Willkommen ~ Welcome!

Sehen lernen entwickelt das Bewusstsein, pflegt der Meister der fotografischen Künste Robert Häusser zu sagen. Diesen Rat versuche ich in meiner Arbeit als Fotograf umzusetzen und habe ihn zu meinem Credo gemacht. In diesem Sinne viel Spaß beim Sehen.

René van der Voorden

Wer sich für die Nutzung von Fotos interessiert kann hier mehr erfahren


Learn to see develops your awareness, maintains the master of photographic arts Robert Haeusser to say. That’s the advice I try to implement in my work as a photographer and I´ve made it to my credo. With this in mind, have fun with „seeing“.

René van der Voorden

 

17.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Volpago del Montello nach San Donà di Piave


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Erkenntnis des Tages: 
Jeden Tag eine neue Herausforderung


Wie Miriam gestern im Kommentar schon erahnt hat; die Nacht in der Pension war im Vergleich zur gestrigen Gewitternacht im Zelt wie Himmel auf Erden. Man schläft so gut und fest, dass man von alleine kaum aufwacht. Bevor wir losfahren, wird die umweltunverträgliche Kaffeekapselmaschine benutzt und ein halbes übrig gebliebenes Brötchen von gestern mit Nutella verzehrt. Ein saftiger Apfel ist auch noch übrig. Wissend um die Sünden, die wir der Umwelt mit den Kapseln antun, genießen wir den Kaffee irgendwie trotzdem.

B & B Le Terre del Conte in Volpago del Montello

Die deutlich längere Variante von Treviso über Lido nach Venedig führt uns erneut entlang an das Ufer des Piave. Dabei radeln wir durch Wiesen und Felder an kleinen Dörfern wie Roncade vorbei und landen schließlich in Treviso, allerdings ist jetzt wirklich alles fast topfeben, wenn man mal von einer Brücke o.ä. absieht.

In Treviso gibt es auch einen Bahnhof. Im vereinten Europa ist es von Deutschland aus leider nicht möglich, eine Reservierung der Fahrräder für die italienische Bahn zu machen. Mit anderen Worten: Wir haben zwar die Tickets für 3 Personen plus 3 Fahrräder ab Verona, da dies ein deutscher Zug ist. Von Venedig bis Verona fährt jedoch die italienische Eisenbahn. Dafür haben wir zwar 3 Tickets für uns, jedoch keine Reservierung für die Räder bekommen können. Die Deutsche Bahn sagte uns, wir müssen diese in Italien dazu buchen.

Dafür ist die Krümmung der Bananen in Europa genormt, das ist ja auch sinnvoller 🙂

Wir stellen uns ordentlich in die Warteschlange. Nach geschlagenen 15 Minuten sind wir an der Reihe. Wir erklären dem lustlosen Herrn am Schalter unser Anliegen, versteht jedoch kaum englisch, geschweige denn deutsch, holländisch, französisch oder spanisch und schaut sehr flüchtig unsere Tickets an. Seine Antwort ist: „PROBLEM … WAIT!“ und entfernt sich erstmal vom Schalter. Er kommt zurück und schiebt uns einen Zettel mit einer Telefonnummer darauf unten durch. Er könne uns nicht helfen, wir sollen unter dieser Nummer anrufen. Wir bedanken uns höflich und sind erstmal genauso nass wie vorher: Keine Reservierung für die Fahrräder! Geistesgegenwärtig rufen wir die Nummer noch im Bahnhofsbereich an. Eine italienische Ansage ertönt, die für unser Verständnis darauf hindeutet, dass die Nummer nicht aktiv ist. Zur Sicherheit frage ich einen englisch sprechenden Passanten, ob er uns die Ansage übersetzen kann und halte ihm mein Telefon ans Ohr. Unsere Vermutung bewahrheitet sich. Also nochmal in der Schlage anstellen. Dieses mal noch mehr abzufertigende Personen. Vor uns ein zerstreuter Professor mit Barcadi-Feeling-Hut und Brillenhalter um den Hals wird und wird nicht fertig. Das Gespräch dauert eine gefühlte halbe Ewigkeit. Insgesamt 3 mal bückt er sich um seine heruntergefallene Quittung vom Boden aufzuheben, bevor er sie endlich sicher in seiner Aktentasche verstaut. Man muss schon sehr oft ganz tief durchatmen, um da nicht die Nerven zu verlieren.

