Unsere Fahrräder parken sicher im Innenbereich des Hotels, während wir auf dem Balkon stehen und erst einmal tief durchatmen. Denn der Ausblick ist schlichtweg spektakulär: Schneebedeckte Gipfel liegen uns zu Füßen, während gleichzeitig sommerliche Temperaturen für beste Laune sorgen. Dazu kommt noch ein Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offenlässt – also, ehrlich gesagt, besser kann ein Radlertag kaum starten. Und weil die Sonne lacht, lachen wir einfach mit und schwingen uns gut gelaunt in den Sattel.
Gemütlicher Start entlang der Großache
Zunächst rollen wir entspannt entlang der Großache, und zwar ganz ohne Stress. Doch schon bald merken wir: Es geht langsam, aber stetig bergauf. Allerdings ist das genau die Sorte Anstieg, die man gut wegpedalieren kann – nicht zu steil, nicht zu lang, sondern einfach angenehm.
In Waidring legen wir dann unseren ersten Stopp ein. Beim Bäcker versorgen wir uns mit belegten Brötchen – schließlich will der Körper ja auch bei Laune gehalten werden. Und während wir dort stehen, stoßen wir auf ein kleines, aber spannendes Detail:
Genau hier kehrten einst Wolfgang Amadeus Mozart und sein Vater Leopold Mozart ein. Eine Büste erinnert daran, dass die beiden im Jahr 1771 auf ihrer Reise nach Italien hier Rast machten.
Damals war Mozart gerade einmal 15 Jahre alt, aber schon ein gefeiertes Wunderkind. Reisen waren für ihn nicht nur Pflicht, sondern auch Inspiration – und genau diese spürt man irgendwie noch heute. Schon verrückt, wie Geschichte plötzlich ganz nah wirkt, während man mit dem Rad davorsteht.
Schotter, Kurven und jede Menge Fahrspaß
Weiter geht’s – und zwar leicht abseits der Bundesstraße, was wir natürlich sehr begrüßen. Die Strecke ist angenehm hügelig, geht also ständig auf und ab, wobei die Tendenz ganz klar nach oben zeigt. Doch dann kommt das Highlight: eine traumhafte Downhill-Schotterstrecke entlang von Griesenbach und Loferbach.
Hier wird es richtig spaßig! Kurvenreich, flott und landschaftlich einfach nur ein Genuss. Genau solche Abschnitte sind es, die den Mozart-Radweg so besonders machen. Schließlich ist es nicht nur das Ziel, sondern vor allem der Weg dorthin.
In Lofer angekommen, suchen wir uns ein schattiges Plätzchen – und finden es unter einem Lindenbaum, umgeben von kuriosen Bronzehühnern. Dort vernichten wir genüsslich unsere Brötchen. Ja, „vernichten“ trifft es ziemlich gut, denn nach der Strecke haben wir ordentlich Hunger.
Entlang der Saalach bis Bad Reichenhall
Frisch gestärkt folgen wir anschließend der Saalach. Auch hier bleibt es abwechslungsreich: Es geht ständig leicht auf und ab, sodass keine Langeweile aufkommt. Irgendwann erreichen wir schließlich Bad Reichenhall.
Obwohl Mozart hier nie als klassischer Kurgast verweilte, ist die Stadt eng mit seiner Geschichte verbunden. Denn auf seinen Reisen zwischen Salzburg und München machte er hier regelmäßig Halt. Während die Postkutschen neue Pferde bekamen, nutzte Mozart die Zeit zur Erholung – und vielleicht auch für die eine oder andere musikalische Idee.
Doch bevor wir uns entspannt zurücklehnen können, liefert uns unser Navi noch eine ganz eigene Showeinlage.
Navigationschaos und die „Belehrungsbrigade“
Unser Navi meint es offenbar besonders gut mit uns und führt uns schnurstracks durch den Kurpark von Bad Reichenhall. Aufgrund einer Baustelle werden wir sogar elegant durch einen Seiteneingang hineingelotst – VIP-Zugang sozusagen.
Nach exakt drei Metern machen wir allerdings Halt. Irgendwie fühlt sich das Ganze nicht ganz legal an. Also zücken wir das Handy und werfen nochmal einen prüfenden Blick auf Google Maps. Und genau in diesem Moment – wie aus dem Nichts – erscheinen sie: zwei deutsche Muster-Belehrer im Stechschritt.
Mit ernster Miene erklären sie uns, dass wir hier auf keinen Fall Fahrrad fahren dürfen. Soweit, so gut. Doch dann kommt der Plot-Twist: Schieben sei hier ebenfalls verboten. Wir stehen übrigens immer noch. Einfach nur da. Mit Fahrrädern. Ohne uns zu bewegen.
Wir bemühen uns also um maximale Freundlichkeit und erklären, dass unser Navi felsenfest davon überzeugt ist, dass unser Hotel genau hier irgendwo liegen muss. Daraufhin folgt eine sehr engagierte Wegbeschreibung – nicht einmal, nicht zweimal, sondern gleich dreimal hintereinander. Sicherheit geht schließlich vor.
Was lernen wir daraus? In Deutschland wird man wirklich jederzeit und überall belehrt. Aber – und das muss man fairerweise sagen – in diesem Fall hat es uns vermutlich vor einer Strafe von etwa 40 Euro pro Person bewahrt. Trotzdem bleibt der Gedanke: Der Ton macht halt die schöne Mozart-Musik.
Kulinarischer Vergleich mit Überraschungseffekt
Am Abend erwartet uns dann ein kulinarisches Experiment. Statt schickem Restaurant entscheiden wir uns heute für einen Thai-Imbiss. Und was soll ich sagen: Für gerade einmal 20 Euro bekommen wir zu zweit ein unglaublich leckeres Essen mit frischen Zutaten.
Im direkten Vergleich zum gestrigen Buffet – das immerhin 60 Euro gekostet hat – schneidet das heutige Essen deutlich besser ab. Wenn wir ehrlich sind: 10 Punkte für den Thai-Imbiss, maximal 6,5 Punkte für das gestrige Dinner. Manchmal sind es eben die einfachen Dinge, die am meisten überzeugen.
Ein perfekter Abschluss im Kurgarten
Nach dem Essen schlendern wir noch entspannt durch den Kurgarten und lassen uns schließlich am Brunnen vor den Salinen nieder. Die Abendstimmung ist ruhig, fast schon magisch.
Während wir dort sitzen, wird uns klar: Dieser Tag auf dem Mozart-Radweg ist ein echtes Highlight. Landschaft, Geschichte, Fahrspaß und gutes Essen – alles passt einfach zusammen. Und genau deshalb fühlt sich dieser Radtag nicht nur gut an, sondern bleibt definitiv im Gedächtnis.





























































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Ein Kommentar
lieve schatten, we zijn heel blij dat we weer van jullie berichten mee kunnen genieten. Wat hebben jullie het weer fijn. We genieten elke avond er weer van verder genieten van jullie reis. Heel veel liefs van ons twee