Mai 26th, 2015

Donau-Radweg Tag 6: Von Donauwörth nach Ingolstadt

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Gegenüber von unserem Zimmer steht das Liebfrauen-Münster mit einem gewaltigen Glockenturm. Punkt 6 Uhr werden wir zum ersten Mal aus dem Schlaf gegongt und stehen senkrecht im Bett. Das Schließen der Fenster bringt nicht viel Besserung. Eine Viertelstunde später ‚GOOONG!‘. Um 6.30 Uhr ‚ GOOONG…GOOONG‘. Dann 3 Mal. Um 7 Uhr sind wir dann endgültig mürbe gegongt und springen aus den Federn.
Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl an Köstlichkeiten.
Leider bekommen wir diesen Luxus nicht, wie 2 Tage zuvor, für 10 Euro. Wir trösten uns deshalb mit einem Schnitt von 45 Euro 🙂
Zuerst besuchen wir das lautstarke Münster, fahren nochmal durch das schöne Donauwörth, welches vor einigen Jahren bereits Ausgangspunkt für unsere Nordrandweg-Wanderung war. Es wird auch bei einer unserer nächsten geplanten Radreisen der Startpunkt sein. Denn die Via Claudia Augusta beginnt hier und führt über die Alpen nach Venedig. Diesen Traum möchten wir uns noch erfüllen.
Die ersten Kilometer sind ein ständiges Auf und Ab. Der Kreislauf kommt gut im Schwung. Einige Radreisende bevorzugen es, ihr Fahrrad die steilen Rampen hinaufzuschieben. Insgesamt sind auf dieser Strecke ca. 300 hm zu überwinden.

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Seit einiger Zeit treffen wir immer mal wieder ein Rad mit kanadischer Flagge. Wir kommen mit dem Kanadier aus Quebec ins Gespräch und tauschen uns aus. Er startete in Paris und fährt jetzt die Donau entlang bis ans Schwarze Meer und möchte dann weiter über Istanbul nach Griechenland und von dort mit dem Flieger zurück nach Kanada. Drei Monate hat er Zeit für dieses Unternehmen. Neben ihm fährt eine 64 jährige ausgemergelte, zierliche Frau aus Frankreich. Sie kommt aus Nantes am Atlantik und ist bereits einen Monat mit Sack und Pack unterwegs und möchte auch bis Bulgarien ans Schwarze Meer kommen. Das Tempo welches sie vorlegt, ist erstaunlich hoch.

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Um 13 Uhr machen wir eine Kaffeepause in Neuburg. Neuburg war im 8. Jahrhundert Bischofssitz und kam Mitte des 13. Jahrhunderts zu Bayern. Das markanteste Bauwerk stellt das Residenzschloss Neuburg dar.

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Ab hier gibt es verschiedene Varianten: Variante 1 geht über die Felder und ein paar Dörfer. Variante 2 führt direkt an der Donau auf einer Schotterpiste von ca. 15 km Länge entlang. Wir entscheiden uns für letztere Variante und genießen die Fahrt in der Natur ohne Zivilisation.
Kurz vor Ingolstadt kommen wir durch ein schönes Naherholungsgebiet mit Baggerseen und machen dort noch eine kurze Rast.

Jetzt nehmen wir die letzten Kilometer bis zur Stadtmitte von Ingolstadt unter die Räder. Dort angekommen, machen wir ’seightseeing by bike‘. In Windeseile durchkreuzen wir die Altstadt und saugen auf einer Bank die ersten Sonnenstrahlen in uns auf, bevor wir uns auf den Weg zum Campingplatz machen. Dieser liegt noch ein paar Kilometer außerhalb der Stadt.
Dort angekommen, treffen wir den Kanadier und die Französin wieder.

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Wir bauen das Zelt auf, legen uns noch ein wenig in die wärmende Sonne und gehen ins Lokal nebenan.

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Donau-Radweg Tag 5: Von Leipheim nach Donauwörth

Um 7.30 Uhr sind wir bestens ausgeschlafen. Ein erster Blick aus dem Fester: Regen! Das kennen wir nicht, wir haben eigentlich nie Regen im Urlaub.