Hurra, jetzt sind wir endlich dran. Wir sagen ihm, dass die Rufnummer offensichtlich falsch ist. Er nimmt sein Handy, tippt die Nummer ein und verschwindet erstmal wieder. Nach 2 Minuten kommt er zurück mit einem korrigierten Zettel und einem dynamischen, jungen Mann, der erstens Willens ist und zweitens besser englisch verseht. Problem war, das der lustlose Beamte dachte, dass wir eine Reservierung für die deutsche Bahn haben wollen. Das geht umgekehrt natürlich auch nicht. Der jung-dynamische Mann hat sich aber unsere Tickets genau angeschaut und sofort verstanden worum es geht. Alle Probleme haben sofort sich in Luft aufgelöst und wir haben nun endlich die Reservierungen unserer Fahrräder von Venedig nach Verona der italienischen Bahn. Phuuuu!

Vermutlich haben die wartenden Personen hinter uns nun ein ähnliche Gedanken wir wir zuvor beim zerstreuten Professor, denn bei uns dauert es mindestens genauso lange. 🙂


Die Weiterfahrt nach Triviso hat uns positiv überrascht. Wir haben absolut nicht erwartet, dass es in der Ebene doch noch so viele schöne Dörfer und Landschaften zu sehen gibt. Der Radweg war sehr abwechslungsreich. Zwar verlief der Radweg etwas mehr an befahrenen Straßen entlang, aber dafür war die Abwechslung der Wege umso interessanter. Von Rüttelpiste, Pondonbrücke, schmalen Landstraßen, Rollsplittwegen und Feldwege war wirklich alles dabei. Nur die Berge haben uns ein wenig gefehlt 🙂

Man merkt nun deutlich, dass wir uns der Ferienregion Mare bzw. Lido di Jesolo nähern. Erstens an der Verfügbarkeit und zweitens an den Preisen der Übernachtungen. Camping wird (so hope!) erst wieder in Jesolo möglich. Mit viel Mühe finden wir gerade noch ein halbwegs bezahlbares Hotel in San Donà di Piave.

Ob wir morgen noch einen Campingplatz bekommen oder nicht, sagt Euch gleich das Licht 🙂

Welterusten!

Unsere Bleibe für die Nacht


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16.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Farra d´Alpago nach Volpago del Montello


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Routenaufzeichnung hat nicht komplett funktioniert. Laut Tacho 68 km.

Erkenntnis des Tages: 
Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz.


Das Unwetter in der Nacht hatte es wirklich in sich. Es kracht teilweise über mehrere Sekunden und der anschließende Donnerschlag vibriert in der Magengrube. Das Grollen reflektiert sich in den Bergen sehr beängstigend. Todesangst wäre vielleicht etwas übertrieben, aber zwischendurch denke ich öfter an den Satz: „Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden ist größer als ein Lottogewinn!“
Glücklicherweise habe ich noch nie im Lotto gewonnen (da ich kein Lotto spiele). So beruhige ich mich selbst, dass auch ein Blitzeinschlag in unser Zelt mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu Null sein wird.

Sabine hingegen ist ganz cool und schläft trotz des Gewitters und des lauten Regens, der auf das Zeltdach prasselt, recht schnell ein.

Eric höre ich in der Nacht, nach ungefähr einer Stunde starkem Dauerregen, plötzlich fluchen. Am Morgen erzählt er dann, dass sich ein wichtiger Front-Hering aus dem Boden gelöst hat und er im strömenden Regen aus dem Zelt musste, weil sonst das Zelt zusammengefallen wäre. Da das 7 € Zelt keine zweite Haut hat, wird es nach mehreren Stunden Dauerregen im Inneren der Stoffbehausung zum Swimming Pool. Es ist wirklich ALLES klitschnass, außer die Sachen, die er in seine Schuhe gesteckt hat. Sogar die Geldscheine in seinem Geldbeutel waren durchweicht.

