Tag 19: 20% Rampen, ein versunkener Kirchturm & die Regenschlacht am Reschensee 🚴♂️🌧️
Vom Campingplatz Gloria Vallis im mittelalterlichen Glurns ging es heute auf´s Bike. Der Plan: Über den Etschtalradweg (Via Claudia Augusta) hinauf zum Reschensee, diesen einmal im Uhrzeigersinn umrunden und wieder entspannt zurückrollen.
Klingt auf dem Papier nach einem gemütlichen Seerundgang – in der Realität wartet aber erst die Kletterei hinauf auf das Vinschger Hochplateau. Vorbei an der imposanten Fürstenburg bei Burgeis zieht der Radweg spürbar an. Das Schild am Wegesrand verspricht nicht zu viel: Kurze, giftige Rampen drücken mit bis zu 20 % Steigung ordentlich in die Waden!
Über den idyllischen Haidersee erreicht man schließlich den großen Reschensee auf rund 1.500 m Höhe. Entlang des Westufers geht es über St. Valentin nach Graun, wo der berühmte, 1357 erbaute Kirchturm von Alt-Graun surreal aus dem türkisblauen Wasser ragt – das Überbleibsel der Seestauung von 1950. Weiter über Reschen am Nordufer und über die Ostseite direkt unterhalb der schroffen Berghänge schließt sich die gut 15 Kilometer lange Seeschleife.
Das Wetter-Pokerspiel
Während die Kulisse fantastisch war, braute sich am Himmel über den Dreitausendern eine finstere Wand zusammen. Sabine bewies erstklassigen Spürsinn: Mit Blick auf die dunklen Wolken drehte sie kurz nach Burgeis vernünftigerweise wieder um, um trocken am Camper anzukommen.
Ich wollte die Runde unbedingt durchziehen. Die Rechnung dafür gab es postwendend: Bei der anschließenden, rasanten Abfahrt zurück ins Tal öffnete der Himmel alle Schleusen. Bei knapp 50 km/h fühlt sich der Vinschger Bergregen dann an wie ein kostenloses Nadelkissen-Peeling! 😅 Durchnässt, aber mit 51 Kilometern und 730 Höhenmetern mehr auf der Uhr ging es glücklich unter die warme Dusche.




















Tag 20: Upgrade ins Langtauferer Tal – Gulasch-Geduldsprobe auf 1.900 Metern & Ortler-Kino 🚴♂️🏔️🍲
Gleicher Start, aber heute mit Extra-Portion Höhenmetern! Vom Campingplatz Gloria Vallis in Glurns ging es wieder hinauf Richtung Reschensee. Doch statt nur um den See zu rollen, bog ich direkt am versunkenen Kirchturm in Alt-Graun ab ins Langtauferer Tal (Vallelunga).
Dieses Tal ist ein echter Geheimtipp: Rund 10 Kilometer zieht sich die Straße sanft (naja, sanft bis zu 10% Steigung), aber stetig bergan durch urige Weiler bis zum Talschluss-Dorf Melag. Ab dort war endlich Schluss mit Asphalt – genau das richtige Futter für die Reifen: Eine knackige Gravelpiste schraubt sich noch ein Stück weiter hinauf zur Melager Alm auf gut 1.900 Metern Höhe!
Die Gulasch-Geduldsprobe auf 1.900 m
Oben angekommen lockte die Belohnung: hausgemachtes, herrlich zartes Gulasch mit riesigen Südtiroler Knödeln. 🤤
Der kleine Haken an der Sache? Auf 1.900 Metern pfeift der Wind doch ziemlich frisch, wenn man im schweißnassen Bike-Trikot dasitzt – und die Hütte war rappelvoll. Über eine Stunde Zähneklappern und Warten auf das Essen! Als der dampfende Teller dann endlich auf dem Tisch stand, war die Kälte aber sofort vergessen. Soulfood vom Feinsten!
Gut aufgetankt ging es danach in den Tiefflug: Die Schotterpiste und die anschließende Straße hinab nach Alt-Graun waren eine absolute Rausch-Abfahrt mit Dauergrinsen unterm Helm. 🚀💨
Rauschende Abfahrt & das Finale über Dörfl
Doch wer dachte, das war’s für heute, kennt den Vinschgau schlecht: Am Haidersee bog ich nochmals ab und kurbelte über Dörfl die Hänge hinauf. Die Extra-Höhenmeter brannten zwar in den Oberschenkeln, wurden aber mit einem atemberaubenden Panoramablick auf den vergletscherten Ortler (3.905 m) belohnt. König Ortler im Nachmittagslicht – da vergisst man jeden Schmerz! 👑🏔️
Zum krönenden Abschluss folgte der steile Steilwand-Downhill hinab nach Mals und das gemütliche Ausrollen zurück nach Glurns.
Fazit: Waden glühen, Magen voll, Kopf frei – das Stilfser Joch kann kommen! 💪 … Aber ehrlich gesagt, fühle ich mich immer noch nicht fit genug um dieses Monster zu bezwingen.



























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