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2026 Oman / Maskat: Tag 19 bis 20 – Ein Unglück kommt selten allein

Zwei Hotels, ein Taxi und die Qual der Wahl

Unsere Reisegesellschaft DERTOUR meldet sich schließlich doch noch bei uns. Allerdings etwas verspätet – vermutlich hatte man dort auch erst einmal einen starken Kaffee nötig, um unsere Situation zu sortieren. Jedenfalls reserviert man für uns kurzerhand ein Hotel im Oman. Und das Beste daran: Der Aufenthalt in diesem schicken Vier-Sterne-Hotel kostet uns exakt null Euro. Die Rechnung übernimmt DERTOUR.

Plötzlich stehen wir also vor einem luxuriösen Problem: Wir haben zwei Hotels zur Auswahl. Das eine müssten wir selbst bezahlen, das andere ist gratis. Auch wenn wir normalerweise gern experimentierfreudig sind – in diesem Fall gewinnt eindeutig das Wort kostenlos.

Also bestellen wir ein Taxi.

In Maskat funktioniert das übrigens etwas anders als in vielen europäischen Städten. Entweder bestellt man das Taxi über das Hotel oder über eine lokale App, die ähnlich wie Uber funktioniert. Der Clou dabei: Die Telefonnummer muss im Oman registriert sein, sonst bleibt die App stur wie ein Kamel in der Wüste.

Taximeter? Fehlanzeige!

Stattdessen wird der Preis direkt über die App berechnet. Das hat allerdings einen Vorteil: Man weiß schon vorher, was die Fahrt kostet. Und so bringt uns ein freundlicher Fahrer in rund 15 Minuten für umgerechnet 2,50 € zum neuen Hotel. Bei diesen Preisen könnte man fast auf die Idee kommen, sich ein Taxi als Dauerbegleiter zu mieten.

Freundlicher Taxifahrer

Chicken Korma mit überraschender Nebenwirkung

Am Abend zuvor gönnen wir uns ein gemütliches Dinner auf dem Zimmer. Sabine entscheidet sich für ein vegetarisches Gericht, während ich mich – völlig arglos – für ein Chicken Korma entscheide.

Geschmacklich? Fantastisch.

Doch plötzlich versteckt sich im Hühnerfleisch ein kleiner, aber äußerst unangenehmer Knochen, der sich offenbar quer in meinem Hals positioniert. Ein Gefühl, als hätte jemand einen Zahnstocher dort geparkt.

Das köstliche Abendessen mit Folgen

Die Nacht wird entsprechend unerquicklich.

Natürlich mache ich zunächst das, was heutzutage jeder verantwortungsvolle Mensch tut: Ich frage Onkel Doktor ChatGPT. Doch egal welche Tricks ich ausprobiere – das unangenehme Gefühl bleibt hartnäckig.

Also recherchiere ich mitten in der Nacht nach einem Krankenhaus in Maskat.

Und siehe da: Die Klinik bietet sogar Online-Terminbuchung an. Digitaler Fortschritt mitten im Oman – ich bin beeindruckt. Trotzdem entscheide ich mich schließlich, ohne bestätigten Termin einfach direkt hinzufahren.

Krankenhaus in Maskat – effizient wie ein Schweizer Uhrwerk

Ein Taxi bringt mich erneut für etwa 2,50 € zum Krankenhaus. Zehn Minuten später stehe ich bereits an der Rezeption.

Der erste Eindruck: erstaunlich wenig Menschen. Keine langen Warteschlangen, kein hektisches Treiben.

Mein Reisepass wird gescannt, meine Daten werden aufgenommen, und ich darf zunächst 20 € bezahlen. Danach nimmt mich eine Schwester praktisch an die Hand – im wahrsten Sinne des Wortes – und führt mich durch die Voruntersuchung.

Dort passiert erst einmal das, was in Krankenhäusern weltweit offenbar unvermeidlich ist:

Ich werde gewogen.

Sagen wir es diplomatisch: Die Waage und ich sind nicht derselben Meinung.

Danach folgen Blutdruck, Herzfrequenz und Temperatur. Der Arzt soll schließlich bestens vorbereitet sein. Und tatsächlich: Kaum bin ich oben in der ersten Etage angekommen, werde ich bereits vom Arzt empfangen.

Mit reichlich Würgereflex schaut er mir in den Hals. Einen Knochen kann er allerdings nicht entdecken. Also ruft er einen zweiten Arzt dazu. Beide beraten sich, sehen sich ein Video an und entscheiden schließlich gemeinsam:

CT-Scan.

Hightech-Medizin mitten im Oman

Meine Begleitschwester – mittlerweile fühle ich mich fast wie ein VIP – fährt mit mir ins Kellergeschoss.