Alles was in unserem Zelt war bleibt trocken. Zwei unserer Satteltaschen sind wohl nicht 100%ig richtig verschlossen. Den Verschluss nur 1x zugedreht, statt mindestens 2x: Alles klatschnass! Aber wir haben das Unwetter unbeschadet und gesund überstanden. Da in nächster Zeit kein Campingplatz mehr kommt, trocknen wir die Sachen lieber. Die kräftige Sonne am Morgen macht bis 10:30 Uhr alles wieder trocken. Ausgenommen Eric´s Schlafsack, den hängen wir wieder zur Hälfte ans Fahrrad. Der Fahrtwind wird dann den Rest erledigen. Es kann also weiter gehen Richtung Venedig. Zunächst fahren wir auf der Straße bergauf am Lago di Santa Croce vorbei. Dieser See liegt in den venetischen Alpen und ist nach dem Lago di Garda der zweitgrößte See mit einer Länge von 4 km und einer Breite von 2 km. Der türkisfarbene See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet an dem auch der Campingplatz liegt.

Am südlichen Ende steigt die Straße zum letzten Pass vor Venedig auf. 490 Meter über dem Meer liegt der Sattel, der das Tal Val Lapisina mit dem Alpago verbindet. Eine lange, herrlich rauschende Abfahrt ist der Lohn für die zuvor gekletterten Höhenmeter. Unweit entfernt liegt auch die Grenze zwischen den Provinzen Belluno und Treviso. Der Lago die Restello mit seiner mächtigen Autobahnbrücke ist bald erreicht.

Es geht allmählich in die venizianische Ebene hinab. Die Berge verschwinden nun zusehends aus dem Blickfeld. Nur ein gekonnter Schulterblick zeigt nochmal die hohen Berge, die wir nun hinter uns gelassen haben. Wir erreichen bald Vittorio Veneto, eine wunderschöne Stadt mit 30.000 Einwohnern.

In einem kleinen Gemischtwarenladen kaufen wir Proviant für das ausgedehnte Picknick ein. Wir haben ein intensives und interessantes Gespräch mit dem freundlichen Ladenbesitzer, der viele Jahre in Hannover, Frankfurt und Stuttgart gelebt hat und ein perfektes Deutsch spricht. Er mag wohl die deutsche Mentalität lieber als die Italienische. Er meint wörtlich: „Hier sind viele Gauner unterwegs, auf die man sich nicht verlassen kann“. In Deutschland wäre das anders. Das ist die Sicht eines Italieners, der lange in Deutschland gelebt hat. Weiter geht die Reise Richtung Nervesa. Ab hier bis nach Volpago del Montello sind noch einige Hügel zu erklimmen. Es geht zwar tendenziell bergab, aber diese vielen giftigen, kleinen Anstiege kosten dennoch ein paar Körner.

Da es keinen Campingplatz gibt, klingeln wir nach 68 km an der nächsten Pension. Es macht jedoch keiner auf und am Telefon, unter der angegebenen Nummer, meldet sich auch niemand. Über Booking.com finden wir jedoch schnell eine nette Pension, die nur 2,6 km entfernt liegt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Pizzaservice vorbei, der auch Tische draußen stehen hat. Hier gibt es ungelogen die leckerste Pizza von ganz Italien!

Den letzten 1,5 km Kilometer bis zur gebuchten Pension sind schnell erreicht. Es ist ein sehr gepflegtes Haus in einer besseren Gegend mit einigen Zimmern. Wir sind die einzigen Gäste und somit alleine im Haus.

Kugelrund und glücklich von den vielen Eindrücken des Tages, horchen wir nun in die Kissen. Ohh, ein echtes Kissen. Eine echte Matratze. Lange nicht mehr gehabt. 🙂

Buona notte!



