2026 Rundreise DE-FR-CH-IT: Tag 43-44

Tag 43: Die Weiterreise in die Dolomiten – Flucht vor der Hitze zum Sellaronda Bike Day 2026

Ein abwechslungsreicher Roadtrip durch Italien verlangt vor allem eines: spontane Richtungswechsel! Eine gute Woche lang sind wir kreuz und quer durch die Toskana gereist – mit An- und Abreise waren es intensive zwölf Tage voller Zypressen, trutziger Festungsstädte, Alabasterkunst und feinstem Vino Nobile. Wir haben einen fantastischen Überblick über die Region gewonnen und jede Menge toskanische Lebensfreude aufgesaugt. Doch während die Kultur unsere Herzen erwärmte, brachte das Thermometer unsere Geduldsfäden langsam zum Glühen: Konstante 36-38 °C im Schatten wurden auf Dauer einfach zu viel des Guten. Uns dürstete nach spürbarer Abkühlung, frischer Bergluft und vor allem nach sportlicher Bewegung.

Kurswechsel nach Norden: Der Ruf der Dolomiten

Da kam uns eine Nachricht gerade recht: Das Wetter in den Bergen war schlichtweg perfekt gemeldet, und vor allem lockte der legendäre Sellaronda Bike Day! Ein Tag, an dem die berühmten Dolomitenpässe komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt sind und vier majestätische Pässe nur darauf warten, rein aus eigener Muskelkraft bezwungen zu werden. Ursprünglich wollten wir noch länger durch die Toskana tingeln, aber dieses radsportliche Großereignis wollten wir uns keinesfalls entgehen lassen. Also drehten wir das Lenkrad kurzerhand um 180 Grad nach Norden.

Bevor es jedoch ins Hochgebirge ging, legten wir einen strategischen Zwischenstopp im geschichtsträchtigen Padua ein. Auf einem unkomplizierten, praktischen Camperstellplatz für gerade einmal 10 Euro pro Nacht bekamen wir eine herrlich ruhige Mütze Schlaf – die perfekte Energiequelle vor den anstehenden Pässen in den Dolomiten.

Von der Autobahn Longarone durch das wilde Zoldotal

Am nächsten Morgen ließen wir die venetische Tiefebene hinter uns und nahmen auf der Autobahn die Ausfahrt Longarone. Ab hier verwandelte sich die Strecke schlagartig in großes Gebirgskino! Über Soffranco und Solagnot schraubten wir uns tiefer in das wildromantische Val di Zoldo hinein. Vorbei an Forno di Zoldo ging es in herrlichen Schwüngen bergauf, während die Temperaturen endlich in den ersehnten Wohlfühlbereich fielen.

Über Selva di Cadore schlängelte sich die Straße weiter dem Hochgebirge entgegen. Rechter Hand grüßte bald der geschichtsträchtige Col di Lana mit seinen markanten Flanken, bevor wir die Ortschaft Arabba erreichten. Von dort aus kurbelte unser Camper die Kehren hinauf, um schließlich über den Pass hinab nach Corvara zu rollen.

Ankunft am Fuße des Sassongher

Das letzte kurze Stück führte uns schließlich direkt zu unserem Ziel: dem Campingplatz Colfosco, der malerisch direkt am Fuße des mächtigen Sassongher eingebettet liegt. Bei herrlich frischer Bergluft bezogen wir unseren Stellplatz und warfen einen ehrfürchtigen Blick auf die steilen Kalksteinwände rundherum. Die Wanderschuhe und vor allem die Fahrräder stehen bereit.

Tag 44: Wanderung: Vom Campingplatz Colfosco zur Edelweißhütte (und über Corvara zurück)

Ein abwechslungsreicher Roadtrip durch Italien verlangt hin und wieder nach einer Pause vom Asphalt, um die Bergschuhe zu schnüren. Mitten im Herzen der Dolomiten starteten wir heute direkt am Campingplatz in Colfosco (Startpunkt A) zu einer panoramareichen Rundtour hinauf ins Edelweißtal. Vor der gewaltigen Felskulisse der Sella-Gruppe und des markanten Sassongher ging es hinein in die ladinische Bergwelt.

Anstieg ins Edelweißtal und der Sassongher im Blick

Vom Campingplatz aus führte der Weg zunächst sanft an Colfosco vorbei, bevor der Pfad stetig anstieg. Vorbei an der ersten Wegmarke (1) schraubt sich der Steig hinauf in Richtung der Wegpunkte (2) und (3). Mit jedem Höhenmeter öffnet sich der Blick zurück auf die grünen Wiesen und die gegenüberliegenden Dolomitengipfel.

Besonders imposant ragt rechter Hand der mächtige Sassongher (2.665 m) in den Himmel, während wir dem alpinen Pfad weiter bergauf folgten. Oben angekommen, belohnt das Edelweißtal mit einer idyllischen Almlandschaft und einer wohlverdienten Pause bei der Edelweißhütte – der perfekte Ort für eine zünftige Hüttenstärkung mit Aussicht!

Rundweg über die Almflanken und Abstieg nach Corvara

Für den Rückweg wählten wir die Runde über den Höhenweg: Zunächst ging es am Fuße der Felsabbrüche entlang und anschließend über die weitläufigen Alm- und Waldhänge hinab Richtung Corvara (vorbei an Wegpunkt 4). Der Abstieg schlängelt sich in Kehren talwärts und bietet immer wieder fantastische Tiefblicke auf den Talkessel von Corvara in Badia.

Im Tal angekommen, führte die Route entlang der Talebene und des Baches gemütlich zurück nach Colfosco, bis sich der Kreis wieder am Campingplatz schloss. Nach 490 schweißtreibenden Höhenmetern schmeckte das Feierabendgetränk im Camper gleich doppelt so gut – ein echtes Alpin-Highlight auf unserem Roadtrip durch Italien!


Die Tourdaten im Überblick:

  • Distanz: 8,27 km
  • Reine Bewegungszeit: 4 Std. 31 Min.
  • Höhenmeter bergauf: 490 hm
  • Höchster Punkt: Knapp über 2.000 m

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