2014 Café del Mundo Sextett & Joo Kraus @ Stadthalle Buchen

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Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

Buchen. (RNZ/adb) Zum Markenzeichen von „Café del Mundo“ gehört eine große Spielfreude, die einhergeht mit einer demonstrativen Leichtigkeit der Instrumentenbeherrschung. Und bei der Vorstellung der neuen CD „La Perla“ am Sonntagabend in der vollbesetzten Buchener Stadthalle hatte das durch den Startrompeter Joo Kraus zum Sextett angewachsene Ensemble einen Glückgriff gemacht. „Café del Mundo“ riss das Publikum mit einem über zweieinhalbstündigen Programm einfach mit. Schon nach dem ersten Stück war der Funke übergesprungen. Bewundernswerte Soli wurden bejubelt, stürmischer Applaus und am Ende Standing Ovations belohnten für ein einzigartiges Konzert- und Klangerlebnis in der Stadthalle.

Und nein, die Akteure ließen sich von Joo Kraus nicht die Show stehlen, was dieser begnadete Musiker sicherlich nie vorgehabt hatte. Dieses Sextett spielte wie aus einem Guss, wobei jeder einzelne Musiker seine Klasse am Instrument beweisen konnte. Obwohl manche Stücke mit Kraus nur Minuten geübt werden konnten, fiel dies im harmonischen Zusammenspiel nicht auf. „Café del Mundo“ ist ständig im Wandel, feilt an der Ausgereiftheit seiner Stücke, lässt sich immer wieder Neues einfallen. Sehr zum Gefallen der dankbaren Fangemeinde. Diese Experimentierfreude dient einer hörbaren Weiterentwicklung. Und man spürt: Da ist sogar noch mehr drin!

Eigene Glanzpunkte setzte natürlich auch die aus Sevilla stammende Tänzerin Maria Azucena Rubio Calle mit ihrem belebenden Tanzstil, der sich gefühlvoll an der Musik des Sextetts ausrichtete. Das „Sahnehäubchen“ war zweifellos die Anwesenheit des Startrompeters Joo Kraus. Er ist durch Gastspiele im Südwestrundfunk und diversen Produktionen mit Interpreten von Weltruf bekannt.

Angesichts des sehr zahlreich erschienenen Publikums sagte Jan Pascal Stieber, der mit Alexander Killian als „Motor“ der „Welt-Musik-Stadt“ gilt, in seiner kurzen Begrüßung, dass „Buchen den Titel der ,Welt-Musik-Stadt‘ absolut verdient“.

In der Stadthalle unterstrich das farbenprächtige Bühnenbild den Charakter des Gastspiels: Geboten wurde charakterstarke instrumentale Musik in Perfektion, die dem bekannt hohen Niveau des Sextetts um Jan Pascal Stieber gerecht wurde. In altbewährter Machart vermochte Stieber an der akustischen Gitarre zu glänzen. Begleitet wurde er von Alexander Kilian (Gitarre), Alberto Menéndez (Saxophon, Flöte), Sandro Gulino (Bass) und dem aus der peruanischen Hauptstadt Lima angereisten Percussionisten Cesar Gamero, der durch seine Einsätze – „Trommelakrobatik“ pur – auf eine ganz besondere Art und Weise Fingerfertigkeit und Taktgefühl zugleich unter Beweis stellte. Gerade am „Cajon la Peru“, das als „Nationalinstrument“ seines Heimatlands gilt, brillierte der Südamerikaner und brachte seine eigene Note in das Konzert ein.

Auch die Blechblasinstrumente würzten die Darbietungen mit feinem Tremolo. Stargast Joo Kraus verstärkte die Formation mit seiner Trompete.

In der Stadthalle herrschte durch das harmonische Zusammenspiel der Instrumente „Wohlfühlstimmung“. Die Klangfarbe demonstrierte im Verlauf des Programms eine Wandlungsfähigkeit von besonderem Grad: Von Besinnlichkeit über Lebensfreude bis hin zu Sentimentalität mit Hang zur Dramatik waren viele musikalische Charaktereigenschaften zu hören, was vom Publikum mit viel Applaus geradezu gefeiert wurde.

Im Ganzen lässt sich die Vorstellung mit dem Satz „Melodien zum Tanzen und Träumen“ umschreiben. Und es wurde nicht „nur“ gespielt, denn Jan Pascal Stieber erzählte über die Stücke kleine Geschichten, wie sie bei einem Aufenthalt in Spanien zustande kamen, was das Konzert authentisch abrundete.