11.06.2018 Ostseeküsten-Radweg: Von Lübeck nach Niendorf


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Erkenntnis des Tages: Morgens und abends Asien

Die Jugendherberge ist mal eine willkommene Abwechslung zum Zelten. Eine richtige Matratze statt einer Luftmatratze. Ein richtiges Kissen, statt ein mit Kleidern gefühlter Kissenbezug. Das Einzige was ich vermisse ist die frische Luft. Es ist ziemlich warm hier im Zimmer. Im Zelt ist es abends immer angenehm kühl.

Der Frühstücksraum hat hohe stuckverzierte Decke.

Am Nebentisch sitzen zwei junge Männer. Ein junger Asiate und ein Deutscher, der in gebrochenem Englisch ohne Punkt und Komma auf den armen Kerl einredet. Der junge Asiate nickt immerzu mit dem Kopf, lächelt zwanghaft, sagt aber während des ganzen Frühstücks kein einziges Wort. Am Liebsten hätte ich den armen Kerl von seiner Not befreit, aber ich war am Morgen nicht kreativ genug, um es zu vollbringen. So übergießt die Quasselstrippe den jungen Asiaten weiter mit einem gequirlten Wörterbrei.

Nach dem Frühstück satteln wir die Räder und fahren zunächst fast die selbe Strecke zurück nach Travemünde. Nur die Nebenstrecke ersetzen wir durch die Hauptstrecke. Auf diese Weise ersparen wir uns den holprigen und schwer zu fahrenden Weg durch den Wald. Die ersten 21 km sind recht schnell zurückgelegt, aber das Frühstücksbrötchen ist längst in Energie umgesetzt. Am Hafen gehen wir noch zu einem Fischimbiss und stärken uns für die kommenden Kilometer.

Anschließend sehen wir uns den großen Zweimaster „Mercedes“ an, der gerade im Hafen liegt. Danach kaufen wir die Tickets für die Fähre nach Priwall auf der sogar der Linienbus mitfährt.

Auf der anderen Seite der Trave setzen wir unsere Fahrt fort zur Viermastbark „PASSAT“. Sie ist ein Wahrzeichen der besonderen Art. Eine von 17 in der Reederei Laiesz erbauten Großsegler. Alle Schiffe wurden mit dem Anfangsbuchstaben P getauft und zum schnellen Transport von Weizen von Australien nach Europa genutzt. Von hier aus kann man auch den ältesten Leuchtturm Deutschlands, auf der anderen Seite des Ufers sehen.

Die Fahrt geht nun eine lange Strecke in unmittelbarer Küstennähe entlang. Anfangs säumen noch Wochenendbungalows den Weg, später ist das Meer kaum zu sehen, weil ein schmaler Waldstreifen zwischen Radweg und dem Meer liegt. Es geht stetig bergauf und bergab, aber glücklicherweise die meiste Zeit mit Wind im Rücken. Es ist ideales Radfahrwetter. Nicht brütend heiß wie die Tage zuvor, sondern Sonne, frischer Wind und warm.

Wir haben nach Lübeck Schleswig-Holstein verlassen und fahren nun bereits eine ganze Weile in Nordwestmecklenburg. Autoverkehr gibt es auf diesem Streckenabschnitt nicht. Weizenfelder so weit das Auge reicht, der Waldstreifen, keine Ortschaften, nur Natur. Herrlich!

Später nehmen wir eine Alternativroute etwas im Landesinnere, die dann wieder zurück an die Ostseeküste auf die Originalroute führt. In Radisch Ausbau machen wir eine Kaffee- und Kuchenpause auf einem idyllischen Radlerrasthof.

Bald darauf erreichen wie das wunderschöne Seebad Boltenhagen und durchfahren dort den Kurpark und steuern auf die Seebrücke zu. Ein 4 km langer Sandstrand würde zum Baden einladen, aber es ist gerade sehr angenehm zum Radeln, also fahren wir gerne noch ein bisschen weiter. In Niederndorf finden wir dann einen ruhigen, gemütlichen Campingplatz fast direkt am Meer. Nur eine Straße liegt dazwischen. Wir bauen noch schnell unser Zelt auf und stürzen uns anschließend ins erfrischende Nass. Heute ist Quallentag, aber wir lassen uns vom Baden nicht abhalten.

Der Italiener nebenan hat Montags Ruhetag, die Burgerbude hat auch geschlossen. Das ist weiter nicht schlimm, denn Burger ist jetzt für Radler eh nicht das Gelbe vom Ei. Daneben ist noch ein Restaurant: Auch zu. Wir bekommen einen Tipp von einem Camper. Ein paar hundert Meter vom Campingplatz entfernt steht mitten auf der grünen Wiese ein Asia-Imbiss. Geöffnet! Hurra! Er wirft für uns nochmal seinen Wok an und bereitet unser leckeres Abendessen zu, bevor er seinen Laden schließt.

So geht wieder ein erlebnisreicher Tag zu Ende.



Wir freuen uns sehr über Deinen Kommentar oder Fragen, Anregungen, Tipps und Empfehlungen entlang der Route. Insbesondere über ruhige Campingplätze oder lohnenswerte private und bezahlbare Unterkünfte auf dem Weg. Natürlich dürft ihr uns auch nur anfeuern oder Mut machen. 🙂 Hinterlasst einfach einen Kommentar weiter unten. Über den Newsletter kann man uns auch virtuell folgen.


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