Mit dem Mountainbike über die Route des Crêtes – Traumstraßen, Bergseen und Elsässer Genuss
Nach unserer entspannten Anreise am Vortag kribbelt es heute endlich wieder in den Beinen. Das Mountainbike wartet bereits ungeduldig vor dem Camper und auch wir können es kaum erwarten, die berühmten Vogesenstraßen unter die Räder zu nehmen. Obwohl wir mit dem MTB unterwegs sind, steht heute keine Schotterpiste auf dem Programm. Stattdessen erwartet uns eine traumhafte Straßentour durch eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften Frankreichs.
Direkt vom Wohnmobil-Stellplatz in Munster rollen wir gemütlich los. Die morgendliche Luft ist noch angenehm frisch und über den grünen Wiesen hängt stellenweise leichter Nebel. Genau so stellt man sich einen perfekten Sommertag in den Vogesen vor.
Durch das Munstertal zum Col du Wettstein
Über Stosswihr beginnt schließlich der erste längere Anstieg des Tages. Die Straße windet sich in angenehmen Serpentinen bergauf und verschwindet immer wieder unter einem dichten Blätterdach. Dadurch bleibt es selbst an warmen Sommertagen angenehm kühl. Zum Glück – denn unsere Beine müssen sich nach der Anreise erst einmal wieder daran erinnern, dass heute Sport angesagt ist.
Zunächst folgen wir der Straße durch das idyllische Munstertal. Kleine Bauernhöfe schmiegen sich an die Berghänge, während auf den Weiden die berühmten Vogesenkühe friedlich grasen. Immer wieder schweift unser Blick zu den bewaldeten Höhenzügen, die sich wie eine grüne Kulisse links und rechts des Tales erheben.
Nach 11 km beschließt Sabine doch wieder umzukehren. Es ist heiß und über 1000 Hm sind heute für die Tour vorgesehen. Sabine fährt zum Camper zurück und macht es sich dort gemütlich, während ich schnaubend, stöhnend und schwitzend weiter den Pass hinauf fahre
Oben angekommen erreiche ich den Col du Wettstein. Der Pass ist nicht nur landschaftlich wunderschön gelegen, sondern erinnert mit seiner Gedenkstätte auch an die schweren Kämpfe des Ersten Weltkriegs. Heute herrscht hier jedoch absolute Ruhe. Lediglich das Zwitschern der Vögel begleiten meine kleine Verschnaufpause.
Der Lac Blanc – Postkartenmotiv inklusive
Vom Wettstein führt die Straße weiter hinauf zum Lac Blanc. Bereits von Weitem schimmert das tiefblaue Wasser zwischen den dunklen Tannen hervor. Eingebettet in die felsigen Berghänge wirkt der See fast wie ein kleiner Alpensee.
Natürlich lege ich hier einen kurzen Fotostopp ein. Der Lac Blanc gehört schließlich zu den bekanntesten Seen der Vogesen und bietet an jeder Ecke neue Fotomotive. Das klare Wasser spiegelt die umliegenden Wälder und Felsen wider, während sich darüber der strahlend blaue Himmel ausbreitet. Ehrlich gesagt fällt es schwer zu entscheiden, ob man lieber fotografieren oder einfach nur den Ausblick genießen möchte.
Anschließend geht es nur noch wenige Höhenmeter weiter bis zum Col du Calvaire. Von hier öffnen sich immer wieder fantastische Ausblicke über die Hochvogesen und das Elsass.
Auf der legendären Route des Crêtes
Nun beginnt einer der absoluten Höhepunkte der heutigen Tour: die berühmte Route des Crêtes.
Diese Panoramastraße gehört ohne Zweifel zu den schönsten Straßen Frankreichs. Kilometer für Kilometer wechseln sich offene Hochflächen, dichte Wälder, blühende Bergwiesen und beeindruckende Aussichtspunkte miteinander ab. Immer wieder schweift der Blick weit über die Rheinebene bis hinüber zum Schwarzwald. Bei besonders klarer Sicht soll sogar die Alpenkette zu erkennen sein (sofern man zum Panorama zu Fuß hinaufsteigt).