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Das Frühstück im Hotel Hirschbräu wäre für 4 Personen mehr als ausreichend gewesen. Man merkt direkt, dass wir in Bayern sind. Am Nachbartisch sitzt ein freundlicher 72 jähriger Mann, der immer noch mit Leidenschaft seine Wurstwaren auf Märkten südlich der Mainlinie verkauft. An unserem Frühstückstisch sagte er, dass er zum Zahnarzt müsse, weil sein Gebiss gebrochen sei, und dass er immer noch arbeite, damit er für seinen querschnittsgelähmten Sohn sorgen kann. Er hat uns auch zu sich nach Hause eingeladen, leider liegt das nicht auf unserer Strecke. All dies und noch viel mehr erfuhren wir in wenigen Minuten. Ein ganz netter Zeitgenosse, von denen man sich mehr wünscht auf dieser Welt.

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Nach dem tollen Frühstück gehen wir ins Zimmer, ziehen uns um und siehe da, der Regen hört auf und die Sonne blitzt durch den verhangenen Himmel.

Über Leipheim kommen wir nach Günzburg, das man landläufig durch das Legoland kennt. Allerdings ist auch die Altstadt sehr sehenswert. Hinter dem Unteren Tor, das heute das Wahrzeichen der Stadt ist, befindet sich der wunderschöne lange Marktplatz, gesäumt von dicht aneinandergereihten Häusern mit spitzen Dächern. Für diese Region sind diese Dächer charakteristisch.

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Wir suchen noch einem Radladen, da der Fahrradständer von Sabine’s Rad durch ein Missgeschick abgebrochen ist.
Allerdings werden wir nicht fündig, da Cannondale sich bei diesem Bike eine besondere Halterung hat einfallen lassen. Anlehnen heißt nun die Devise.

Weiter geht’s Richtung Gundelfingen. Diese romantische Kleinstadt wird auch Gärtnerstadt genannt und liegt zwischen Wiesen und Auwäldern im Donautal. Hier vereinen sich drei Flüsse.

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Über Lauingen geht es weiter nach Dillingen. Eine der wenigen Städte, die während des 2. Weltkrieges nicht zerstört wurde. Daher findet man hier viele historische Gebäude. Sebastian Kneipp ging hier regelmäßig in die kalte Donau und bewies damit, dass man sich mit kaltem Wasser kurieren kann.

Während Sabine einen Kaffee trinkt, erkunde ich die Basilika St. Peter. Die Kirche ist nicht nur mit wundervollen Gemälden und Stuckdecken verziert, sondern auch mit unzähligen riesigen Blumengestecken. An der Ausgangstüre hält mir eine freundlich lächelnde Nonne die Tür auf und ich sagte ihr, dass dies eine wundervolle Basilika sei und sie schön geschmückt ist, worauf sie sagte, dass es noch der Schmuck von Pfingsten sei und die Kirche nebenan solle ich mir unbedingt auch noch ansehen. Im selben Moment kommt eine Mutter mit Kinderwagen zum Eingang herein und die Nonne sagt: „Kommen’s herein, der liebe Gott wartet schon auf Euch! „. Bin ich froh, dass sie diesen Satz nicht zu mir gesagt hat. 🙂

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Von Dillingen geht es über Höchstädt, Blindheim, Gremheim und über viel weites Land nach Donauwörth, wo viele schmucke Bürgerhäuser zu finden sind.

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Es ist trocken aber sehr kalt und der Himmel sieht nach Regen aus. Wir suchen daher heute eine warme Bleibe für die Nacht und finden sie im Goldenen Hirschen. Als wir die Fahrräder in der Radl-Garage abstellen, fängt es an zu regnen.

Der Tageskilometerzähler zeigt heute 76 km an.

Nach einem königlichen Essen mit königlichem Gemüse, geht’s in die königliche Waagerechte zur Königin der Nacht (die bereits schläft, während ich den Bericht uploade)

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