09.06.2019 Camino Primitivo: Von Castro nach A Fonsagrada


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Erkenntnis des Tages: 
Adios Asturien – Hola Galizien


Der dicke Spanier von gestern hat sein Versprechen wahr gemacht, ja sogar um ein Vielfaches übertroffen. Er hat uns angekündigt, dass er schnarcht. Allerdings könnte man die Geräusche, die er von sich gab eher als Grunzen bezeichnen. Hier der Beweis:

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Schnarchender Pilger

Um die Lautstärke nur zu erahnen, solltet ihr einen Kopfhörer aufsetzen und die Lautstärke auf 100 einstellen. Das Bett hat gebebt. Trotz High-end Ohrenstöpsel und mit dem Kissen auf dem Ohr, hat man dieses Grunzen gehört, als läge er direkt neben mir.

Kein Auge konnte ich zumachen. In meinen Gedanken pikste ich ihn mit meinen Wanderstöcken abwechselnd in sein dickes Bäuchlein.

Aber der arme Kerl kann ja nichts dafür, und ich bin ja im Grunde auch ein braver Pilger. Also nehme ich meinen Schlafsack, Decke und Kissen und gehe in den Aufenthaltsraum hinunter. Dort steht ein viel zu kleines Sofa und kauere dort für den Rest der Nacht, aber kriege wenigsten für ein paar Minuten die Augen zu.

Glücklicherweise ist der Schnarcher auch der Erste, der den Aufenthaltsraum betritt, so kann ich dann nochmal für ne Stunde nach oben und ausgestreckt liegen. Allerdings fängt jetzt der brasilianische Freund unaufhörlich mit dem Rascheln der Tüten an. So muss heute ein unausgeschlafener Junge auf den Sünderpfad.

Damit es uns nicht zu wohl wird, geht es nach dem Frühstück gleich bergauf. Zwar nicht steil, dafür sehr matschig. Eine große Kuhherde muss den Weg zusätzlich mit ausreichend ihrer Hinterlassenschaften versorgt haben.

Die Strecke heute ist etwas weniger spektakulär und kann sich nicht ganz mit den vorigen Etappen messen. Aber wir sind natürlich auch sehr verwöhnt worden in den letzten Tagen. Nichtsdestoweniger sind manche Ausblicke wieder traumhaft schön. Heute überwinden wir den zweithöchsten Pass mit über 1000 Hm. Der Pass stellt gleichzeitig die Grenze von Asturien nach Galizien dar.

Wir machen beim Grenzübertritt abwechselnd Fotos von uns. Ein rastender Pilger 50 Meter weiter beobachtet uns, kommt her und bietet sich an, ein gemeinsames Bild von uns zu machen.

Grenzübertritt

Wir kommen mit dem älteren Herrn in ein super interessantes Gespräch. Er ist der erste Pilger seit Anfang unserer Wanderung (10 Etappen), der den Camino Primitivo in entgegengesetzter Richtung geht. Er erzählt, dass er in Lissabon gestartet ist und den Camino Portugués bis Santiago und von dort aus den Camino Primitivo bis hierher gegangen ist. Weiter will er über den Camino del Norte bis in die Bretagne, weiter nach England über Schottland nach Irland. Dort will er bis September durchgelaufen sein. Nächstes Jahr will er von Frankreich über Dortmund, Hamburg, Kopenhagen nach Stockholm und nach Helsinki laufen. Das Jahr drauf auch wieder so eine verrückte Tour durch Lettland, Estland, Litauen und über Polen, Tschechien nach Prag. Der rüstige Rentner ist bereits 72 Jahre alt und hat für die nächsten Jahre schon große Ziele im Kopf. Als wir uns verabschieden, fragen wir noch nach seinem Namen. Er heißt Bernard und ist Franzose, der fließendes Englisch spricht. Eine wundervolle 5-minütige Begegnung, die uns den Rest des Weges lange nachdenken lässt. Ist es nicht wunderbar, wenn ältere Menschen noch neugierig sind, Träume haben und diese auch noch ausleben?

Lebe wohl, Bernard. Wir wünschen Dir, dass du auch noch mit 75 Jahren Pläne machst bis zu Deinem 100. Geburtstag. Wir wünschen Dir von Herzen, dass Du Deine Pläne auch noch umsetzen kannst. Wir ärgern ist ein wenig, dass wir kein Foto von ihm haben. So muss er in Gedanken bei uns bleiben.

800 Meter nach der Pass-Grenze Acebo nach Galizien kommt die erste Ortschaft namens Acebo, bestehend aus einem einzigen Haus, welches eine Café Bar beherbergt. Unzählige Fotos und Andenken hängen an der Wand. Ein wahres Museum. Auch sammelt der Wirt billige Armbanduhren, die überall hängen.

Armbanduhren-Sammlung

Eine kleine Stärkung bringt uns dann weiter über die hügelige Landschaft bergauf und bergab.

Auf halber Strecke macht dann Sabine’s zweiter Schuh schlapp.

Die Sohle hängt runter wie eine Zunge aus einem schwitzenden Hundemaul. Wie in Gottes Namen konnten sich die zwei Schuhe so gut absprechen. Über 10 Jahre sind sie alt und über 2000 km haben sie auf dem Buckel. Und die Sohlen beider Schuhe lösen sich nur um einen Tag versetzt ab. Das gehört auch zu den Mysterien des Camino. Wir flicken die Schuhe mit dem gestern gekauften Silikon, befestigen die Sohlen mit einem Rest eines Elektroweidezauns und sichern es zusätzlich mit Leukoplast. Auf diese Weise kommen wir zumindest mal zum nächsten Etappenziel A Fonsagrada. Auch den letzten steilen und langen Anstieg in den Ort überleben die Schlappen. Wir kommen an einem Gemischtwarenladen vorbei und im Schaufenster sind Wanderschuhe, nur Sonntags leider geschlossen. Morgen macht der Laden leider erst um 9 Uhr auf. Wir werden daher schön ausschlafen und Schuhe gucken.

Am Abend finden wir unser Pilgermenü mit Wasser, Wein und der leckeren galizischen Spezialität Pulpo (🐙) und Pimientos de Pardon (gegrillte Paprika mit groben Salzkörnern). Zum Nachtisch gibt es eine Crema de Limon. Herrlich!

Galizische Spezialität: Pulpo und Pimientos de Pardon

Jetzt liegen wir im Bett und können kaum noch atmen. 😄



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