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15.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Cortina d´Ampezzo nach Farra d´Alpago


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Erkenntnis des Tages: 
Vermeintlich nur 1400 Hm bergab & Potz, Blitz und Donnerschlag


Es ist wieder einmal sehr ruhig auf dem Campingplatz. Das kommt uns sehr zu Gute, denn heute haben wir eine größere Etappe geplant, weil es vorher keinen Campingplatz gibt. Gut ausgeschlafen ist halb gewonnen.

Um 6:30 Uhr werde ich von alleine wach und schmökere ein bisschen in den Kommentaren des Reisblogs und auf Facebook. Es macht mir einfach großen Spaß, wenn es Leute gibt, die mit uns virtuell auf die Reise gehen. An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Lesern recht herzlich bedanken. Sowohl bei den stillen Lesern, die etwas schüchtern sind, aber vor allem bei den aktiven Lesern, die sich sogar die Zeit nehmen und ab und zu einen schönen, motivierenden Kommentar unter den Blog zu setzen. Vieeeelen herzlichen Dank dafür!

Es dauert nicht lange, da wird auch meine Geliebte wach. Um 7 Uhr stehen wir bereits unter der Dusche. Nach dem Einpacken der 7 Sachen genehmigen wir uns im Camping-Restaurant neben der Rezeption einen schmackhaften Cappuccino und eine „Bomba“, wie man hierzulande zu einem Berliner oder Krapfen sagt.

Um 8:30 Uhr sitzen wir auf den Rädern. Das Wetter ist zum Radfahren herrlich. Zudem dürfen wir heute bedeutend mehr abwärts (1400 Hm) fahren als aufwärts (660 Hm).

An einer Tankstelle füllen wir unsere Benzinvorräte für den Benzinkocher auf, bevor wir weiter auf einer Serpentinenstraße entlang steiler Felswände in das Valle di Cadore hinabrollen – und obwohl wir auf einer Landstraße entlang fahren, ohne lästigen KfZ-Verkehr. Die Straße leitet uns an mehreren ursprünglichen Dörfern vorbei durch das Tal de Piave.

Allerdings übersehen wir ein wichtiges Schild und rasen ahnungslos ein wunderschönes Tal hinab, jedoch komplett in die falsche Richtung. Bis wir es merken, haben wir ungefähr hundert Höhenmeter vergeudet, die wir nachher sehr mühsam und schweißtreibend wieder hinauf fahren müssen. Im Ort verfahren wir uns auch noch zweimal bevor wir die richtige Richtung einschlagen.

Seit dem Aufstieg auf den Brenner treffen wir immer wieder mal eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern im Anhänger. Der Mann schleppt den Anhänger mit den beiden Kindern. Am Anhänger hängen noch zwei kleine Kinderfahrräder. Die Frau fährt meistens hinterher unterhält sich mit den Kindern während der Fahrt und trägt in den Satteltaschen und im Rucksack das Gepäck. Hut ab vor dieser Familie. Da soll noch mal einer sagen, mit kleinen Kindern wäre eine solche Reise nicht möglich. Seit dem Brenner sind wir abends immer auf demselben Campingplatz.

Es wird nun zunehmend wärmer und die Höhe der Berge nimmt ab. In der Nähe von Ospitale d´Cadore legen wir eine Pause ein. Zwei Französinnen tun es uns gleich. Wenig später kommt ein Sprinter mit Fahradanhänger und sie lassen ihre Räder auf den Anhänger aufladen. Sie erklären uns, dass die Strecke durch einen Abbruch durch Steinschlag unpassierbar wäre und sie deshalb den Shuttle nehmen, sonst müsse man auf einer stark befahrbare Straße fahren, die dann auch noch mit Schwerlastverkehr durch einen Tunnel führt.

Sabine und Eric lassen sich einschüchtern und wollen das kleine Stück lieber auch mit dem Shuttle umfahren. Die demokratische Mehrheit siegt. Mit 5 € pro Nase inkl. Rad wären wir dabei. Das tun wir dann auch und fahren gemeinsam mit.

