Nordseeküsten-Radweg Tag 16: Von Neuharlingersiel nach Bremen

Um kurz vor acht werden wir durch Motorgeräusche aufgeweckt. Die ankommenden Urlauber suchen offenbar in der Nähe unseres Zeltes einen Stellplatz. Tatsächlich, nebenan ensteht eine 50 qm große Stoffbehausung. Zwar nur auf einer Etage, aber ein Zelt mit 3 Zimmern, Küche, Bad. OK, vielleicht ist das leicht übertrieben, aber es ist wirklich riesengroß. Der ganze VW Bus ist vollgepackt bis Unterkante Oberlippe mit Material für einen 2-wöchigen Urlaub, wie wir später in einem netten Gespräch mit den Beiden erfahren.
Im nahegelegen Edeka-Markt ist ein Bäcker mit Café. Unser Frühstücksladen. Zuerst schauen wir uns noch den netten Kutterhafen von Neuharlingersiel an.

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Ein paar alte Fischkutter sind willkommene Fotomotive. Die Fischernetze sind zum Trocknen aufgehängt.
Der Hafen Neuharlingersiel diente bis Ende des 19. Jahrhunderts der Handelsschifffahrt und der Versorgung der Insel Spiekeroog. Seit etwa 1880 wird hier die Küstenfischerei betrieben.

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Von hier legt gerade die Fähre nach Spiekeroog ab. Wir bleiben jedoch auf dem Festland und fahren mit etwas Rückenwind am Deich entlang. Wir kommen durch Harlesiel, wo die Fähre nach Wangerooge übersetzt. Aber auch das lassen wir im wahrsten Sinne links liegen. An dieser Stelle zweigt sich der Weg. Entweder entlang des Deiches oder wieder über Feld, Flur und Bauernhöfe nach Jever. Wir nehmen wieder den interessanteren Weg übers Land.

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Unser nächstes Zwischenziel ist das schnuckelige am Flüsschen Harle gelegene gemütliche Städtchen Carolinensiel. Ein Städtchen wie man es auf Postkarten kennt.

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Hier schieben wir die Räder durch die am Hafen gelegenen Strässchen und machen ein paar Fotos.
Weiter geht’s durch die Dörfchen Tettens und Wiefels und gelangen nach 33 km Fahrt in der Hitze nach Jever.

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Der Himmel verdunkelt sich und die ersten Regentropfen sind zu spüren. Wir fahren weiter zum Marktplatz, stellen die Räder in den Eingangsbereich einer Passage und retten uns bei einem Bäcker.

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Das Unwetter geht los, während wir im Trockenen bei einem Kaffee sitzen. Hin und wieder hört man Sirenen. Wir gehen davon aus, dass der ein oder andere Keller vollgelaufen ist, denn der Starkregen dauert weit über eine Stunde.
Später sehen wir dann tatsächlich, wie eine Tiefgarage von der Feuerwehr leer gepumpt wird.

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Der Himmel ist immer noch dunkel, und die Sonne scheint,
während wir die letzten Kilometer übers Land nach Wilhelmshaven radeln. Die hellen Windkrafträder bilden sich total kontrastreich zum dunklen Hintergrund ab.
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Wilhelmshaven ist unser Endziel. Wir unterbrechen an dieser Stelle den Nordseeküstenradweg und setzen ihn sicher zu einem späteren Zeitpunkt fort und freuen uns schon jetzt auf das kommende Rad-Abenteuer.
In Wilhelmshaven steigen wir in die Regionalbahn nach Oldenburg und steigen um nach Bremen.

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In Bremen wollen wir ein Zimmer nehmen, aber das erste bezahlbare Hotel liegt genauso weit entfernt wie der Campingplatz. Wir entscheiden uns spontan für die ‚Geiz-ist-geil-Variante‘, die jedoch mit 28,50 € die Teuerste der gesamten Reise ist. Und nicht nur das – bedingt durch die Autobahnnähe ist der Campinplatz auch der Lauteste. Es ist bereits 21 Uhr und die Rezeption geschlossen. Im Restaurant erzählen sie uns, wir sollen einfach ein Plätzchen suchen, aufbauen und am Folgetag bezahlen. Das tun wir dann auch und bauen im Dunkeln das Zelt auf.

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