10.06.2018 Ostseeküsten-Radweg: Von Haffkrug nach Lübeck


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Erkenntnis des Tages: Die Welt ist ein Dorf

Heute sind wir recht früh dran. Um 7:50 Uhr sitzen wir schon wieder auf unseren Rädern. Dieses mal jedoch ohne Frühstück. Dieses gibt es erst wenige Kilometer später in Scharbeutz in einer Bäckerei, wo man sich in eine lange Warteschlange einreihen muss. Aber die Mädels hinter der Theke sind flott und sehr gut organisiert, so dass sich die Wartezeit in Grenzen hält.

Sonst fahren wir eigentlich immer ohne vorher benanntes Ziel. Heute ist es aber anders: Lübeck ist unser Ziel! Unser Reiseführer verspricht Unmengen an Sehenswürdigkeiten und dafür wollen wir uns genügend Zeit nehmen. Aber nicht nur Lübeck bietet viel Sehenswertes, sondern auch der Weg dorthin ist gespickt mit vielen Highlights.

Die Badeorte werden von Streckenabschnitt zu Streckenabschnitt immer mondäner. Den Anfang macht Scharbeutz mit seinem wunderschönen Strand. Weiter geht´s zum Timmendorfer Strand welches ein eleganter Badeort an der Lübecker Bucht mit großem touristischen Angebot ist. Der Strand ist 7 km lang und gilt als der längste der Region.

Am Timmendorfer Strand stehen schon die ersten luxuriösen Villen geschützt im Wald und dennoch sehr nah am Strand.

Niendorf liegt etwa 3,5 Kilometer weiter östlich des Zentrums von Timmendorfer Strand an der Neustädter Bucht der Ostsee. Dann kommt Travemünde, der den Luxus der anderen Badeorte nochmals überbietet. Hier findet man diverse Hotels in der 4 und 5 Sterne Kategorie. Sonst wird man als Reiseradler eher bewundert und fast überall angesprochen. Hier schaut man eher auf uns herab oder diskret weg. Ordentlich in der Warteschlange stehend, wurden wir beim Bäcker von einer schicken Dame hinter uns gefragt, ob wir uns vorgedrängt hätten. Sie wurde jedoch gleich wenige Minuten später für diese (Entschuldigung) blöde Frage vom Lieben Gott bestraft, weil sie mit ihrem schicken Auto eine Taube angefahren hat, die vor ihrem Auto auf dem Boden lag und um ihr Leben winselt. Um die Taube tut es uns Leid. So richtig wohl fühlt man sich hier wahrscheinlich nur, wenn man in einem Designeranzug aus dem Porsche steigt. Aber sehr schön ist es hier trotzdem.

Weiter geht es nach Lübeck. Hier nicht mehr direkt an der Küste entlang, sondern wieder wellig auf und ab durch das Landesinnere. Einen großen Teil der Strecke durch einen Wald. Teilweise auch mit etwas sandigem Boden. Aber auch viel schwer zu fahrenden Splittbelag.

Bevor man in die wunderschöne historische Altstadt kommt, muss man jedoch zuerst durch ein weniger schönes Industriegebiet fahren.

Auf der Altstadtinsel angekommen, werden wir von einem Passanten angesprochen ob wir eine Luftpumpe hätten. Sein Fahrrad hätte zu wenig Luft im hinteren Reifen. Bei dem groben Kopfsteinpflaster, der hier fast überall verlegt wird, wären die Fahreigenschaften etwas ungünstig. Ich muss wirklich schwer überlegen in welche der 4 Satteltaschen ich die Pumpe gesteckt habe. Aber das Überlegen hat sich gelohnt, denn auf Anhieb war sie  in der ersten geöffneten Satteltasche zu finden. Man muss schon scharf nachdenken, denn glücklicherweise haben wir die Luftpumpe dank der sogenannten unplattbaren Reifen noch nie benutzt. Jetzt kennt meine Luftpumpe zwar das französische Ventil und das Autoventil, aber in diesem Leihfahrrad sind noch die alten Blitzventile eingebaut. Aber mit 4 Händen haben wir letztendlich etwas mehr Luft in den Reifen bekommen. Während ich pumpe und schwitze, unterhält sich Sabine mit dem Mann, der zwar versucht bestes hochdeutsch zu reden, aber seinen Dialekt nicht ganz verbergen kann. Im Laufe des Gesprächs finden wir dann heraus, dass wir quasi Nachbarn sind. Wir aus Mannheim Rheinau-Süd und ER (wir kennen seinen Namen leider noch nicht, aber vielleicht ergibt er sich ja noch zu erkennen) kommt aus Mannheim-Neckarau. In MA-Rheinau habe er aber auch schon gewohnt. Die Welt ist ein Dorf. 🙂 Er gibt uns noch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg und dann verabschieden wir uns.

Wir genehmigen uns einen Kaffe im Wiener Caféhaus. Einen Campingplatz sucht man hier weit und breit vergeblich. Aber eine Jugendherberge gibt es hier. Das letzte mal waren wir vor ca. 38 Jahren in einer Jugendherberge und wir fanden es ganz lustig, dort mal vorbeizufahren um uns zu erkundigen, denn es war ganz in der Nähe zum Caféhaus. Tatsächlich haben sie einen Platz für uns und wir checken ein. Damals mussten wir noch Geschirr spülen und helfen das Frühstück zuzubereiten. Männlein und Weiblein waren in Massenlager getrennt untergebracht. Ich war damals in einem Zimmer mit 20 schnarchenden fettleibiger Motorrad-Rocker untergebracht. Heute bekommst man sogar ein Doppelzimmer mit elektronischem Schließsystem, wie in einem Hotel. Sogar mit Karte kann man zahlen 🙂

Anschließend fahren wir ohne Gepäck nochmal knappe 5 km kreuz und quer durch die Altstatt und besichtigen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Lübeck. Darunter das Holstentor, welches auf der Rückseite eines jeden 50 Mark Scheins abgebildet war. Das Holstentor in Lübeck symbolisiert den deutschen Bürgerstolz. Die anderen Hightlights des Tages wie Salzspeicher, Puppenbrücke, Heiligen-Geist-Hospital, usw. findet ihr weiter unten mit Beschreibung in der Bildergalerie.



Wir freuen uns sehr über Deinen Kommentar oder Fragen, Anregungen, Tipps und Empfehlungen entlang der Route. Insbesondere über ruhige Campingplätze oder lohnenswerte private und bezahlbare Unterkünfte auf dem Weg. Natürlich dürft ihr uns auch nur anfeuern oder Mut machen. 🙂 Hinterlasst einfach einen Kommentar weiter unten. Über den Newsletter kann man uns auch virtuell folgen.


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