05.06.2019 Camino Primitivo: Von Campiello nach Pola de Allande


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Erkenntnis des Tages: 
Wer langsam geht dem eröffnet sich die Welt


Heute haben wir eine relativ kurze Etappe mit nur 16,4 km bei 390 Hm bergauf und 440 Hm bergab zu gehen. Die Wettervorhersagen sagen 💯 Prozent Regenwahrscheinlichkeit voraus und die Temperaturen sind eher kühl. Von daher können wir heute eine etwas längere Augenpflege betreiben. Um 7 Uhr stellen wir den Wecker nochmal auf stumm, aber 10 Minuten später lockt dann doch die Neugier auf den weiteren Streckenverlauf des Camino.

Ab 7:30 Uhr gibt es Frühstück in der Café Bar gegenüber. Der Café con leche hat hier mindestens das doppelte Volumen wie woanders, allerdings sind auch nicht mehr Kaffeebohnen drin. Dafür ist der Orangensaft frisch gepresst und super lecker. Das Frühstück auch. Wir verabschieden uns von unseren holländischen Mitpilgern Jolanda und Alexander (Lex), mit denen wir gestern einen wundervollen Abend mit tollen Gesprächen über Schnarchen, Trekkingsocken, Camino- und sonstige Urlaubserlebnisse beim Pilgermenü verbracht haben. Später kam zum gestrigen Abendessen auch noch die Engländerin Nicola aus Manchester dazu, die erst seit drei Tagen unterwegs und jetzt bereits hier ist. Sie macht Marathonstrecken, weil sie nur zwei Wochen Zeit hat. Hut ab! Sie mogelt allerdings auch ein wenig mit kleinen Taxifahrten, gibt sie später zu.

Wir betreten unseren vorgegebenen Weg und Sabine fällt nach ca. 500 Metern ein, dass noch ein paar ihrer Kleidungsstücke zum Trocknen am Wäscheständer hängen. Sie läuft zurück, während ich auf sie warte. Als Sabine zurück ist, fällt mir ein, dass ich meine Kopfbedeckung (Buff) wahrscheinlich im Zimmer habe liegen lassen. Der Tag fängt ja gut an. Aber weil ich mir nicht ganz sicher bin, krame ich den ganzen Rucksack erstmal aus um zu sehen, ob er vielleicht doch da ist. Und tatsächlich … Chacka! Leider ist meine Haarpracht schon etwas löchrig, sodass ein sonniger Tag ohne Kopfbedeckung sofort einen Sonnenbrand am Schädel bedeuten würde.

Nach der kleinen Verzögerung geht’s dann ein paar hundert Meter weiter an der Straße entlang, bevor es wieder in die Natur mit vielen prachtvollen Ausblicken geht. Die erste Teilstrecke erinnert uns an den Lothar beschädigten Schwarzwald, denn zu unserer Linken stehen nur noch Baumstümpfe da.

In der Ferne sehen wir den wolkenverhangenen Berg mit dicken Nebelschwaden vor uns. Es befindet sich viel Wasser in den Wolken. Wenn sich das über uns ergießt, kann es ganz schön heiter werden.

Aber es kommt zunächst anders als wir denken. Wenn ich jetzt gläubisch wäre, würde ich sagen, der liebe Gott hat uns ein kleines Fenster in die Wolken gebaut, damit wir auf dem Weg erstmal Sonnenschein haben. Um uns herum sind dicke dunkle Wolken und teilweise Regen. Schon irgendwie komisch.

Auf diesem Fleck Erde gibt es noch viele glückliche Kühe, die auf die Weide dürfen und die Milch noch an ihr kleines Kalb abgeben dürfen. Wir sehen dem Schauspiel eine ganze Weile zu. Mutter Kuh bleibt dabei geduldig und regungslos stehen.

Nach Borres verzweigt sich der Camino in zwei Varianten. Die traditionelle Variante A nennt sich Hospitales, ist 25,4 km lang und hat unterwegs keine Übernachtungs- und Proviantmöglichkeit. Die neue Variante B führt über Pola Allande und Peñaseita nach Berducedo und fast 37 km lang, dafür kann man dazwischen auch übernachten und seine Vorräte auffüllen und einkehren. Wir entscheiden uns für Variante B und kehren in der kleinen Bar San Roque ein, denn gerade kommt ein Regenschauer hernieder. In dieser Bar scheint die Zeit seit Jahrzehnten stehengeblieben zu sein. Nahezu unverändert sieht es hier aus.

Bar San Roque

Hier treffen wir den Holländer Lex wieder, der auch gerade einen Kaffee trinkt und den Regenschauer abwartet. Lex schaut sich den Regenradar im Internet an und verspricht uns, dass es bald aufhören wird und wir dann ein Zeitfenster von 90 Minuten haben, um trockenen Fußes nach Pola de Allande zu kommen.

Entlang des Weges kommen wir kurze Zeit später bei José Manuel vorbei, der bereits in namhaften spanischen Filmen mitgespielt hat und einen fröhlich-schrill-kitschigen Souvenierladen betreibt, an dem selbst ICH nicht vorbei laufen kann. Eigentlich wollen wir uns nur den Laden anschauen, da er im Reiseführer ganz anschaulich beschrieben ist, aber ich komme nicht umhin mir ein kleines Andenken mitzunehmen. Wir unterhalten uns eine ganze Weile mit dem netten Zeitgenossen und er bietet sich an, ein Foto von uns vor seinem Laden zu machen und gibt uns noch einen Hoteltipp mit auf den Weg.

Kitschiger Souvenierladen von José Manuel

Die heutige Etappe ist wieder sehr abwechslungsreich und hügelig. Hinter jeder Bergkuppe sieht die Landschaft komplett anders aus. Grandios kann ich nur sagen (siehe Fotos).

Heute ist es auf dem Camino fast so, als wäre man alleine auf der Welt, so wenig Pilger sind unterwegs. Nach 2,6 km bergab kommen wir nach Pola de Allande welches unser Etappenziel ist. Die Regenradar-Prognose von Lex erwies sich allerdings als Fakenews, denn es wechselten sich Sonnenschein mit Regenschauern ab.

Wir finden das von José empfohlene Hotel, wo wir gerade noch das allerletzte Zimmer ergattern. Die beiden holländischen Pilger Janda und Lex hören wir gerade im Flur des Hotels reden. Sie sind auch angekommen.



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