16.06.2019 Camino Primitivo: Von Melide nach Salceda


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Erkenntnis des Tages: 
Im Paradies angekommen!


Um 6:30 hat der Wecker geklingelt. Aber irgendwie war mir noch nach ein bisschen mehr Schlaf. Deshalb noch mal kurz auf stumm geschaltet. 10 Minuten später schalten wir dann doch den Wecker aus und stehen auf.

Beim Blick auf das Mobiltelefon, erscheint eine Facebook-Messenger-Nachricht. Marco aus der Pfalz hat uns über Facebook gefunden und sich gemeldet. Er ist inzwischen eine Etappe vor Finisterre und hat sich heute morgen den Fuss auf der Treppe abgeknickt. Nun ist der Fuß dick angeschwollen und er versucht dennoch die letzte Etappe zu laufen. Meine kurze Recherche zeigt, dass er ein Buch über seine Radtour auf dem Camino geschrieben hat und er meinen Blog gefunden hat. Das Buch habe ich gleich mal bei ihm bestellt. Ich würde mich freuen, wenn er daran denkt und es mir zuschicken würde.

In den Herbergen stehen oft Kisten, in die man sich seiner unnötigen Dinge entledigen kann. Der nächste Pilger kann sich dafür aus dieser Kiste etwas mitnehmen. In der Regel nimmt man nichts mit. Man ist eher froh, sich vom unnötigen Ballast zu befreien. Auch wir haben heute ein paar Sachen zu verschenken. Unter anderem einen Regenschirm, der uns schon seit Wochen so unnötig wie ein Kropf erscheint. Denn wenn es wirklich regnet, ist ein Poncho viel praktischer.

Als wir in die Kiste hinein schauen sehen wir gleich mehrere Regenschirme und unter anderem auch eine Gaskartusche. Die braucht man hier wirklich nicht.

Das Frühstück in unserer Albergue besteht aus Zwieback. Das ist jetzt nicht ganz unser Ding. Deshalb gehen wir in die Albergue nebenan, wo es einen leckeren Kaffee aus der Siebträgermaschine und riesige Tostadas mit Butter und Marmelade gibt, wovon wir die eine Hälfte essen und die andere Hälfte für schlechte Zeiten mitnehmen. Im Frühstücksraum sind bestimmt zehn Frauen, die alleine unterwegs sind und ein männlicher Chinese und ich. Irgendwie habe ich den Eindruck, als ob man hier auf der Suche nach dem Märchenprinzen ist. Der Camino hat schon so manche Familien hervorgebracht. Das erzählte uns auch die Holländerin vor ein paar Tagen. Ihr Sohn hätte sich auf dem Camino in eine Frau verliebt. Jetzt sind sie ein Paar und 9 Monate später war die holländische Pilgerin Oma.

Im Gegensatz zum Camino Primitivo, wo man sich rechtzeitig um Entfernungen zur nächsten Bar oder Einkaufsmöglichkeiten kümmern sollte, ist es auf dem Camino Frances ganz anders. Nach spätestens 2-3 Kilometern kommt eine Bar oder ein Essensstand. Auch Herbergen gibt es hier wie Sand am Meer. Wir haben das Gefühl, von der Einsamkeit in der Zivilisation angekommen zu sein.

Unterwegs überholt uns ein kleiner Mann mit großem Rucksack im schnellen Laufschrift. An seinem Rucksack baumeln noch zwei große Plastiktüten mit unbekanntem Inhalt. Am nächsten Monolith treffen wir uns wieder, denn es gibt eine Abzweigung und er sucht den ursprünglichen Weg. Wir laufen ein Stück gemeinsam und kommen dabei ins Gespräch. Das Erste was man sich normalerweise fragt ist, woher man kommt und als Zweites, wohin des Weges. Er ist Franke und kommt aus Nürnberg. Als wir sagen, dass wir aus Mannheim kommen, war er ganz überrascht und sagte, dass er sich gerade gestern das Lied Dieser Weg von Xavier Naidoo angehört hat. Für ihn war es sehr verwunderlich, dass er genau einen Tag später Pilger aus Mannheim trifft. Er war so fasziniert, dass er es bestimmt in seinem Tagebuch erwähnen wird.

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Dieser Weg

Er hat heute eine Herberge 32 km weiter gebucht. Aber in diesem Tempo wie er läuft schafft er das locker. Bei dieser Gelegenheit muss Sabine daran denken, dass sie beinahe berühmt geworden wäre. Sie hat nämlich vor ca. 15 Jahren Xavier Naidoo mit dem Auto fast überfahren, als er mit seinem Fahrrad urplötzlich vom Gehweg die Straßenseite gewechselt hat.

Der Franke stellt in Deutschland Pilgerausweise aus und kennt hier auch fast jeden Camino und jeden Stein.

Heute laufen wir knapp 29 km relativ locker durch. Wir wollen versuchen, die vertrödelte Zeit wieder gutzumachen. Ab Santiago wären es noch drei Etappen auf dem Camino Portugués, um nach Pontevedra zu laufen. Dort wartet dann Lila Downs mit einem Konzert auf uns, worauf wir uns schon jetzt mächtig freuen.

Es gibt zwar hin und wieder Steigungen, aber wenn man vom Primitivo kommt, nimmt man die ganz lässig. Heute wird’s seit langer Zeit mal wieder richtig warm.

Nach knapp 29 km laufen, sind wir ganz zufällig im Paradies gelandet.

Ein Ort der Sinne. Wunderschön und geschmackvolles Ambiente. Hier fühlt man sich einfach pudelwohl. Es gibt hier eine Albergue und auch Zimmer. Wir entscheiden uns für die Albergue, aber da ist nichts mehr frei. Wir bekommen dafür das letzte freie Doppelzimmer, und was soll ich sagen … wir bereuen es absolut nicht. Das Doppelzimmer kostet 47 Euro. Ein gleichwertiges Zimmer in Deutschland würde locker 100 Euro kosten.

Das Menü für 12 € mit einer Karaffe Wasser, einer Flasche Weißwein, Spaghetti, Fisch und Creme de Limone bringen uns die verbrauchten Lebensgeister vollends wieder zurück.


P.S. Soeben haben wir von Marco per FB-Messenger erfahren, dass er trotz seiner Verletzung am Fuß glücklich in Finisterre angekommen ist. Hier das Foto mit seinen Worten:

Sorry that I am not man enough. Crying at the end of the world…!


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