18.06.2018 Ostseeküsten-Radweg: Von Barth-Glöwitz nach Stralsund


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+5 km Stadtbesichtigung mit dem Rad

Erkenntnis des Tages: Hotel des Schreckens

Am Morgen werden wir durch das Gepolter vom Hausmeister mit seinen Helfern geweckt. Sie fahren mit einem LKW rückwärts vor die weiße Tür der blaue Hütte und laden eine große Menge Tische und Stühle aus. Wir sind jetzt putzmunter!

Wir bekommen ein schönes Frühstück in einem Gebäude, welches nicht auf dem obigen Bild ist, sondern den Berg hinunter, im selben Gebäude wo sich auch die Rezeption befindet. An den Nachbartisch setzt sich eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern, die ein „Guten Morgen“ nicht über die Lippen bringt, als sie zur Tür herein kommt. Der kleine Junge singt wirklich wunderschön und unaufhörlich, bekommt es aber andauern von seine Mutter verboten. Ein „Auf Wiedersehen“ ist selbstverständlich auch nicht drin, als sie den Frühstücksraum wieder verlässt. Die junge Familie und wir sind übrigens bis jetzt die einzigen Gäste auf diesem riesigen Areal. Aber heute Abend sollen noch 130 holländische Gäste anreisen und in der Küche wird sich schon fleißig für den Ansturm vorbereitet.

Am Barther Bodden entlang fahren wir Richtung Bartelshagen Steinriff, dann weiter durch die 3-Seelen-Gemeinden Nisdorf, Bisdorf, Hohendorf, Klausdorf, Parow bis wir schließlich nach einer 50km Nonstop-Fahrt Stralsund erreichen. Nonstop deshalb, weil es unterwegs keine Möglichkeiten zur Einkehr gibt. Gerne hätten wir auf halber Strecke ein Pause gemacht, aber unsere Vorräte waren leer und der Hunger zog uns flott in besiedeltes Gebiet. Landschaftlich ist die Strecke ein Hochgenuss. Felder so weit das Auge reicht. Der Bodden mit seinem Reet entlang der Gewässer sind immer wieder im Blickfeld. Kilometerlange Klatschmohn- und Kornblumen-Felder zieren den Radwag.

An der Fährbrücke 5 am Hafen in Stralsund machen wir nach 48 km die erste Pause bei Kaffee Kuchen, Alster und Fischsuppe. Wer was gegessen hat darf gerne erraten werden.

In Stralsund gibt es leider keinen Campingplatz. Rügen haben wir bereits durch einen separaten Urlaub intensiv beradelt und wollen wir deshalb auslassen. Der nächste Camping wäre jedoch 6,5 km weiter auf der Insel Rügen. Auf dem Festland kommt lange nichts mehr. Da lag der Gedanke nahe ein Hotel (oder sowas in dieser Art) zu nehmen, weil wir uns Stralsund nochmal genauer anschauen wollen. Gesagt, getan. Im Younior-Hotel am Triebseer Damm beziehen wir ein Zimmer. Allerdings … bekommen wir ein Zimmer im Dachgeschoss der 4. Etage mit hohen Decken, OHNE Aufzug und mit 6 Satteltaschen, 2 Lenkradtaschen, einen dicken Rollsack, 3 Getränkeflaschen, 2 Helme und einem eBike-Akku. Nach dem ersten Gang ins muffige, nach Linoleumboden reichende 4. Dachgeschosszimmer, hätte ich am Liebsten schon abreisen wollen. Aber egal, ist ja nur für eine Nacht, dachte ich.

Nachdem ich mich nach dem dritten Gang vom EG ins 4. OG erschöpft in die Koje lege, schlafe ich sofort ein. Anders lässt sich das nicht ertragen. Es dauert jedoch keine 10 Minuten, da überfallen gefühlte 1000 schreiende und tobende Jugendliche die schallenden Flure. Sie rennen schreiend, kreischend und stampfend von einem Zimmer ins andere, schlagen dabei die Türen so fest auf und zu, dass die Scharniere aus ihrer Verankerung zu brechen drohen. Es sind mindestens 4 Schulklassen, die sich hier einnisten und das Hotel zur wahren Hölle machen. Die Laune sinkt auf Grundeis und sehne mich nach meinem ruhigen Zelt in frischer, freier Natur auf einem schönen Rasenplatz mit einen tollen Sonnenuntergang wie gestern. Wenn man dann noch bedenkt den 4 fachen Preis zu bezahlen, ist die Ernüchterung gleich noch viel größer.

Wir wollen ausziehen und unser Geld zurück, aber die Rezeptionistin versichert uns, dass es besser wird. Wir lassen uns überreden zu bleiben, flüchten dann allerdings erstmal in die Altstadt um die Stadt zu erkunden und unsere Tickets für die Rückreise zu besorgen.

Um 18 Uhr fahren wir mit dem Rad zum Bahnhof nebenan und erfragen die Verbindung für die Zugfahrt am Freitag. Man müsste mindestens viermal umsteigen und um sechs Uhr morgens in Ahlbeck losfahren. Ob die Verbindungen bei der Deutschen Bahn dann in der Praxis auch klappt ist eher fraglich. Kurzentschlossen entscheiden wir uns, einen Mietwagen ab Heringsdorf zu buchen. Mal sehen ob das wenigsten klappt. Am Neuen Markt in der Osteria dell’oca in der Altstadt gehen wir essen. Danach fahren wir noch kreuz und quer durch die Altstadt am Kütertor vorbei zum Alten Markt, wo das prächtige Rathaus steht und dann  wieder zurück in die Hölle.

Fortsetzung folgt!



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