2026 Rundreise DE-FR-CH-IT: Tag 31-32

Tag 31 – Stilfser Joch Bike Day 2026

Der Stilfserjoch Bike Day 2026 hat bewiesen, warum dieser Tag für jeden ambitionierten Radfahrer pure Magie bedeutet: 48 legendäre Kehren, ein atemberaubendes Alpenpanorama und – das Beste von allem – kein einziger Verbrennungsmotor, der die Bergluft verpestet oder den Rhythmus stört. Die Passstraße gehört für ein paar magische Stunden ganz allein den Tausenden von Radbegeisterten.

Der frühe Morgen: Einrollen durchs Vinschgau

Der Tag begann frisch und klar auf dem Campingplatz in Mals. Während die ersten Sonnenstrahlen die Bergspitzen des Vinschgaus golden färbten, ging es zunächst ganz entspannt los:

* Leicht bergab rollend folgte die Route dem beliebten Etsch-Radweg.
* Perfekt, um die Beine auf Temperatur zu bringen und den Kopf für das freizumachen, was noch bevorstand.
* Vorbei an Obstwiesen und mit freiem Blick ins Tal war das Ziel schnell erreicht: Prad am Stilfserjoch (915 m), das Epizentrum des Radtages.

In Prad herrschte bereits das typische Kribbeln in der Luft – ein buntes Meer aus Rennrädern, Gravelbikes und sportlichen E-Bikes. Nach dem verabredeten Treffen mit Markus und dem letzten kurzen Check (Wasser, Riegel in der Trikottasche, Windweste griffbereit) ging es gemeinsam hinein in die wohl berühmteste Rampe der Ostalpen.

Die Königsetappe: 48 Kehren zum Passo dello Stelvio (2.760 m)

Ab Prad fordert der Berg sofort Respekt ein. Über knapp **25 Kilometer** sind rund **1.850 Höhenmeter** zu überwinden:

1. Gomagoi und Trafoi: Zunächst führt die Straße sanft ansteigend durch das Tal, bevor ab Trafoi die Kehrenzählung beginnt und der Nadelwald den Blick auf die gewaltige Kulisse des Ortler-Massivs freigibt.

2. Die Kehrenwand: Ab Kehre 48 wird es Ernst. Kurve für Kurve, Kehre für Kehre schraubt man sich empor. Die Steigung bleibt mit durchschnittlich 9–11 % fordernd, aber das gemeinsame Leiden und Kurbeln im Pulk gibt enormen Rückenwind.

3. Das Finale: Wenn sich die ikonische Wand mit ihren übereinander gestapelten Kurven vor einem aufbaut, brennen die Oberschenkel, aber die Euphorie übernimmt die Führung.

Oben auf **2.760 m** angekommen: Gänsehaut pur! Das legendäre Passschild, die stolzen Gesichter tausender Radler, frische Bergluft und der Blick hinab auf das bezwungene Serpentinen-Band. Eine kurze, verdiente Verschnaufpause mit Markus – und vielleicht die traditionelle Bratwurst bei Richard –, bevor die Abfahrt rief.

Grenzübertritt am Umbrail Pass und Schussfahrt ins Münstertal

Statt die gleiche Strecke zurückzuschlagen, ging es an der Passhöhe direkt auf Schweizer Boden:

* Nur etwa 3 Kilometer unterhalb der Passhöhe zweigt die Route zum Umbrailpass (2.501 m) ab – dem höchsten befestigten Straßenpass der Schweiz.

* Auf top asphaltierter und im Vergleich zum Stelvio deutlich ruhigerer Straße ging es in rasanter Fahrt bergab: weite Kehren, raue Hochgebirgslandschaft und purer Flow.

* Die Abfahrt spuckt einen direkt in das malerische Val Müstair (Münstertal) nach Santa Maria aus.

Der Heimweg: Zurück nach Mals

Vom Münstertal rollt es fast wie von selbst wieder über die Grenze nach Italien Richtung Glurns – der kleinsten Stadt Südtirols mit ihrer vollständig erhaltenen Stadtmauer.

Die letzten flachen Kilometer zurück zum Campingplatz nach Mals dienten dem perfekten Ausrollen, um die über 2.000 gesammelten Höhenmeter sacken zu lassen.

Streckenverlauf | Mals → Prad → Stilfser Joch → Umbrailpass → Santa Maria → Mals

Ein unvergesslicher Tag im Sattel, der genau das vereint hat, was Radsport ausmacht: ehrliche Anstrengung, grandiose Landschaften und das geteilte Erlebnis auf zwei Rädern!

Tag 32 – Ausrollen zu Café Greta

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Ein Kommentar

  1. Da werden Erinnerungen wach. Ich war zuletzt als 13-Jährige mit meinen Eltern in den Dolomiten – unser letzter gemeinsamer Urlaub dort. Damals haben wir das Stilfser Joch erwandert und auch den Ortler bestiegen. Lang, lang ist’s her, aber an diese wunderschöne Landschaft kann ich mich noch sehr gut erinnern.
    Einen Stilfserjoch Bike Day gab es damals natürlich noch nicht – umso interessanter fand ich es, davon heute zu lesen.
    Euch noch eine wunderschöne weitere Reise, viele tolle Erlebnisse und weiterhin sichere Wege!

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