Wir nähern uns langsam unserem Endziel Venedig, welches jetzt nur noch ca. 180 km von uns entfernt liegt. Es gibt zwar noch einen kürzeren Weg direkt nach Mestre, aber wir wollen über Lido de Jesolo fahren, welches ungefähr 90 km weiter ist. Dafür kommen wir dann direkt ans Mittelmeer und können noch ein paar Tage faul in der Sonne liegen.

Ungefähr 4 km vor dem Campingplatz lädt ein nettes Lokal zu einer Kaffeepause ein. Und der nette Wirt ein Unikum.

Jetzt nehmen wir die letzten 4-5 km entlang eines Kanals in Angriff bis zum Campingplatz in Farra d´Alpago, der direkt an einem wunderschönen See gelegen ist. Hier ist ein Paradis für Surfer, Kite-Surfer, SUP usw.

Den Benzinkocher habe ich gestern mit Alkohol gefüllt. Das war offenbar keine gute Idee, denn nun tut das blöde Ding nicht mehr und die Spaghetti bleiben harte Weizenstäbchen. (Vielleicht weiß ja jemand Rat, wie man das Ding wieder in Gang kriegt, oder ist er jetzt hinüber?) OK, dann gehen wir eben nebenan in das feine italienische Restaurant, welches sich auf dem Gelände des Campings befindet. Ab hier werden jetzt auch die langersehnten Meeresfrüchte angeboten. Nur gut, dass der Kocher gerade nicht funktioniert, uns wäre sonst ein sehr leckeres Essen entgangen. Im Restaurant treffen wir auch die Radler-Familie mit den beiden kleinen Kindern und erfahren, dass die Umgehung der Moräne wohl halb so schlimm war. Sie sind ganz ohne diesen Shuttle ausgekommen.

Während ich hier den Reisebericht schreibe tobt draußen ein heftiges Unwetter. Irgendwie hört sich das in den Bergen sehr sehr bedrohlich an. Ich bin gespannt ob wir hier gleich wegschwimmen uns ob das alles gut geht. Bis jetzt steht das Zelt und wir leben noch. Wohl dem, der jetzt in einem festen Haus mit Blitzableiter schläft.



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14.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Toblach nach Cortina d´Ampezzo


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Erkenntnis des Tages: 

Höchster Punkt unserer Radreise erreicht: Passo Cimabanche / Gemärkpass (1530 m). Traumhaft schön: Die Dolomiten sind eine einzigartige und faszinierende Bergwelt wie im Bilderbuch.


Die Sonne ist heute wieder unser Wecker. Ein herrlich ruhige Nacht ist es. Der Ruhetag gibt uns die Kraft von Doppelherz. Zweimal hintereinander richtig ausschlafen, ohne auch nur einmal in die Pedale zu treten tut mal so richtig gut. Der Wetterprophet hat uns für heute gutes Wetter vorausgesagt. Das ist gut so, denn wir wollen diesen wunderschönen 61 km langen Dolomiten-Radweg bei gutem Wetter und guter Sicht fahren. Den regnerischen Tag haben wir gestern als Ruhetag genutzt und ein paar Bilder gemacht, die wir der Fotoserie voranstellen.

Nach dem Frühstück und einigen herrlichen Cappuccinos machen wir uns auf die Sattel in Richtung Toblach.

Der Radweg Dolomiten, wie die Tour auch genannt wird, führt durch das wildromantische Höhlensteintal. Rund 30 km schlängelt sich der Fahrradweg auf der alten Trasse der Schmalspurbahn entlang, welche einst Cortina mit dem Hochpustertal verband. Gerne wird diese einzigartige Fahrradtour auch als der „Lange Weg der Dolomiten“ bezeichnet. Auf diesen Abschnitt freuen wir uns ganz besonders. Von vielen Leuten, die wir auf unseren Radreisen kennengelernt haben, wird er als der schönste Radweg der Welt beschrieben.

