Nordseeküsten-Radweg Tag 12: Von Leer nach Campen

„Take it easy altes Haus, wer morgens länger schläft, hält’s abends länger aus!“ ertönt aus dem Radio, während wir frühstücken. Schauen wir mal ob sich das für heute bewahrheitet. Am Nachbartisch sitzt ein rheinländisches radreisendes Pärchen. Sie haben noch einen Monat Zeit und wollen bis Dänemark fahren.
Da wir uns Leer nochmal bei Tag ansehen, entscheiden wir uns die Alternativroute rechts der Ems zu nehmen. Der Radweg führt aber leider an einer stark frequentierten Bundesstraße entlang, was uns dazu veranlasst, die 30 km bis nach Emden hinein, an einem Stück durchzufahren.
In Emden geht’s zuerst zum berühmten Bittner’s Fischspezialitäten-Stand am alten Hafentor. Die Schlange davor ist schier endlos, so dass wir uns zunächst für einen Kaffee umorientieren. Vor dem Hafentor spreche ich einen Radreisenden auf sein schönes Reiserad an. Es ist ein Fully, sprich vorne und hinten gefedert und hat eine Roloffnabe. Er sagte „Vom Baumarkt“ aber der Kenner lässt sich nicht täuschen und winkt ab. Ich sage, das ist ein teures Rad, worauf er antwortet, er habe schon vergeblich versucht den Roloff Schriftzug von der Nabe zu entfernen, damit die Gefahr des Diebstahls nicht so groß ist. So ergibt ein Wort das andere. Inzwischen unterhält sich Sabine mit seiner Frau. So vergeht eine halbe Stunde wie im Flug. Die Beiden sind die Ems entlang gefahren und fahren heute mit der Bahn zurück nach Leipzig.
Nach der Kaffepause gehen wir in das Radgeschäft nebenan und kaufen ein neues Multitool, ein paar neue Fahrradhandschuhe, Ersatz-Bremsbelege und neue Lenkergriffe, denn das Gummi hat sich aufgelöst und klebt unangenehm. Sabine wartet solange draußen und passt auf die Räder auf.
Als ich aus dem Laden heraus komme trifft mich fast der Schlag. Meine liebe frühere Kollegin Angela sitzt auf der Bank und unterhält sich unbekannterweise mit Sabine. Mehr als 10 Jahre ist es her, als wor uns zum letzten mal gesehen habe. Angela ist mit ihrer Familie hier und wir haben uns viel zu erzählen. Nebenbei montiere ich die neuen Griffe an mein Fahrrad.
Zum Abschied machen wir noch ein Gruppenbild.
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Es war schön Dich zu treffen und Deine Familie kennenzulernen. Da wohnt man quasi um die Ecke und man muss fast 700 km mit dem Rad fahren um sich fernab der Heimat zu begegnen. Wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.
Eine schönen Urlaub wünschen wir Euch noch von dieser Stelle!

Wir fahren noch mehrmals im Kreis in Emden, um Emden und um Emden herum, bis es uns endlich ausspuckt.
Wir kommen noch bis Campen, denn der nächste Camping wäre uns zu weit und ein Zimmer wollen wir heute nicht.
Ein gemütlicher kleiner Campingplatz, an dem ich während des Ladens der Akkus und Schreiben des Reiseberichtes ein paar sächsische Monteure kennenlerne, die mich zu einem Bier einladen.
Auf diese Weise geht wieder ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

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