11.01.2017 Flying Carpet Project mit Quadro Nuevo & Cairo Steps: Videodreh & Konzert im Cairo Opera House


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Die Nacht ist wieder hurtig zu Ende und wir schlafen deshalb wieder sehr schnell. Viel mehr als 4h sind bei Vielen nicht drin … aber wie sagt man so schön? „Beim Schlafen sterben die meisten Leute!“ In diese Gefahr wollen wir uns erst gar nicht begeben, also reduzieren wir ihn einfach auf das Notwendigste und schöpfen den Tag aus, um Ägypten mit all seiner Schönheit und vielen Facetten aufzusaugen.

Nebenbei bemerkt, haben wir, toi-toi-toi, keinerlei schlechte oder negative Erfahrungen gemacht. Ganz im Gegenteil – überall findet man freundliche, hilfsbereite, offene und zuvorkommende Menschen. Auch haben wir niemals das Gefühl, in Gefahr zu sein. Ganz im Gegenteil.

Los geht´s mit einem kurzen Frühstück. Mulo, Andreas, Mike, Franz & René begeben sich auf Foto- und Videosafari. Der freundliche Fahrer vom Hotel bringt uns zu einem Teppichgeschäft, wo wir zwei Flying Carpets für die Videoaufnahmen kaufen. Die Fahrt setzen wir fort an den Tahrir Square. Von dort aus ziehen wir los in die lebendigen Gassen von Kairo. Erster Stop ist ein malerisches Café. Auf die Frage hin, ob wir drehen dürfen, werden wir zunächst abgewiesen. Mike setzt jedoch nochmal seinen ganzen Charme bei der Besitzerin ein und sie lenkt schließlich ein, jedoch mit diversen Forderungen, sodass wir den Drehplan kurzerhand an die Situation anpassen müssen. Um noch etwas mehr Zeit zu gewinnen, bestellen wir Mokka für alle und arbeiten währenddessen einen genauen Schlachtplan aus, um unsere Drehwünsche umzusetzen. Mit viel Geschick, Taktik und diversen Ablenkungsmanövern gelingt es uns schließlich doch, unseren ursprünglichen Plan vollends durchzuführen. Alles im Kasten! Wunderbar!

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Nächster Spot ist eine Gasse mit diversen Shisha-Bars. Überall sitzen Leute und rauchen über lange Schläuche aus den brodelnden Glasgefäßen und trinken dazu Kaffee oder Tee. Eine wunderbare Szenerie und wie für das Video geschaffen. Wir laufen mit mobilen Leuchtmitteln und Steady-Cams rückwärts durch die Gasse und fangen die wunderbare Atmosphäre auf Video ein.

Die dritte Location ist vor einenm Antiquitätenladen, der von einem sehr netten und gesprächigen jungen Rasta-Mann und seinem Vater betrieben wird. Er stellt uns bereitwillig seinen Laden für unsere Aufnahmen zur Verfügung. Eine wunderbare Hintergrund-Kulisse für unseren Dreh.

Nach dieser Szene wird es Zeit zum Cairo Opera House zurückzulaufen, denn der Soundcheck wird bald stattfinden und der Magen knurrt auch schon ein wenig.

Um 20.00 Uhr geht dann der Vorhang auf für das große Ereignis, auf dass Quadro Nuevo & Cairo Steps sehr lange hingearbeitet haben. Viele Tage und noch mehr Nächte wurden in die Planung und Organisation gesteckt, um den Teppich im Cairo Opera House fliegen zu lassen – der Teppich, der dann vor der „arabic Bigband“ mit 18 Musikern tatsächlich auf der Bühne liegt.

Mit „Flying Carpet“ und „Cafe Kairo“ geht es los, die Vorstellungen, wie Kairo klingen könnte, verwandeln sich zusammen mit den ägyptischen Musikern nun in einen echten neuen Kairo-Sound. Mal schwer groovend, mal fein impressionistisch, mit europäischen Formen, arabischer Phrasierung und Harmonik und einem Schuss Jazz-Spirit wird der wunderschöne, in einen Sternenhimmel als Hintergrund getauchte Saal erobert. Quadro Nuevo bringt dann solo mediterranen Flair ins Spiel, mit „Canzone della Strada“ und „Parole, Parole“, das ja im Original von einer Ägypterin gesungen wurde: Dalida. Zum Glanzlicht vor der Pause wird Erik Saties „Gnossienne“ No 1: Vom Pariser Salon der Zwanzigerjahre geht es hier direkt in die Kairoer Shisha-Bar und in die arabische Moschee. Das wuchtige Arrangement der unwiderstehlichen Melodie, ihre Befruchtung mit den typischen Klängen der arabischen Instrumente wie Ragy Kamals Kanoun (eine Art arabischer Zither), Rageed Williams Duduk, Hani Al Sawafs Req und Duff sowie natürlich Basem Darwischs Oud, vor allem aber auch der kraftvoll-mystische Gesang des blinden Sheik Ehab  Younis reißen die Zuschauer zum ersten Mal aus den Sitzen.

Auch im zweiten Set ist die Reise perfekt geplant: Von Mulo Francels griechisch inspiriertem, hauchzartem „Ikarus‘ Dream“ in kleiner Besetzung, geht es über das groovige „Bokra“ bis zum Hochdruck-Finale mit „Shams“, „Dance du Nil“ und „Siwa“. Da steigt dann auch noch Dr. Ines Abdeldaim höchstpersönlich an der Querflöte ein, nicht nur die Chefin des Kairo Opera House, sondern auch vielbeschäftigte kulturelle Beraterin von Präsident Al Sissi. Der Aufwand hat sich gelohnt. Ein fulminanter Konzertabend entsteht. Das Publikum ist begeistert und quittiert die Arbeit mit Standing-Ovations und tosendem Applaus. Wer sich hinterher im Foyer unters Publikum mischt, bekommt bestätigt: Die außergewöhnliche Begegnung deutscher und ägyptischer Musik und Musikern hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.

So geht wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende und in knapp 4 h klingelt schon wieder der Wecker. Wir lieben es!

Auf der großartigen Bühne des Cairo Opera House haben sich folgende Künstler für das gemeinsames Flying Carpet Project zusammengefunden:


Gastmusiker aus Ägypten

Ali El Helbawi (Vocal)
Ehab Younes (Vocal)
Jan Abadier (Cello)
Emad Azmy (Violin)
Amir Akhnoukh (Violin)
Shereen Azmy (Violin)
Ahmed Tarek (Violin )
Hani Al Sawaf (Req & Tabla & Duff )
Ragy Kamal (Kanoun)
Dr. Ines Abdeldayem (Flute )

Quadro Nuevo

Mulo Francel (Saxophon, Klarinette)
Andreas Hinterseher (Akkordeon, Vibrandoneon, Bandoneon)
Evelyn Huber (Harfe, Salterio)
Dietmar Lowka (Kontrabass, Percussion)

Homepage: www.quadronuevo.de

Cairo Steps

Basem Darwisch (Bandleader, Oud)
Sebastian Müller-Schrobsdorff (Musical Director / Conductor, Piano)
Stefan Hergenröder (Bass)
Max Klaas (Percussion)
Rageed William (Nay, Duduk)
Matthias Frey (Piano)

www.cairosteps.com

Text & Fotos: van der Voorden PHOTOGRAPHY
Text vom Konzert: Oliver Hochkeppel



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