Etappe 21: Von Merkenich nach Langst-Kierst

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Etappe 21: Von Merkenich nach Langst-Kierst
Langst-Kierst, Germany

Langst-Kierst, Germany


Heute sind wir schon früh auf. 7.15 Uhr waren wir bereits schön ausgeschlafen. Es war verhältnismäßig ruhig und der Boden war weich. Es tut gut, wenn man mal eine Nacht richtig schlafen kann. Für etwas Verwirrung hat noch der Mietschlüssel für die Dusche gesorgt, der auf einmal spurlos verschwunden war. Doch nachdem wir das Zelt leergeräumt haben, taucht er plötzlich wieder auf. Heute haben wir das Zelt und die Unterlage in der frühen Morgensonne getrocknet. Alles sauber und alles trocken. Juhuu!
Um kurz nach 9 Uhr sitzen wir schon auf unseren Drahteseln auf der Suche nach einem Bäcker. In Worringen werden wir dann fündig. Das Frühstück ist ein Schauspiel. Die Bäuche der Männer, die von ihren Frauen zum Brötchen holen geschickt werden, werden immer wuchtiger und dicker. Das Land von Mettwurst, Currywurst, Pommes rot-weiß und Trinkhallen hinterlassen hier ihre sichtbaren Spuren.
Nach ungefähr 10 km kommen wir zur Feste Zons. Sie ist das vielleicht schönste Beispiel einer kleinen Festungsstadt am Niederrhein mit einer in vollem Umfang erhaltenen Stadtmauer. In den Niederungen um Zons heben sich Kopfweiden mit ihren lieblich runden Baumkronen als charakteristischer Bestandteil der Niederrheinlandschaft hervor.
Weiter geht’s an der linken Rheinseite durch Stützelberg und Uedesheim. Wir wollen noch nach Düsseldorf, was an der anderen Rheinseite liegt. Wir nehmen die Brücke, die mit gigantischen Drahtseilen abgespannt ist und wechseln hinüber auf die rechte Rheinseite.
Der Radweg nach Düsseldorf hinein ist wunderschön gelegen, teilweise von kühlende Baumalleen eingesäumt.
Wir überqueren nochmal eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke in deren Aufgang eine Aussichtsplattform einen herrlichen Blick auf den Rhein und die Promenade ermöglicht. In Düsseldorf laufen wir kreuz und quer durch die Altstadt. Diese Stadt lebt. Unzählige Menschen sind auf der Straße und genießen das tolle Wetter.
Wir schauen uns die Königsallee an aber finden keine brauchbaren Dinge für unsere Reise. Hier sitzt das Geld. Snobismus pur. Mit unserem Radoutfit fühlen wir uns hier nicht so richtig wohl.
Wir genehmigen uns einen Kaffee in einer Bäckerei. Eine Metzgerei ist im selben Raum gegenüber. Der freundliche Bäckereiverkäufer besingt Sabine. Gemeint war die Metzgereifachverkauferin auf der anderen Seite. Sabine fühlt sich aber auch angesprochen und fragt die Metzgereifachverkauferin, ob sie auch Sabine heisst. Dem Dialekt nach zu urteilen, kommt sie aus unserer Gegend. Die beiden Sabines quasseln durch mich hindurch. Es stellt sich heraus, dass Sabine 2 aus Philipsburg kommt. Die Brücke war geschlagen. Sabine 2 schließt den Laden und drückt uns zum Abschied noch eine Tüte mit unverkauften Frikadellen in die Hand und wünscht uns gute Weiterfahrt. Wir müssen schon ziemlich verhungert aussehen 🙂 In Düsseldorf sind die Leute sehr neugierig und aufgeschlossen. Wir werden so oft wie nie gefragt, wo wir herkommen und wo wir hinfahren. Zig mal wird uns zugerufen ‚Gute Fahrt und ohne Plattfuß‘ …. schön!
Wir fahren weiter am Rhein entlang. Große Wiesen mit viel sonnenhungrigen Menschen entlang des Weges. Wir radeln über die Theodor-Heuss-Brücke auf die linke Rheinseite und fahren weiter bis Langst-Kierst auf den Campingplatz ‚Rheincamping Meerbusch‘.
Das Zelt steht binnen we***** Minuten. Das angeschlossene Lokal gleicht einer spanischen Strandbar. Dort sitzen wir nun und schreiben beide unsere Tagebücher. Am Nebentisch eine ältere, sonnengegerbte Dame mit ebenso alten Dackeldamen. Sie steht auf und gibt den Dackeln laute Rufzeichen. Als die Dackel an unserem Tisch langsam vorbei wackeln wird sehr schnell klar warum. Drei schwarze Punkte auf gelben Grund zieren den Blindenhind.


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