Fahrt durch Oman

2026 Dubai: Tag 14 bis 18


Donnerstag, 05.03.2026 – Plan B: Ausreise über den Oman

Endlich hat auch Sabine ihr Visum bekommen. Damit können wir Plan B verfolgen: die Ausreise aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über den Oman. Direkt von Dubai aus wird momentan nur sehr spärlich geflogen. Von Eurowings hören wir nichts, und auch unser Reiseveranstalter meldet sich nicht. Also müssen wir selbst handeln.

Schritt 1 – Bus von Dubai nach Maskat buchen

Etwa 30 Gehminuten von unserem Hotel entfernt befindet sich Al Khanjry Transport, ein Busunternehmen, das Direktfahrten nach Maskat, der Hauptstadt des Oman, anbietet.

Wir kaufen zwei Tickets für Samstag, den 07.03. – Preis: 118 € für zwei Personen.

Laut Busunternehmen würde unser Reisepass für die Einreise reichen – ein Visum sei nicht zwingend nötig. Nun gut: Wir haben inzwischen trotzdem eines. Schaden kann es vermutlich nicht.

Die Fahrtzeit wird mit 6 bis 8 Stunden angegeben. Allerdings müssen wir mit längeren Grenzkontrollen rechnen. In verschiedenen Berichten ist sogar von bis zu 10 Stunden Gesamtfahrzeit die Rede.

Schritt 2 – Hotel buchen

In Maskat buchen wir über Booking.com schnell ein Hotel für zwei Nächte.

Wir wählen bewusst eine Unterkunft etwa 10 km vom Flughafen entfernt, mit guter Anbindung an das Straßennetz. Laut Google Maps dauert die Fahrt zum Flughafen mit dem Taxi nur rund 11 Minuten – ein strategisch günstiger Standort für eine mögliche schnelle Abreise.

Schritt 3 – Flug finden

Das gestaltet sich deutlich schwieriger.

Ich beobachte mehrere Stunden lang den Flugverkehr auf Flightradar24 und schaue mir an, welche Flugzeuge Maskat überhaupt noch verlassen. Dabei fällt mir auf, dass mehrere Maschinen von Turkish Airlines unterwegs sind – mit Ziel Istanbul.

Über die Website der Airline finden wir tatsächlich noch einen Flug am 09.03.2026:

Maskat → Istanbul → Amsterdam.

Wir buchen sofort und hoffen einfach, dass wir damit Europa erreichen.

Schritt 4 – eSIMs für mehrere Länder

Da wir in den nächsten Tagen durch mehrere Länder reisen werden – Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Türkei – kaufe ich über Holafly eine weltweite eSIM für sechs Tage. So bleiben wir unterwegs zumindest online.


Freitag, 06.03.2026 – Warten und vorbereiten

Der Tag steht ganz im Zeichen der Vorbereitung.

Wir versuchen, uns mental auf das Kommende einzustellen, gehen unsere Pläne noch einmal durch und verfolgen weiterhin aufmerksam die Informationen der Regierungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland und den Niederlanden.

Zwischendurch versuchen wir, uns ein wenig zu entspannen – was allerdings leichter gesagt als getan ist. Abends gehen wir nochmal lecker essen bei unserem Stamm-Pakistaner.


Samstag, 07.03.2026 – Die Reise beginnt

Um 8:30 Uhr klingelt der Wecker.

Eine halbe Stunde später sitzen wir beim Frühstück und genießen noch einmal das üppige Buffet. Man könnte es auch etwas dramatisch als Henkersmahlzeit bezeichnen.

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und bereiten uns auf die Reise in den Oman vor.

Beim Auschecken erleben wir eine positive Überraschung:

Die Hotelkosten mussten wir zunächst selbst vorstrecken, doch unser Reiseleiter hat offenbar erreicht, dass diese von DerTour übernommen werden. Wir bekommen daher einen Refund auf unsere Kreditkarte.

In der Lobby kommen wir noch mit einem netten niederländischen Ehepaar ins Gespräch – Diana und Ger. Sie interessieren sich sehr für unseren Plan, über den Oman auszureisen. Wir erzählen ihnen alles, was wir bisher organisiert haben, und tauschen Telefonnummern aus, um uns gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.

Um 10:00 Uhr bestellen wir ein Taxi – das allerdings schon vor der Tür steht.

Nach 10 Minuten Fahrt erreichen wir das Busunternehmen.

