13.06.2019 Camino Primitivo: Von Lugo nach San Román


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Leider hat die Routenaufzeichnung heute nicht geklappt. Laut Reiseführer sind es von Lago nach San Román 19,6 km. Dazu kommen noch der Weg auf der Stadtmauer und ein kleiner Umweg zu einer Bar. Geschätzte Entfernung heute 22 km.


Erkenntnis des Tages: 
Straße, Asphalt, Bitumen und Teer. Nichts lieben wir mehr.


Vorwort: Wenn der heutige Reisebericht etwas komisch aussieht, dann könnte es eventuell daran liegen, dass ich ihn mit einem etwas erhöhten Alkoholspiegel verfasst habe. Ich bitte deshalb 1000 Mal um Verzeihung!

Wir frühstücken in der nahegelegenen Cafébar gegenüber des massiven Tors, das die Stadtmauer durchbricht. Da wir einen kleinen Stadtrundgang bereits gestern gemacht haben, umrunden wir einen Teil der gigantischen historischen Mauer, auf der ein breiter Pfad angelegt ist, beginnend am Aufgang der Puerta de San Pedro. Von hier oben hat man gute Ausblicke auf die Stadt. Linkerhand die Altstadt, rechts der Mauer die neueren Häuser.

Lugo erinnert stellenweise etwas an Havanna. Überall findet man alte, verlassene und baufällige Substanzen. An der Puerta de Santiago verlassen wir die Mauer wieder und besuchen die Kathedrale von Lugo.

In der Kathedrale werde ich freundlich lächelnd von einem Mann empfangen und er zeigte mit seinem Zeigefinger auf das heilige Sakrament. Nein, nicht mein heiliges Sakrament, sondern das in der Kathedrale. Ich schaute ihn fraglos an und er zeigte anschließend auf meine Kopfbedeckung (Buff), das ich vergaß abzunehmen. Bei dieser Gelegenheit dachte ich an andere Religionen, wo man ohne Kopfbedeckung nicht in die Kirche kommt. Da fängt die Uneinigkeit schon an. Ich habe im Religions- und Konfirmandenunterricht wohl zu tief geschlafen. Warum nimmt man eigentlich in einer christlichen Kirche die Kopfbedeckung ab? Kennt jemand den Grund? Dann bitte gerne in den Kommentar!

Durch das Tor Puerta Santiago geht es stark bergab zur Stadt hinaus.

Puerta Santiago

Zum Aufwachen geht es aber anschließend wieder bergauf.
Rückwärts blickend sieht die Neustadt aus wie eine Trabantenstadt. Im Kern ist es aber eine Perle.

Unterwegs füttern wir noch eine ausgehungerte Katze, die uns maunzend hinterher läuft, mit den Essensresten von gestern.

Es dauert nicht lange und uns begegnet die Holländerin Adriane, deren Camino-Zeit heute leider abgelaufen ist. Sie hat einen 10 km Spaziergang gemacht und muss morgen leider wieder zurück nach Holland und heute noch einen Tag in Lugo verweilen, weil nur von hier aus Busse fahren.

Heute laufen wir die meiste Zeit nur auf Asphalt. Das Klappern der Wanderstöcke auf dem harten Belag dauert stundenlang an. Irgendwann kommt mir dabei dieses urkomische Lied von Helge Schneider in den Sinn und kann nicht mehr aus meinem Kopf entweichen. Wenn Sabine müde ist, verfällt sie bei lustigen Dingen gerne in einen Lachkrampf. Als ich dann Kla…kla…kla…kla…kla….kla… Klapperstrauß sage ist es geschehen. Wir müssen aber diesmal beide vor Lachen stehenbleiben.

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Der Entscheidende Part kommt ab 2:10 … Aber vorher ist auch schon der Brüller

Der Weg auf dem Beton will heute kein Ende nehmen. Vor lauter Verzweiflung beginnt Sabine hinter mir an, die kleine Nachtmusik von Mozart zu trällern und ich stimme mit ein.
Nach 15 km Teer, endlich die große Hoffnung: Es kommt ein Abzweig in einen Waldweg. Dieser ist zwar wunderschön, aber leider nur ca. 1 km lang. Dann geht es wieder auf den Asphalt. Gleich rechts um die Ecke geht es noch mal in den Wald hinein jedoch auch wieder nur für ein paar hundert Meter. Einerseits sind wir froh, die großen Anstiege und Berg-Etappen geschafft zu haben, andererseits vermissen wir die wunderschönen Aussichten.

Wir machen noch mal eine Pause und schauen in den Himmel. Wir versuchen in den Wolken Figuren zu erkennen und Sabine findet mich: Ein kleines Schweinchen mit kurzen Beinen. 😄

Kurz vor dem Ziel kommen wir an einen Friedhof mit Kapelle. Ein toller Ort der Stille. Hier fühlt man sich als Toter bestimmt sehr wohl.

Toller Ort der Stille

Wir bleiben hier eine ganze Weile stehen, schauen übers Mäuerchen und wissen nicht warum es uns hier so gut gefällt. Ist es vielleicht die Symmetrie? Liegt es daran dass die Gräber jetzt nebeneinander statt übereinander geordnet sind? Vielleicht weil wir von etwas erhöht hinabschauen? Oder sind wir einfach nur müde und wollen nicht weiter laufen?

Wir raffen uns noch ein letztes Mal auf und nehmen die letzten paar 100 Meter der Etappe in Angriff.

Am Abend gibt es in der Albergue wieder ein fantastisches Pilgermenü zu 10 € mit einer fantastischen Flasche Rotwein, die ich heute ganz alleine leertrinken darf. 😍 Proooost!

Man … geht’s uns heute wieder gut!

P.S. Wir wurden gefragt wie es unseren Füßen und Wanderschuhen geht.

Antwort: Den Füßen geht es prächtig. Sabine’s rechter Wanderschuh hält. Die Sohle des linken Schuhs löste sich wieder ab, wurde aber mittels Sicherheitsnadel-und-Gaffer-Tape-Spezialkonstruktion wieder in Ordnung gebracht. Siehe Fotos weiter unten.



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