Ausgehend von der Nordic Arena, dem bekannten Langlaufzentrum in Toblach, führt der Radweg Toblach Cortina zunächst zum Toblacher See.

Dieser Radweg bietet eine Traumkulisse nach der anderen. Man fährt keine 100 Meter und schon ändert sich die Landschaft und auch die Perspektiven auf die Bergwelt. Für einen Fotografen ist das eine unfassbare Motivsammlung.

Kurze Zeit später kommen wir an den Kriegerfriedhof Nasswand. Ein Mahnmal, welches daran erinnert, dass in diesem unnötigen Krieg 10 Millionen Menschen ihr wertvolles Leben verloren haben. Es verloren mehr Menschen ihr Leben durch Steinschlag, Kälte, Gewitter, Lawinen und anderen Naturerscheinungen als durch feindliche Waffen. Ein Ort an dem einem bewusst wird, wie unnötig ein Krieg ist.

Kriegerfriedhof Nasswand

Dann folgt der bekannte Toblacher Drei Zinnen Blick, dem einzigen Aussichtspunkt im Tal, von welchem man einen Blick auf die berühmten Drei Zinnen erhascht.

Wenig später kommen wir zum Dürrensee und kurz darauf ist der höchste Punkt unserer Reise erreicht: Der Passo Cimabanche / Gemärkpass (1530 m)

Höchster Punkt der Reise erreicht: Passo Cimabanche / Gemärkpass (1530 m)

Ein Traumplatz nach dem anderen:
Begleiter entlang des Dolomitenradweges immer wieder imposante und bekannte Dolomitengipfel wie der Monte Cristallo oder die Hohe Gaisl. Talabwärts fahrend, passiert man zuerst einen kleinen See, dann die schöne kleine Kapelle von Ospitale. Hier warten schmale und tiefe Schluchten, welche man mit dem Rad überquert.

Anschließend ist es nicht mehr weit zum Ziel, der mondänen Olympiastadt Cortina d´Ampezzo. Dank seiner einzigartigen Lage im Valle del Boite umrahmt von weißen Felswänden bekannter Dolomitengipfel wie Tofune, Cinque Torri, Lagazuoi, Cristallo oder Sorapis ist es nicht verwunderlich, dass der beliebte Ferienort Cortina d´Ampezzo auch als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet wird. Diese einzigartige Kulisse hat eine magische Anziehungskraft, weshalb wir beschließen nochmal eine Nacht in dieser wunderschönen Umgebung zu übernachten und alles auf aus wirken zu lassen.

Der ersten Campingplatz ist „completo“ und die störrische Dame hinter der Rezeption lässt sich nicht umstimmen, dass ein kleines Zelt eigentlich immer Platz findet. Glücklicherweise gibt es aber nebenan noch einen weiteren Camping, wo wir gerade noch den vorletzten Platz bekommen. Soviel Dusel haben wir auf unserer Reise schon gehabt, dass es fast schon unglaublich ist. Aber wir genießen es 🙂

Camping Cortina


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12.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Bruneck nach Toblach


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Erkenntnis des Tages: 
Fuß der Dolomiten erreicht


Die Nacht auf unserem wilden Campingplatz ist traumhaft schön und sehr ruhig. Entweder haben wir in unserem Tiefschlaf die Züge einfach überhört, oder es fahren nachts keine. Ich tippe eher auf Letzteres, denn sicherlich würde man das Hupen der Züge vor dem Tunnel auch im Stadium des tiefsten Schlafes wahrnehmen. Jedenfalls war Erholung unterm sternenklaren Himmel grandios. Zumindest erkenne ich auf Anhieb den großen und kleinen Waagen. Die Sternbilder, die wahrscheinlich jeder ohne App erkennen wird. Vielleicht sollten wir zukünftig öfter mal wild zelten. Keine schnarchenden oder sprechenden Menschen um uns herum. Keine laute Musik. Eric war bereits um 20 Uhr eingeschlafen. Sabine eine halbe Stunde später und ich durfte unsere Erlebnisse noch im Blog festhalten und die Fotos bearbeiten und in den Blog einfügen. Ich bin froh, dass ich meinen MacBook Pro mit über die Alpen schleppe. Erstens bekommt ihr dann schönere, bearbeitete Fotos zu sehen, denn direkt aus der Kamera sehen sie doch deutlich uncharmanter aus. Und zweitens tippt es sich auf einer Tastatur doch deutlich schneller und einfacher, als über ein Mobiltelefon. Des Weiteren hilft der große Monitor sehr bei der Gestaltung der Seite und beim Updaten der Links (vorige, nächste Etappe und in der Etappenübersicht).

