Beim DD

2026 Radreise Mozart-Radweg Tag 1: Simssee – Amerang – Happing

Um Punkt 7 Uhr scheucht uns der Wecker erbarmungslos aus den Federn. Trotzdem hilft alles nichts – der Tag wartet nicht. Also gibt’s ein spartanisches Frühstück mit Instantkaffee, der eher wachrüttelt als begeistert. Da zudem keine Duschmünze aufzutreiben ist und die Rezeption noch friedlich schlummert, wird kurzerhand improvisiert: Katzenwäsche statt Wellnessprogramm.

Auf nach Amerang – mit kleiner Ehrenrunde

Dann aber: Motor an, los geht’s Richtung Amerang! Allerdings wäre es ja zu einfach, direkt anzukommen. Deshalb drehen wir erst einmal eine kleine Ehrenrunde durchs Dorf – schließlich hatten wir noch eine alte Adresse gespeichert. Ein kurzer Anruf bringt Licht ins Navigations-Chaos: Ingrid und DD wohnen schon lange etwas außerhalb, idyllisch mitten im Grünen.

Und tatsächlich – kaum angekommen, werden wir schon winkend empfangen. Die Kulisse könnte kaum schöner sein: saftige Wiesen, ruhige Lage, ein Hauch von Bilderbuch. Dazu gibt’s frisch gebrühten Kaffee und herrlich knusprige bayrische Brezn. Und nicht irgendwelche! Nein – ausdrücklich keine „Moltofill-Brezn“ (O-Ton DD, und ja, wir haben herzlich gelacht).

Vom Camper aufs Bike – Packen mit System (oder so ähnlich)

Nach einer guten Stunde heißt es Abschied nehmen, denn DD muss weiter – und für uns beginnt der große Umbau. Vom Camper aufs Fahrrad, vom Komfort zur Minimalvariante. Obwohl die Nächte noch empfindlich kalt sein könnten, entscheiden wir uns dennoch, die komplette Zeltausrüstung mitzunehmen. Sicher ist sicher – und wer weiß, vielleicht zeigt sich der Frühling ja doch noch gnädig.

Das Packen entwickelt sich allerdings zur kleinen Wissenschaft: sortieren, überlegen, umpacken, wieder auspacken… und am Ende hoffen, nichts vergessen zu haben. Nach etwa anderthalb Stunden ist es dann endlich geschafft. Wir verabschieden uns von Ingrid, schwingen uns auf die Räder und rollen zurück Richtung Amerang.

Die Strecke präsentiert sich sofort typisch für den Mozart-Radweg: hügelig, abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll. Es geht stetig auf und ab – wobei „ab“ glücklicherweise überwiegt.

Aussicht, Geschichte und ein kleines Genie

Am Aussichtspunkt mit dem vielversprechenden Namen „Schöne Aussicht“ legen wir eine Pause ein. Und der Name hält, was er verspricht: Vor uns windet sich der Inn in einer beeindruckenden Schleife um Wasserburg – ein Anblick, der uns kurz innehalten lässt.

Doch nicht nur landschaftlich, sondern auch historisch hat diese Region einiges zu bieten. Bereits im 18. Jahrhundert führte eine Reise den jungen Wolfgang Amadeus Mozart hierher. Auf einer seiner frühen Touren mit seiner Familie machte er Station in Wasserburg – wenn auch ungeplant und verspätet. Eine Panne verzögerte die Ankunft bis tief in die Nacht.

Nur wenige Tage später zeigte sich jedoch sein außergewöhnliches Talent: Bei einem Besuch an der Orgel erklärte ihm sein Vater die Pedale – und der junge Mozart legte direkt los, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Jahre später kehrte er erneut zurück und hinterließ sogar schriftliche Spuren seiner Reise – ein kleiner historischer Fußabdruck entlang unseres heutigen Weges.

Entlang des Inns – Natur, Kuchen und ein spontaner Plan

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte radeln wir weiter durch die charmante Altstadt von Wasserburg und überqueren den Inn. Allerdings lässt die nächste Steigung nicht lange auf sich warten – kräftig treten ist angesagt. Doch die Mühe lohnt sich, denn der Weg führt anschließend oberhalb des Inns entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke.

Und dann, endlich: Der Radweg führt direkt ans Wasser. Ruhig, flach und einfach herrlich zu fahren. Wenig später entdecken wir einen kleinen Waldsee mit Kiosk – und natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen.

Was als kurze Pause geplant war, wird schnell zur strategischen Entscheidung: Wir buchen direkt ein Zimmer für die Nacht, füllen unsere Wasserflaschen auf und gönnen uns Kaffee und ein Stück leckeren Kuchen. Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden.

Frisch gestärkt geht es weiter am Damm entlang, vorbei an Rosenheim, bis nach Happing.

Booking-Panne mit Happy End

Am Hotel angekommen, erwartet uns allerdings eine kleine Überraschung – und zwar keine gute. Zwar wurde das Geld bereits abgebucht, aber… keine Buchung vorhanden. Weder in der App noch im Hotel. Perfekt.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als pragmatisch zu handeln: Wir buchen das Zimmer einfach nochmal. Glücklicherweise klappt das problemlos. Kurz darauf folgt dann die erlösende Nachricht per E-Mail: Die ursprüngliche Buchung ist fehlgeschlagen, das Geld wird zurücküberwiesen – allerdings mit einer gemütlichen Bearbeitungszeit von 7 bis 14 Tagen. Nun gut. Es gibt definitiv Schlimmeres.

Ankommen, durchatmen und genießen

Nach einer erfrischenden Dusche – endlich! – geht es runter ins Restaurant. Und dort wartet genau das, was man sich nach so einem Tag wünscht: ein richtig gutes, herzhaftes Abendessen.

Während wir den Tag Revue passieren lassen, wird uns klar, warum der Mozart-Radweg so besonders ist. Es sind nicht nur die Strecken oder Sehenswürdigkeiten – es sind die kleinen Geschichten, die Begegnungen und die unerwarteten Momente.

Und genau deshalb gibt es am Ende dieses Tages nur ein Fazit:
Es gibt kaum etwas Schöneres.

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