Tag 8 – 2x Traingsrunde mit dem Bio-MTB zum Col Petit Ballon
Neues Projekt: Das Stilfser Joch mit dem Bio-MTB bezwingen. Der Plan: 48 Kehren. 1.850 Höhenmeter. 0% Akku.
Das Ziel ist klar vor Augen: Der offizielle Radtag am Stilfser Joch! Das bedeutet knackige 48 Kehren, 1.850 Höhenmeter am Stück und – als Highlight – reine Muskelkraft ohne eingebauten Rückenwind!
Damit ich da oben nicht auf halber Strecke nach meiner Mami rufe, ist Vorbereitung bekanntlich alles. Also Zeit für den ersten Härtetest am Col du Petit Ballon in den Vogesen!
Mein Fazit nach dem Test: Von der Steilheit her passt das schon mal gut zum Stilfser Joch! Der winzig kleine, fast unbedeutende Unterschied? Am Petit Ballon gibt es zwischendurch nette kleine Flachstücke zum Durchatmen. Am Stilfser Joch gibt’s die… trommelwirbel …nicht!
Der Petit Ballon hört da auf, wo das Stilfser Joch erst richtig anfängt (Prad liegt auf 915 m). Ab ca. 2.000 m Höhe verliert dein Körper spürbar an Sauerstoffaufnahme – die letzten 700 Höhenmeter im berühmten „Kehren-Karussell“ kosten doppelt so viel Körner!
Das heißt wohl: Ich muss am Stilfser Joch einfach knapp DREI Petit Ballons hintereinander fahren. Bis auf knapp 2.800 Meter Höhe.
Tag 9 – Auf dem Felsenweg am Col de la Schlucht
Abenteuerlustig? Auf geht’s auf den anspruchsvollsten Weg der Vogesen!
Der spektakuläre Felsenweg (Sentier des Roches) schlängelt sich direkt unterhalb des Vogesenkamms an steilen Felswänden entlang, führt über kleine Geröllfelder und bietet Nervenkitzel pur! (Schwierige Passagen sind mit Drahtseilen & Geländern gesichert).
Start & Ziel: Parkplatz Col de la Schlucht
Beste Zeit: Frühling bis Herbst
Tipp: Wanderschuhe einpacken, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen und die grandiose Aussicht genießen!
















































Tag 10 – Training, Training, Training
Tag 11 – Ruhetag & die Lust auf ein Gravelbike wächst
Tag nach dem Desaster: Oberschenkel, Übergewicht und die große Gravel-Gier!
Heute war absolute Regeneration angesagt. Nach den vorgestrigen 1.550 Höhenmetern in der glühenden Hitze fühlt sich mein Körper an wie von einer Dampfwalze überrollt.
Ich gebe es ehrlich zu: Schon nach den ersten 1.000 Höhenmetern hätte ich mein vollgefedertes Wipp-Monster am liebsten im hohen Bogen in die Vogesen-Pampa geschmissen! Während ich mit dicken Noppenreifen gegen das System (und mein Federgabel-Wippen) gekämpft habe, flogen die durchtrainierten Rennrad-Lycra-Götter auf ihren 7-Kilo-Federgewichten schwebend an mir vorbei.
Gut, ich bin nicht mehr 20, auch die 40 sind längst überschritten und hab vielleicht den einen oder anderen Kilo-Knödel zu viel auf den Rippen. Aber wie heißt es so schön? Wer sich vorher zu viel Shit-In gönnt, darf sich nicht wundern, wenn aus dem Wipprad am Berg nur Shit-Out rauskommt! Immerhin: Mein Rad schluckt so viel Energie, da verbrenne ich die Pfunde doppelt so schnell. Positiv denken!
Aber die Erkenntnis reift: Ich brauche ein Gravelbike!
