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Leider hat die Routenaufzeichnung heute nicht geklappt. Laut Reiseführer sind es von Lago nach San Román 19,6 km. Dazu kommen noch der Weg auf der Stadtmauer und ein kleiner Umweg zu einer Bar. Geschätzte Entfernung heute 22 km.


Erkenntnis des Tages: 
Straße, Asphalt, Bitumen und Teer. Nichts lieben wir mehr.


Vorwort: Wenn der heutige Reisebericht etwas komisch aussieht, dann könnte es eventuell daran liegen, dass ich ihn mit einem etwas erhöhten Alkoholspiegel verfasst habe. Ich bitte deshalb 1000 Mal um Verzeihung!

Wir frühstücken in der nahegelegenen Cafébar gegenüber des massiven Tors, das die Stadtmauer durchbricht. Da wir einen kleinen Stadtrundgang bereits gestern gemacht haben, umrunden wir einen Teil der gigantischen historischen Mauer, auf der ein breiter Pfad angelegt ist, beginnend am Aufgang der Puerta de San Pedro. Von hier oben hat man gute Ausblicke auf die Stadt. Linkerhand die Altstadt, rechts der Mauer die neueren Häuser.

Lugo erinnert stellenweise etwas an Havanna. Überall findet man alte, verlassene und baufällige Substanzen. An der Puerta de Santiago verlassen wir die Mauer wieder und besuchen die Kathedrale von Lugo.

In der Kathedrale werde ich freundlich lächelnd von einem Mann empfangen und er zeigte mit seinem Zeigefinger auf das heilige Sakrament. Nein, nicht mein heiliges Sakrament, sondern das in der Kathedrale. Ich schaute ihn fraglos an und er zeigte anschließend auf meine Kopfbedeckung (Buff), das ich vergaß abzunehmen. Bei dieser Gelegenheit dachte ich an andere Religionen, wo man ohne Kopfbedeckung nicht in die Kirche kommt. Da fängt die Uneinigkeit schon an. Ich habe im Religions- und Konfirmandenunterricht wohl zu tief geschlafen. Warum nimmt man eigentlich in einer christlichen Kirche die Kopfbedeckung ab? Kennt jemand den Grund? Dann bitte gerne in den Kommentar!

Durch das Tor Puerta Santiago geht es stark bergab zur Stadt hinaus.

Puerta Santiago

Zum Aufwachen geht es aber anschließend wieder bergauf.
Rückwärts blickend sieht die Neustadt aus wie eine Trabantenstadt. Im Kern ist es aber eine Perle.

Unterwegs füttern wir noch eine ausgehungerte Katze, die uns maunzend hinterher läuft, mit den Essensresten von gestern.

Es dauert nicht lange und uns begegnet die Holländerin Adriane, deren Camino-Zeit heute leider abgelaufen ist. Sie hat einen 10 km Spaziergang gemacht und muss morgen leider wieder zurück nach Holland und heute noch einen Tag in Lugo verweilen, weil nur von hier aus Busse fahren.

Heute laufen wir die meiste Zeit nur auf Asphalt. Das Klappern der Wanderstöcke auf dem harten Belag dauert stundenlang an. Irgendwann kommt mir dabei dieses urkomische Lied von Helge Schneider in den Sinn und kann nicht mehr aus meinem Kopf entweichen. Wenn Sabine müde ist, verfällt sie bei lustigen Dingen gerne in einen Lachkrampf. Als ich dann Kla…kla…kla…kla…kla….kla… Klapperstrauß sage ist es geschehen. Wir müssen aber diesmal beide vor Lachen stehenbleiben.

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Der Entscheidende Part kommt ab 2:10 … Aber vorher ist auch schon der Brüller

Der Weg auf dem Beton will heute kein Ende nehmen. Vor lauter Verzweiflung beginnt Sabine hinter mir an, die kleine Nachtmusik von Mozart zu trällern und ich stimme mit ein.
Nach 15 km Teer, endlich die große Hoffnung: Es kommt ein Abzweig in einen Waldweg. Dieser ist zwar wunderschön, aber leider nur ca. 1 km lang. Dann geht es wieder auf den Asphalt. Gleich rechts um die Ecke geht es noch mal in den Wald hinein jedoch auch wieder nur für ein paar hundert Meter. Einerseits sind wir froh, die großen Anstiege und Berg-Etappen geschafft zu haben, andererseits vermissen wir die wunderschönen Aussichten.

