2016 Via Claudia Augusta: Von Kaltern nach Rovereto

Vorwort: Bitte verzeiht mir die vielen Schreib-, Tipp-, und Grammatikfehler. Zur meiner Entschuldigung sei gesagt, dass Deutsch nie meine große Stärke war und die Berichte immer direkt nach einer anstrengenden Etappe verfasst und auch die Bilder bearbeitet, hochgeladen und eingefügt werden. Bei dem Zeitaufwand geht mir schon einiges durch die Lappen. Wenn ich manche Berichte 2-3 Tage später nochmal lese, erschrecke ich oft über meine Patzer. Aber Vieles wird im Nachhinein korrigiert und auch vergessene Infos werden später „nachgereicht“. Wie z.B. auch der fast vergessene Bienenstich vom Vortag. Es lohnt sich also, alles nochmal ein paar Tage später zu lesen. Wem immer noch was auffällt, darf mir gerne eine PM mit allen Korrekturen schicken. 🙂 .. Alle Fehler sind jedoch für Euch absolut kostenlos!

Der Bienenstich von gestern hat sich von Brennen in Jucken verwandelt und weckt mich am Morgen. Das ist gut so, denn ich habe vergessen den Wecker zu stellen und es ist schon nach 8 Uhr. Das passt schon … heute ist Sonntag, da darf man mal ausschlafen. Die Nacht war dennoch kurz, denn es gab gestern noch viele Bilder zu bearbeiten und eine Menge zu erzählen. Um 2 Uhr morgens ging erst das Licht aus.

Wir frühstücken im Freien, mit diesem herrlichen Blick auf den Kalterer See.

Tramin - Heimat des Gewürztraminers

Tramin – Heimat des Gewürztraminers

Heute kommen wir erst sehr spät in die Puschen. Es ist wieder recht warm und wir müssen von der Pension gleich zu Beginn eine 100 Meter lange Rampe mit 20% Steigung hinauf fahren. Das bringt den Kreislauf sofort in Schwung.

Wir umrunden den Kalterer See nun auf der südlichen Seite und radeln Richtung Tramin – Heimat des Gewürztraminers.

Wir fahren keine 20 Minuten, auf einmal kommen Anne (mit dem Liegerad) & Michael von hinten angebraust. Große Wiedersehensfreude. Ab hier fahren wir die Tour zusammen weiter.

Anne & Michael sind mit dem Shuttle auf den Reschenpass gefahren und von dort hinunter gebrettert. Sie empfanden die Downhillpassage ebenso großartig wie wir. Mit dem Liegerad sind starke Steigungen bergauf (fast) nicht zu machen, dafür ist sie in der Ebene, bedingt durch den geringeren Luftwiderstand im Vorteil und fährt trotz der kleinen Räder sehr flott. Von Tramin aus führt uns der Radweg wieder entlang der Etsch.

Etschbrücke

Rad-Autobahn

Michael nennt es eine einspurige 2,5 Meter breite Rad-Autobahn mit zwei weißen bzw. gelben durchgezogenen Streifen rechts und links des Asphalts. Es ist Sonntag und ziemlich viel los auf dem Etschtal-Radweg. Wenige Liegeräder, ein paar Tandems, viele E-Bikes, viele Mountain-Bikes und Horden von Rennrädern sind auf der Strecke. Man kann nie sehr lange nebeneinander fahren, denn immer wieder rufen Rennradfahrer von hinten und wollen schnell vorbeifahren. Gut, wir hätten auch unsere Geschwindigkeit von 20-23 km/h auf 35-40 km/h erhöhen können, dann wäre es nicht so oft passiert 🙂

Das Trinkwasser geht bei der dampfenden Wärme heute weg wie nichts. Aber glücklicherweise gibt es entlang des Radweges genügend Wasserstellen, um die Wasserflaschen wieder aufzufüllen.

Da heute Sonntag ist, sind die Läden zu und rund um unser zurückliegendes Hotel konnten wir keine Einkäufe tätigen, so haben wir nur noch unsere Notreserven in den Satteltaschen. Anne und Michael hatten mehr Glück, konnten am Vortag endlos viele Vitamine einkaufen und haben ganz brüderlich Ihren leckeren Obstvorrat mit uns geteilt. Dazu gab es das Südtiroler Schüttelbrot. Es erinnert an ein Fladenbrot, welches aber die Konsistenz von Knäckebrot hat und nach Anis schmeckt. Es ist bereits alt wenn man es frisch kauft, so dass es nicht alt werden kann 🙂

Gesundes & Notration

Weiter geht´s auf die Rad-Autobahn, welche flankiert ist von riesigen senkrechten und kahlen Felswänden auf der rechten Seite und baumbewachsene hohe Berge auf der Linken. Sonst bietet der Weg nicht so sehr viel Abwechslung. Außer, dass der Wind nun von vorne kommt, was die Fahrt etwas mühsamer macht. Den belgischen Kreisel kriegen wir irgendwie nicht hin, um uns gegenseitig vor dem Wind zu schützen, dafür fährt Michael meist für uns im Wind und wir hängen uns dahinter. Sabine ist autark und hat ihr eigenes Rückenwind-Kraftwerk dabei.

An der nächsten Bar legen wir nochmal eine gemeinsame Kaffeepause ein, bevor die Fahrt weitergeht.

Tourist-Info-Stand am Radweg

Tourist-Info-Stand am Radweg

Direkt am Radweg, kurz vor Rovereto steht rechts des Weges eine Holzhütte. Es ist ein Infostand für Touristen. Sabine und ich wollen hier übernachten. Während Anne & Michael sich nochmal für die Weiterfahrt nach Riva/Gardasee stärken, lassen wir uns vom Infostand für eine Unterkunft beraten. Die freundliche Dame bucht uns gleich vor Ort per Internet ein B&B Zimmer in der Altstadt, zeichnet den Weg zur Pension auf eine Karte ein, die wir mitnehmen dürfen. Super Service, den wir auch im Fragebogen gerne bekunden. Dafür bekommen wir sogar noch ein wasserdichtes Lenkradtäschlein geschenkt.

Ab hier trennen sich unsere Wege. Anne & Michael biegen zum Gardasee ab. Wir verabschieden uns und hoffen sehr, dass ihr Euch bei uns meldet, denn wir würden uns gerne mit einem Brunch / Grillen oder Abendessen bei uns zu Hause, für das Teilen der Köstlichkeiten bei Euch revanchieren. Bitte meldet Euch, wenn ihr das lest. Wir würden uns sehr darüber freuen!

Wir fahren die letzten 2,8 km hinauf in die Altstadt und finden Dank der perfekten Karte das B&B auf Anhieb.

Dort empfiehlt uns der Gastgeber eine Pizzeria ein paar Häuser weiter. Und in der Tat, es war super. Ein gut gelaunter Kellner, eine Wohlfühl-Atmosphäre und beste Pizzen.

Wir sind sehr gespannt, was uns morgen erwartet. Jedenfalls ist unser Ziel in greifbare Nähe gerückt.

<< vorige Etappe nächste >>>

Reisedaten: 83,18 km | Gesamtanstieg 518 Meter | Gesamtabstieg 534 Meter

Hier der Link zum aufgezeichneten GPS-Track.

Alle Fotos zu dieser Etappe: