01.08.2017 Bodensee-Königsee & Alpe Adria Radweg: Von Wigratzbad nach Bühl am Alpsee


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Erkenntnis des Tages: Radlerhosen und Glühlampen mögen sich nicht besonders

Gestern war Waschtag. Die Sachen haben wir zum Trocknen im ganzen Zimmer verteilt. Um 6:30 Uhr sind wir bereits hellwach und ausgeschlafen, aber das Frühstück haben wir erst um 8 Uhr bestellt. Alles außer der Polsterung der Radlerhose ist trocken. Aber MacGyver „René“ ist ja erfinderisch und hängt die Hose über die warmen Glühlampen im Bad. Die Wärme der Lampen wird wohl die Hose trocknen. 5 Minuten später kommt jedoch ein übelriechender Kunststoffgeruch aus dem Bad. Die Hose ist tatsächlich fast trocken, hat aber zudem ein riesiges Brandloch bekommen und die Glühbirne hat die Farbe der Hose. Kohlrabenschwarz. Das war mal eine tolle Radlerhose. Mit einem Taschenmesser lässt sich wenigstens die Lampe wieder vom Kunststoff befreien.

Unsere Gastgeberin ist 77 Jahre alt, sieht aber vorneweg 10-15 Jahre jünger aus. Sie hat nicht nur großen Spaß daran Gäste zu bewirten, sondern und ist selbst sehr gerne mit dem Rad unterwegs und macht mit ihren Schwestern 5-10 tägige Touren zumeist an Flüssen entlang. Es gibt also genügend Gesprächsstoff. Sie macht das schon seit über 15 Jahren und hat schon einiges an schönen Touren vorzuweisen. Auf diese Weise erhalten wir wieder wundervolle Tipps für zukünftige Projekte. Es ist so interessant, dass wir durch die kurzweiligen Gespräche schnell die Zeit aus dem Auge verlieren, aber das gehört natürlich auch zu einem Radurlaub.

Heute geht es uns Beiden richtig gut. An einem Stück fahren wir die ersten 35 km und fast 600 Höhenmeter bis nach Oberstaufen über die wunderschöne Allgäuer Hügellandschaft mit saftig grünen Wiesen immerzu bergauf und bergab. Zwischendurch gibt es einige knackige Rampen hinauf zu kurbeln. Die Untersetzung kann man hier nicht klein genug wählen.
Dazwischen gibt es immer mal wieder schöne flotte Abfahrten. Wenn sie durch ein Waldstück gehen, ist das eine wunderbare Erfrischung und das schweißdurchtränkte Radlertrikot ist im Nu fast wieder trocken. So wechseln sich saunaähnliche Aufstiege mit kühlen Abfahrten ab. Auf diese Weise hält man die brütende Hitze so einigermaßen aus. Aber es ist schon eine große körperliche Herausforderung bei über 30°C im Schatten mit schwerem Gepäck.
In Oberstaufen machen wir eine Pause im bekannten Blauen Haus. Wir waren schon mehrmals da und daran kommen wir nie vorbei. Der selbstgemachte Kuchen und das Ambiente im Garten und auch im Inneren des Blauen Hauses sind wirklich einmalig. Im schönen Garten ist allerdings kein einzelner Tisch mehr frei. Aber zwei ältere Damen sehen so nett aus, dass wir sie fragen, ob wir uns dazu gesellen dürfen. „Aber selbstverständlich!“ ist die Antwort. Wir kommen mit den beiden Damen schnell ins Gespräch. Sie fragen nach unserem Vorhaben und wir nach Ihren. Beide sind ganz vernarrte Pferdeliebhaberinnen. Sie reisen in der ganzen Welt umher, um Turniere zu begleiten. Jetzt machen sie gerade ein paar Tage Urlaub hier und besuchten die Bregenzer Festspiele. Es wurde Carmen auf der Seebühne aufgeführt und es muss fantastisch gewesen sein. Die rechte der beiden Damen (siehe Foto) ist sage und schreibe 88 Jahre alt und reitet noch jeden Tag im Schritt und sogar im Trab. Den Galopp reitet sie jetzt nicht mehr. Heute Abend fährt sie mit dem Auto wieder zurück nach Ludwigsburg. Es fällt uns zwar schwer uns zu verabschieden, denn sie haben ein aufregendes Leben. Was uns wieder mal beweist: „Man ist nie zu alt, um das Leben zu genießen. Man muss es nur tun!“. Bevor es weiter geht kaufe ich mir noch schnell eine neue Radler Hose, denn das Brandloch ist ausgerechnet an einer sehr markanten Stelle.

Nach 600 Höhenmetern und 48 km liegt dann der verlockende Zeltplatz am Alpsee zu unseren Füßen. Zu verlockend, als dass man daran vorbeifahren könnte. Hier wollen wir bleiben und uns im eiskalten See erfrischen. Wir wollen uns lieber noch ein paar Stunden bei dem tollen Wetter entspannen. Es ist also eine gute Mischung aus Arbeitstag und Ruhetag. Es ist wie im Urlaub 🙂

Um 20 Uhr kommt eine Katwarn-Meldung herein: „DWD meldet: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit Orkanböen, heftigem Starkregen und Hagel. Und 15 Minuten später geht´s auch schon richtig los.

Der Starkregen verhindert den Besuch in einer Gaststätte, also bestellen wir unsere Spaghetti Carbonara beim Pizzaservice und warten im Aufenthaltsraum bis der Spuk vorbei ist. Morgen erfahrt Ihr dann, ob unser schönes neues Ultra-Leicht-Zelt zerfetzt wurde oder ob es dem Unwetter standhielt, denn wir sitzen immer noch im Aufenthaltsraum und trauen uns garnicht raus.



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