Wir machen noch mal eine Pause und schauen in den Himmel. Wir versuchen in den Wolken Figuren zu erkennen und Sabine findet mich: Ein kleines Schweinchen mit kurzen Beinen. 😄

Kurz vor dem Ziel kommen wir an einen Friedhof mit Kapelle. Ein toller Ort der Stille. Hier fühlt man sich als Toter bestimmt sehr wohl.

Toller Ort der Stille

Wir bleiben hier eine ganze Weile stehen, schauen übers Mäuerchen und wissen nicht warum es uns hier so gut gefällt. Ist es vielleicht die Symmetrie? Liegt es daran dass die Gräber jetzt nebeneinander statt übereinander geordnet sind? Vielleicht weil wir von etwas erhöht hinabschauen? Oder sind wir einfach nur müde und wollen nicht weiter laufen?

Wir raffen uns noch ein letztes Mal auf und nehmen die letzten paar 100 Meter der Etappe in Angriff.

Am Abend gibt es in der Albergue wieder ein fantastisches Pilgermenü zu 10 € mit einer fantastischen Flasche Rotwein, die ich heute ganz alleine leertrinken darf. 😍 Proooost!

Man … geht’s uns heute wieder gut!

P.S. Wir wurden gefragt wie es unseren Füßen und Wanderschuhen geht.

Antwort: Den Füßen geht es prächtig. Sabine’s rechter Wanderschuh hält. Die Sohle des linken Schuhs löste sich wieder ab, wurde aber mittels Sicherheitsnadel-und-Gaffer-Tape-Spezialkonstruktion wieder in Ordnung gebracht. Siehe Fotos weiter unten.



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6 Antworten

  1. Officieel ben ik nog Rooms Katholiek. Maar hoe dat zit met hoofdbedekking weet ik ook niet. Een kleine ronde op nternet leert mij dat in de kerk mannen en vrouwen ook al niet gelik zijn.

    Hoe is het in de Christelijke traditie? Bekend is de uitspraak van de apostel Paulus in 1 Korinthiërs 11,3-10: “Christus is het hoofd van de man, de man het hoofd van de vrouw en God het hoofd van Christus. Iedere man, die met bedekt hoofd bidt of profeteert, maakt zijn hoofd te schande. Maar een vrouw maakt haar hoofd te schande, wanneer ze met onbedekt hoofd bidt of profeteert, want ze is in dat geval precies als een kaalgeschoren vrouw. Een vrouw, die haar hoofd niet bedekt, kan zich maar beter laten kaalknippen. Wanneer ze dat een schande vindt, moet ze haar hoofd bedekken… Een man mag zijn hoofd niet bedekken, omdat hij Gods beeld en luister is. De vrouw is echter de luister van de man. Daarom, en omwille van de engelen, moet een vrouw zeggenschap over haar hoofd hebben.” Ook in de huidige Rooms Katholieke Kerk is het wettelijk geboden, dat vrouwen hun hoofd bedekken. En in de orthodoxe Protestantse Kerken is het ook geboden, dat vrouwen met bedekten hoofde ter kerke gaan. Bij de Amish en Mennonieten zijn vrouwen altijd nog gesluierd, als teken van de afhankelijkheid van de vrouw van de man en van God.

    Duidelijk?

    Mooi verhaal weer, ik zou willen dat ik zo kon schrijven zonder 1 liter wijn 🙂

    Joop

  2. Da kann ich Joop nur beipflichten!
    Ich glaube ich fange jetzt doch an einen Verleger für deine wunderschönen Berichte zu suchen.Ich bin jeden Abend gespannt, was ihr zu berichten habt und fühle mich ein Stück weit , als würde ich neben euch laufen .Ich sehe die Landschaft, schmecke den Wein und das Pilgermahl und höre Sabines lachen.Danke René.Ich bin stolz auf meinen Bruder

    1. Das mit dem Verleger wäre schon eine super Sache. Würde das wirklich gerne machen. Ich bräuchte aber jemanden, der das alles schön in Buchform bringt. Ein Blog hat doch mehr Möglichkeiten. Bussi vom Bruderherz!

  3. Leuk he zo’n zus !!!

    Nog 2 dingen:
    Ik zie steeds 2 maal een bericht in Facebook en ook krijg ik 2 emails over nieuwe berichten?

    Het valt mij op dat de pelgrimdiners nog steeds €10,- kosten. Wij betaalden in 2011 ook €10,-

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