Was diese Strecke so besonders macht, ist ihre unglaubliche Abwechslung. Hinter nahezu jeder Kurve wartet bereits das nächste Panorama. Gleichzeitig wechseln sich schnelle Abfahrten mit kurzen Anstiegen ab. Langweilig wird es hier garantiert nicht – weder für die Beine noch für die Kamera.
Schließlich erreiche ich den Col de la Schlucht. Der traditionsreiche Pass gehört seit Jahrzehnten zu den Klassikern der Tour de France und lässt das Herz jedes Radfahrers höherschlagen. Während ich kurz verschnaufe, beobachte ich zahlreiche Rennradfahrer, Motorradfahrer und Wanderer, die diesen besonderen Ort genauso genießen wie ich.
Von hier sause ich anschließend nur noch bergab zurück nach Munster. Nach den vielen Höhenmetern fühlt sich diese 12 km lange Abfahrt wie eine kleine Belohnung an. Der Fahrtwind bei 50 km/h bergab tut erfrischend gut, bevor man wieder ins kochende Tal nach Munster kommt.
Bummel durch das charmante Munster
Nach einer ausgiebigen Dusche bleibt natürlich noch genügend Zeit, Munster zu erkunden.
Die kleine elsässische Stadt besitzt einen ganz besonderen Charme. Fachwerkhäuser mit bunten Fensterläden säumen die Straßen, gemütliche Cafés laden zum Verweilen ein und auf den kleinen Plätzen herrscht eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Während wir durch die Gassen schlendern, entdecken wir überall liebevoll geschmückte Häuser und kleine Geschäfte mit regionalen Spezialitäten.
Natürlich darf auch ein kurzer Blick in die Auslagen der Käseläden nicht fehlen. Schließlich stammt der berühmte Munsterkäse genau aus dieser Region. Sein intensiver Duft verrät ihn übrigens schon lange, bevor man ihn überhaupt sieht.
Elsässer Küche: Choucroute Garnie – deftig, herzhaft und unglaublich lecker
Nach so vielen Kilometern auf dem Mountainbike haben wir uns das Abendessen mehr als verdient.
Unsere Wahl fällt auf einen echten Klassiker der elsässischen Küche: die Choucroute Garnie. Danke für den exzellenten Tipp, Ex-Kollege Carsten!!!
Das Gericht besteht aus lange geschmortem Sauerkraut, das mit Weißwein, Wacholderbeeren und Gewürzen aromatisch verfeinert wird. Dazu gesellen sich verschiedene Fleisch- und Wurstspezialitäten wie Kassler, geräucherter Speck, Mettwürste, Knacker oder Bratwürste. Serviert wird das Ganze traditionell mit Salzkartoffeln und einem Klecks scharfem Senf.
Bereits beim Servieren steigt uns ein herrlicher Duft in die Nase. Das Sauerkraut schmeckt angenehm mild und leicht säuerlich, während das zarte Fleisch und die würzigen Würste perfekt miteinander harmonieren. Zusammen ergibt das eine wunderbar herzhafte Mahlzeit, die nach einer langen Radtour einfach genau das Richtige ist.
Zugegeben – nach dieser Portion wäre eine weitere Passfahrt heute vermutlich keine besonders gute Idee. Aber genau dafür gibt es ja den nächsten Morgen.
So endet ein rundum gelungener Tag in den Vogesen: mit traumhaften Panoramastraßen, spektakulären Ausblicken, einer charmanten Altstadt und einem Abendessen, das uns die elsässische Küche von ihrer besten Seite zeigt.































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Ein Kommentar
Wat een mooie dag had je, jammer alleen gefietst, maar Sabine haar dag was beslist ook mooi. Dan als laatste een lekkere maaltijd. Dag 2 is voorbij. Ben benieuwd naar morgen lieve schatten.