Etappe 5: Neckarkatzenbach – Neckargerach

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Etappe 5: Neckarkatzenbach – Neckargerach
Neckarkatzenbach, Germany

Neckarkatzenbach, Germany


In der Bauernkammer im Heuhotel war es kalt. Eine angenehme Temperatur für einen tiefen Schlaf.

Man hört Frau Theuerweckl eine Etage tiefer werkeln. Der Kaffeeduft steigt in unsere Nasen. Sie bereitet unser Frühstück vor.

Den Ofen haben wir am Vorabend nochmal richtig mit Holz aufgefüllt und noch 3 Briketts dazugelegt, damit am nächsten Morgen noch Glut da war. Das erleichtert das Anschüren. Der Holzofenunterricht von Frau Theuerweckl ist im Preis inbegriffen.

Das Frühstück ist sehr reichhaltig und bieten alles, was der hungrige Wanderer braucht.

Gut gestärkt machen wir uns zurück zum Ausgangspunkt nach Neunkirchen zum Hotel. Wir nehmen dieses Mal den kürzeren Weg direkt an der Straße entlang. Es geht wieder mal bergauf. Gestern nahmen wir einen schöneren, aber längeren Weg über die Felder nach Neckarkatzenbach.
Nach ca. 45 Minuten sind wir am eigentlichen Startpunkt angekommen.

Es geht zunächst hinauf zum Kresselbacher Berg und wir treffen dort auf den Förster und einen Waldarbeiter, die gerade damit beschäftigt sind, die Markierungen des Neckarsteigs nachzubessern.
Wir kommen ins Gespräch und lernen, dass die Kennzeichnung der Wanderwege auch Aufgabe des Försters ist. Wir waren der Meinung, dass dies ausschließlich Aufgabe des Odenwaldklubs sei.
Auch ist der Förster sehr daran interessiert, wie wir die Kennzeichnung finden und er gibt uns sogar seine Handynummer, falls wir noch unklare Markierungen finden sollten. Er zeigt uns noch einen sehenswerten Aussichtspunkt auf die Burg Zwingenberg und wir machen noch ein Foto.
Weiter geht’s bergab zur Ruine Minneburg. Ein wunderbares Fleckchen Erde mit Tischen und Bänken. Ideal für eine ausgedehnte Picknick-Pause. Die Sonne scheint und wir dösen noch etwas, um neue Kräfte zu mobilisieren.
Über den Ilsberg geht es wieder hinauf nach Neckarkatzenbach und der Steig führt weiter bis oberhalb des Dorfes. Diesen Weg könnte man als Panoramaweg bezeichnen, denn man hat einen traumhaften Ausblick auf den Ort, den gegenüber liegenden Mittelberg und das Neckartal.
Nach einem weiteren kurzen Aufstieg geht es am Waldrand wieder hinab in Richtung Guttenbach.
Hier ist man schnell geneigt, den kürzesten Weg in Richtung Neckarbrücke zu gehen, aber wir beißen die Zähne nochmal kräftig zusammen und gehen die markierte Schleife um Guttenbach herum.
Es hat sich gelohnt, denn auf der Umwegsschleife treffen wir auf einen älteren Herrn auf einem Fahrrad, der uns fragt, ob wir den Neckarsteig laufen. Wir bejahen, und er teilt uns freudig mit, dass er den 16 km Abschnitt von Neckarkatzenbach nach Mosbach markiert hat. Wir seien die ersten Wanderer, die seinen Markierungen folgten. Wir erzählen ihm, dass wir von unseren Gastgebern gehört haben, dass ein Paar uns einen Tag voraus ist. Ein anderes Paar ist uns zwei Tage voraus. Allmählich scheint der Neckarsteig anzulaufen, obwohl er offiziell erst am 21. April 2012 in Eberbach in der Stadthalle eröffnet und eingeweiht wird.
Wir unterhalten uns, während wir wandern, ca. 15 Minuten über Markierungsarbeiten. Er erzählt uns beispielsweise, dass ein Specht ein Loch mitten in die Markierung gehackt hat. Wieder einiges Wissenswertes dazugelernt.
Die letzte Hürde ist die schier endlos lange Brücke über den Neckar.
Als wir an unserem Ziel in Neckargerach ankommen, trauen wir unseren Augen nicht. Auch die Bahnhofskneipe hat sich seit 1950 nicht mehr verändert.
Die Wirtin ist alt und hat sehr große Schwierigkeiten beim Gehen. Sie hangelt sich mit beiden Händen die Treppe hinauf, um uns das Zimmer zu zeigen. Unsere Erwartungen sind eingetroffen: 3-teilige Matratzen, uralte Mustertapete, Teller mit Schäferhund an der Wand (siehe Foto)

ABER … die Wirtin hat wirklich alles im Griff. Merkt alles, sieht alles, macht alles, ist stets gelassen und hat trotzdem für jeden einzelnen Gast Zeit. Sie interessiert sich für ihre Gäste. Das Lokal ist scheinbar Dreh- und Angelpunkt von Neckargerach. Die Leute gehen ständig ein und aus. Es werden Nachrichten ausgetauscht. Sie steht von früh bis spät hinterm Tresen und wartet geduldig, bis der letzte Gast aus der Kneipe geht. Sie kocht sogar selbst, weil der Koch krank ist. Unglaublich.

Zum Abendessen gibt es eine herrliche Suppe vorweg, einen köstlichen Salat und einen wohlschmeckenden Hauptgang.

Zufrieden fallen wir in unsere dreiteiligen Matratzen.

GPS-Daten Etappe 5

Wetter: Sonnig, warm


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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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