Fünf Minuten später liege ich auf einem hochmodernen offenen CT-Scanner. Weitere fünf Minuten später ist alles erledigt. Das Ganze läuft so effizient, dass ich mich frage, ob deutsche Krankenhäuser heimlich Studienreisen nach Maskat unternehmen sollten.

Die Kosten: 100 OMR, also etwa 225 €.

Dafür bekomme ich sogar eine CD mit den Bildern.

Zurück beim Arzt folgt die gute Nachricht: Kein Knochen mehr sichtbar. Vermutlich hat er sich bereits verabschiedet. Was allerdings bleibt, ist eine kleine Verletzung im Hals.

Der Arzt nimmt sich anschließend tatsächlich eine halbe Stunde Zeit, um mir alles genau zu erklären und einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Dazu bekomme ich ein Antibiotikum sowie ein Schmerzmittel, damit sich die Wunde nicht entzündet.

Die Medikamente hole ich direkt im Erdgeschoss ab.

Dann bestelle ich wieder ein Taxi – natürlich für etwa 2,50 € – und fahre zurück ins Hotel.

Während der Fahrt denke ich ernsthaft darüber nach, meinen Status als Teilzeit-Vegetarier vielleicht doch in Vollzeit-Vegetarier umzuwandeln.

Man lernt schließlich aus seinen Erfahrungen.

Überraschung: Ein Rückflug taucht plötzlich auf

Kaum betrete ich unser Zimmer, klingelt das Telefon.

Am anderen Ende ist unsere Reiseleiterin von DERTOUR. Er fragt nach meiner WhatsApp-Nummer und Email-Adresse. Der Grund: Für morgen früh um 5:30 Uhr gibt es plötzlich einen Rückflug nach Deutschland.

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich baff.

Noch gestern hieß es, man sei für unseren Rückflug nicht mehr zuständig. Offenbar hat meine freundliche Mail – inklusive Erklärung, warum wir selbst aktiv geworden sind – doch Wirkung gezeigt.

Normalerweise gilt bei Pauschalreisen ja: Wer auf eigene Faust handelt, ist raus.

Doch in unserem Fall scheint man im Hintergrund trotzdem versucht zu haben, eine Lösung zu finden. Und das finden wir wirklich sehr bemerkenswert.

Ein letztes Problem vor dem Abflug

Die Freude über den möglichen Rückflug wird allerdings etwas getrübt.

Sabine liegt nämlich mit einer heftigen Migräne im Bett und musste sich bereits übergeben. Erfahrungsgemäß verschwindet so etwas nicht über Nacht.

Das bedeutet: Sie wird wahrscheinlich krank fliegen müssen.

Deshalb frage ich bei der Airline vorsichtig nach einem Upgrade in die Business Class, damit sie sich wenigstens hinlegen kann. Notfalls würden wir das Upgrade selbst bezahlen.

Ob das allerdings bei diesem Flugzeug überhaupt möglich ist, wissen wir noch nicht.

Wie so oft auf Reisen gilt also auch diesmal wieder:

Erstens kommt alles anders.

Und zweitens als man denkt.

Und genau deshalb bleibt unser Abenteuer zwischen Dubai und Maskat weiterhin spannend.

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3 Kommentare

  1. Lieber René, liebe Sabine,
    ich glaube, nach all den Turbulenzen habt ihr euch die Heimreise wirklich verdient. Manchmal reicht ein Abenteuer auch für drei Urlaube auf einmal.
    Gut, dass mit deinem Hals offenbar alles glimpflich ausgegangen ist. Jetzt drücke ich ganz fest die Daumen, dass Sabines Migräne schnell besser wird und ihr den Rückflug morgen halbwegs erträglich übersteht.
    Kommt gut und gesund nach Hause – und dann erstmal in Ruhe durchatmen. Für diese Reise habt ihr definitiv genug erlebt.

  2. Also ich hab den Eindruck, ihr wollt wirklich GAR nichts auslassen….
    Das ist einer der spannendsten Reiseblogs, den ich seit langem gelesen hab. Und das unfreiwillig…
    Das ist schon fast fernsehreif . Vielleicht solltet ihr euch damit bei Stern-TV vorstellen .

    Kommt gut nach Hause (hoffentlich diesmal pannenfrei).

    Und: gut, dass DERTOUR ein Einsehen hatte und euch nicht hängen ließ.
    Die Schilderung über das Krankenhaussystem dort hat mich echt beeindruckt! Zeigt es doch, wie krass es mit unserem „Gesundheits“-System gerade abwärts geht …..

    Beste Grüße
    Petra

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