Den kompletten Ruhetag (und die halbe Nacht) habe ich also damit verbracht, YouTube leerzusaugen, Schaltungen zu vergleichen, Geometriedaten zu studieren und mich tief ins Bike-Nerd-Universum zu stürzen.
Das bittere Problem? Der Markt ist wie leergefegt! Ein passendes Bike in meiner Rahmengröße, das mir gefällt? In ganz Deutschland: Fehlanzeige! In der Schweiz gäbe es zwar was, aber die Preise dort treiben einem selbst ohne Höhenmeter die Schweißperlen auf die Stirn…
Die Suche geht weiter. Bis dahin muss das Wipp-Monster herhalten!
Tag 12 – Regeneration, Mitgefühl & Flucht in die Höhenmeter
Während ich mich über Oberschenkelknurren und Wipp-Räder beschwere, hat es Sabine richtig übel erwischt: Seit unserer Wanderung an Tag 9 liegt sie mit fieser Migräne im Camper und versucht, die Tage auszukurieren.
Um diese Krankheit beneide ich sie wirklich kein bisschen – erst recht nicht im Hochsommer bei diesen Temperaturen. Und dann auch noch über so viele Tage… Es ist wirklich ein absoluter Jammer und tut mir im Herzen weh.
Damit Sabine drinnen im Abgedunkelten die absolute Ruhe hat, die sie jetzt braucht, nutze ich die Gelegenheit für die einzig logische Ausweichbewegung: Flucht nach vorn!
Ich habe mir die „Wippe“ geschnappt, um da draußen noch ein paar Höhenmeter und Kilometer plattzumachen. So hat sie ihre Stille im Camper – und ich den Kopf frei auf dem Sattel.
Drückt die Daumen, dass es ihr bald wieder besser geht!
Gute Besserung an die beste Camp-Gefährtin!
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3 Kommentare
Ach jeh lieve schatten, wat hebben jullie een gevaarlijke wandeling gemaakt zeg. Jij René houd niet zo van campen en dan lekker in de schaduw liggen bij zo een hitte, nee berg naar boven en beneden. Maar een mens zijn Lust is een mens zijn leven. ik wens heel veel kracht en ben benieuwd of je het ook lukt lieverd. maar voor Sabine heel veel respekt, als je ziek bent en dan in de hitte moet liggen dat is afschuwelijk. Nu maar hopen dat het snel weer goed met haar gaat dat wens ik haar van harte. Verder nog een mooie vakantie, maar wil ajb niet te veel lieverd. Je bent inderdaad al op middelbare leeftijd.. Hele dikke knuffels voor jullie alletwee❤❤
Lieber René,
gute Besserung an deine Liebste!
Und Hut ab vor deinem Vorhaben!
Ich war vor einigen Wochen in der Schweiz mit Kollegen wandern und die Höhe hat mich am ersten Tag (und wir waren nur zwei) zur absoluten Kurzatmigkeit und Herzrasen gebracht. Das hätte ich nie gedacht und wir sind „nur“ auf 1600m gestartet und auf ca. 2550m hoch.
Ich halte dir und Sabine die Daumen und schicke euch Grüße aus der heißen Bretagne!
René, ich weiß ja nicht, was beeindruckender ist: dein eiserner Wille oder die Tatsache, dass du nach 1.550 Höhenmetern ernsthaft darüber nachdenkst, dir ein neues Fahrrad zu kaufen, statt einfach mal die Füße hochzulegen. Respekt vor deinem Vorhaben am Stilfser Joch – allein beim Lesen der 1.850 Höhenmeter bekomme ich schon schwere Beine.
Für Sabine wünsche ich vor allem ganz schnelle und gute Besserung. Mehrere Tage Migräne und dann noch bei dieser Hitze im Camper – das braucht wirklich kein Mensch. ❤️
Passt gut auf euch auf, genießt eure Reise und René: Ein Ruhetag ist übrigens ein Tag, an dem man ruht. Nur falls das in deinem Bike-Nerd-Universum noch nicht angekommen ist.