch zufließt. Scheinbar wird der Kanal zur Energiegewinnung von der Etsch abgezweigt. Ab jetzt ist der Kanal unser ständiger Begleiter. Mit sehr leichtem Gefälle geht es hinab nach Bussollengo, wo wir eine ausgedehnte Kaffeepause machen. Die letzten 6-7 km führen dann durch das Stadtgebiet Verona´s bis wir

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2016 Via Claudia Augusta: Von Kaltern nach Rovereto

Vorwort: Bitte verzeiht mir die vielen Schreib-, Tipp-, und Grammatikfehler. Zur meiner Entschuldigung sei gesagt, dass Deutsch nie meine große Stärke war und die Berichte immer direkt nach einer anstrengenden Etappe verfasst und auch die Bilder bearbeitet, hochgeladen und eingefügt werden. Bei dem Zeitaufwand geht mir schon einiges durch die Lappen. Wenn ich manche Berichte 2-3 Tage später nochmal lese, erschrecke ich oft über meine Patzer. Aber Vieles wird im Nachhinein korrigiert und auch vergessene Infos werden später „nachgereicht“. Wie z.B. auch der fast vergessene Bienenstich vom Vortag. Es lohnt sich also, alles nochmal ein paar Tage später zu lesen. Wem immer noch was auffällt, darf mir gerne eine PM mit allen Korrekturen schicken. 🙂 .. Alle Fehler sind jedoch für Euch absolut kostenlos!

Der Bienenstich von gestern hat sich von Brennen in Jucken verwandelt und weckt mich am Morgen. Das ist gut so, denn ich habe vergessen den Wecker zu stellen und es ist schon nach 8 Uhr. Das passt schon … heute ist Sonntag, da darf man mal ausschlafen. Die Nacht war dennoch kurz, denn es gab gestern noch viele Bilder zu bearbeiten und eine Menge zu erzählen. Um 2 Uhr morgens ging erst das Licht aus.

Wir frühstücken im Freien, mit diesem herrlichen Blick auf den Kalterer See.

Tramin - Heimat des Gewürztraminers

Tramin – Heimat des Gewürztraminers

Heute kommen wir erst sehr spät in die Puschen. Es ist wieder recht warm und wir müssen von der Pension gleich zu Beginn eine 100 Meter lange Rampe mit 20% Steigung hinauf fahren. Das bringt den Kreislauf sofort in Schwung.

Wir umrunden den Kalterer See nun auf der südlichen Seite und radeln Richtung Tramin – Heimat des Gewürztraminers.

Wir fahren keine 20 Minuten, auf einmal kommen Anne (mit dem Liegerad) & Michael von hinten angebraust. Große Wiedersehensfreude. Ab hier fahren wir die Tour zusammen weiter.

Anne & Michael sind mit dem Shuttle auf den Reschenpass gefahren und von dort hinunter gebrettert. Sie empfanden die Downhillpassage ebenso großartig wie wir. Mit dem Liegerad sind starke Steigungen bergauf (fast) nicht zu machen, dafür ist sie in der Ebene, bedingt durch den geringeren Luftwiderstand im Vorteil und fährt trotz der kleinen Räder sehr flott. Von Tramin aus führt uns der Radweg wieder entlang der Etsch.

Etschbrücke

Rad-Autobahn

Michael nennt es eine einspurige 2,5 Meter breite Rad-Autobahn mit zwei weißen bzw. gelben durchgezogenen Streifen rechts und links des Asphalts. Es ist Sonntag und ziemlich viel los auf dem Etschtal-Radweg. Wenige Liegeräder, ein paar Tandems, viele E-Bikes, viele Mountain-Bikes und Horden von Rennrädern sind auf der Strecke. Man kann nie sehr lange nebeneinander fahren, denn immer wieder rufen Rennradfahrer von hinten und wollen schnell vorbeifahren. Gut, wir hätten auch unsere Geschwindigkeit von 20-23 km/h auf 35-40 km/h erhöhen können, dann wäre es nicht so oft passiert 🙂

Das Trinkwasser geht bei der dampfenden

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2016 Via Claudia Augusta: Von Naturns nach Kaltern

Der Ruhetag hat uns gut getan und so sind wir heute wieder voller Tatendrang. Wir können es kaum erwarten wieder weiterzuziehen, wie die Nomaden und Vagabunden. Neue Eindrücke, neue Erlebnisse, neue Begegnungen, neue Abenteuer. Das ist, was uns antreibt.

Wir frühstücken im Hotel und satteln die Fahrräder.

NeuhofSabine möchte ein Gästehaus suchen, wo sie in ihrer Kindheit einige Urlaube verbracht hat. Darum nehmen wir den (Um)Weg über die hügeligen Weinberge in Richtung Plaus, statt den fallenden Radweg entlang der Etsch. Dort finden wir ein verlassenes Haus vor. Die Gastgeber sind leider schon verstorben und das Haus, das einstmals schöne Erinnerungen geprägt hat, ist verlassen. Traurig.

Plauser Totentanz

Seit 2001 ist der „Plauser Totentanz“, 18 Bildtafeln von insgesamt 36 m Länge, an der Friedhofsmauer der romanischen Kirche St. Ulrich, mitten im neugestalteten Ortskern von Plaus, zugänglich.

St. Ulrich Kirche - Plauser Totentanz

Als Auftraggeber zeichnen die Pfarrei und die Gemeinde Plaus, die mit dieser Südtiroler Rarität zugleich ein bleibendes, identitätsstiftendes Dorfzentrum geschaffen haben.

So entwirft der Künstler Luis Stefan Stecher in seinem Danse macabre ein kleines „Vinschger Welttheater“ in welchem er sowohl den „Karrner“, den Karrenzieher von damals, als auch den wilden Harley-Fahrer auf der berühmt-berüchtigten Plauser Geraden von heute aufteten lässt wie auch konkrete Persönlichkeiten Südtirols (u.a. Arnold Schuler, oder den verstorbenen Vinschgauer „Lottermaler“ Alois Kuperion), denn das uns mögliche „Spektakulum mundi“ währt nur kurz und für jeden gilt irgendwann:“Laich isch Laich, isch olm lai Laich – pann huamgian saimr olle gleich“. (Eine Leiche ist eine Leiche, ist immer nur eine Leiche – beim Heimgehen sind wir alle gleich.)

Plauser Totentanz

Nach einem welligen Auf und Ab, was im Höhenprofil kaum als Steigungen wahrgenommen wird, erreichen wir Töll. Dort beginnt wieder eine wunderschöne, rasante, lange und schlangenartige Abfahrt in Richtung Meran. Am Ende der Talfahrt führt der Weg an den Stromschnellen der

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