Erst kurz vor 9 Uhr werden wir durch die Sonne geweckt. Der Berg hält für uns das wärmende Licht fern, damit wir etwas länger ausschlafen können.

Wilder Camper am Morgen

Für heute war eigentlich ein Ruhetag geplant, aber wir wollen nicht noch länger auf fremden Terrain stehenbleiben. Außerdem stehen wir hier mitten in der Pampa und haben keine Vorräte mehr. Das Rad weiter den Berg zum Campingplatz hinaufzuschieben, mit ungewissem Ausgang, wollen wir auch vermeiden. Auch Sabine’s Akku braucht wieder Ladung. Daher beschließen wir, die paar Kilometer zurück nach Bruneck zu fahren und uns beim Bäcker niederzulassen, um den Akku und auch unsere Mägen zu laden. Mit ausreichend Koffein, süßen Teilchen und Power im Akkumulator verlassen wir nach ca. 1,5 Stunden die Bäckerei. 3 Striche müssen reichen, um die 32 km bis Toblach zu fahren. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass auf diesen 32 km auch fast 600 Höhenmeter zusammenkommen, was natürlich sehr an der Akkupower und auch an unseren Kräften nagt. Zum Glück haben Eric und ich diese Sorgen nicht, wir brauchen keine Steckdose, dafür etwas mehr Nahrungsmittel, um die nötige Kraft zu mobilisieren.

Toblach nehmen wir deshalb als Ziel, weil es sich dazu eignet einen Tag länger zu bleiben, um das morgige schlechte Wetter in Ruhe auszusitzen.

Wir besichtigen nochmal kurz die Stadt und genießen in der Pfarrkirche die Stille, bevor wir uns weiter flußaufwärts Richtung Toblach die Höhenmeter erkämpfen.

Stille genießen in der Pfarrkirche Bruneck

Zunächst geht es gegen den Strom der Rienza entlang. Zwischendurch sind auch zwei Tunnels von jeweils 200 Metern Länge zu durchfahren.

Ab hier geht es stetig bergauf. Zwischendurch gibt es immer wieder kleinere und mittlere, giftige Anstiege. Wir nehmen auch absichtlich den höher gelegenen und hügeligeren Panoramaweg, der uns jedoch mit vielen fantastischen Ausblicken belohnt.

Panoramaweg Richtung Toblach

Die Dolomiten rücken jetzt immer näher ins Blickfeld und verleihen mir pure Glücksgefühle und eine Gänsehaut. Der Augenblick auf den wir schon seit Wochen fleißig hin strampeln ist bald erreicht. Das Endziel ist zwar Venedig, aber dazwischen sind zwei Highlights, auf die ich mich seit Wochen freue. Die Überquerung und die geniale Abfahrt des Brenners und der Radweg entlang der Dolomiten, der nun bald folgt.

Dolomitenpanorama

Wir erreichen den Ferienort Toblach und damit den Campingplatz Olympia, der am Fuße der einzigartigen Dolomiten liegt. Von unserem Platz aus, kann man sie im Hintergrund erkennen. Ist das nicht wunderwunderschön? Hier werden wir unseren ersten Ruhetag verbringen.

Campingplatz Olympia in Toblach mit Blick auf die Dolomiten
Dolomitenblick am Campingplatz. Hier etwas vergrößert.


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