Der Check-in beginnt um 11:00 Uhr:

  • Koffer und Handgepäck werden mit Labels versehen
  • die Unterlagen für den Zoll vorbereitet
  • erste Passkontrolle

Eine Stunde später kommt der Bus – pünktlich. Das Gepäck wird verladen.

Zuerst dürfen Frauen und Kinder einsteigen, danach die Männer.

Der Bus ist komfortabel und klimatisiert.

Um 12:15 Uhr, mit etwa 15 Minuten Verspätung, fahren wir schließlich los.

Der Busfahrer zeigt gleich, was er kann:

Im Stop-and-Go-Verkehr von Dubai werden unsere Köpfe ordentlich durchgeschüttelt. Die Strecke führt zunächst direkt am Flughafen vorbei.

Unsere Blicke gehen immer wieder nach oben in den Himmel – aus Angst, irgendwo könnte wieder eine Drohne einschlagen.

Der Busfahrer scheint ähnliche Gedanken zu haben.

Mit 130 km/h rauscht er am Terminal vorbei, obwohl eigentlich nur 100 km/h erlaubt sind.


Die Grenze zum Oman

Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die Grenze zum Oman.

Hier beginnt eine langwierige Prozedur.

  1. Alle aus dem Bus aussteigen – mit Pass und dem Formular des Busunternehmens zur ersten Grenzkontrolle.
  2. Die Pässe der rund 50 Reisenden werden einzeln geprüft.
  3. Danach wieder alle in den Bus.

Wir denken: geschafft.

Falsch gedacht.

Ein paar hundert Meter weiter folgt die zweite Kontrolle:

  • wieder aussteigen
  • Fingerabdrücke
  • Iris-Scan bei den meisten Touristen

Wir haben Glück: In unserer Schlange wird nur der Pass gestempelt.

Danach wieder alle in den Bus – und eine Stunde warten.

Zum Schluss werden noch Stichproben beim Gepäck gemacht.

Insgesamt verbringen wir über drei Stunden an der Grenze.


Weiterfahrt nach Maskat

Mit deutlich besserer Laune geht es danach weiter. Schließlich wartet unser Flug mit Turkish Airlines nach Istanbul auf uns.

Die Weiterfahrt bis zum Flughafen von Maskat dauert noch einmal rund vier Stunden.

Am Flughafen nehmen wir ein Taxi zu unserem Hotel. Wir sind erleichtert und freuen uns bereits auf unseren Rückflug übermorgen. Das Abendessen fällt heute etwas kümmerlich aus.


Sonntag, 08.03.2026 – Bing!

Am nächsten Morgen macht mein iPhone dieses typische Bing.

Ich denke zuerst:

„Ah, jetzt kommt die Eincheck-Erinnerung.“

Aber weit gefehlt.

Es ist die Stornierung unseres Fluges nach Istanbul.

Mir klappt die Kinnlade herunter.

Der Frustpegel steigt sofort wieder.

Nach etwa einer Stunde haben wir uns jedoch gegenseitig wieder aufgebaut und akzeptieren die Situation.

Wir schreiben unserem Reiseleiter aus Dubai, ob er uns vielleicht weiterhelfen kann. Er reagiert sofort und vermittelt uns einen Kontakt zu einem Kollegen im Oman – von dort bekommen wir eine schönere Hotelunterkunft im Oman zugewiesen.

Unser Hotel für zwei Nächte ist zwar in Ordnung, aber wenn man aus dem Fenster nach hinten schaut, sieht es eher nach Müllhalde aus. Wirklich wohl fühlen wir uns hier nicht.

Falls wir länger hier festsitzen sollten, buchen wir deshalb vorsorglich ein schöneres Hotel für die nächsten Tage.

Gleichzeitig sichern wir uns noch einen Business-Class-Flug als Backup nach Istanbul – mit möglichst flexibler Stornierungsoption.

Der Termin: 18. März.

Alles andere ist bereits ausgebucht, oder nur unbezahlbar teuer! Unser Flugunternehmen ist nun nicht mehr für uns zuständig, da wir auf eigene Faust weitergezogen sind. Aber mal ehrlich: Wir haben jetzt 8 Tage nichts gehört, da wird sich vermutlich auch nicht so schnell was tun.


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5 Kommentare

  1. Ich lese eure Etappen weiterhin mit angehaltenem Atem und drücke euch ganz fest die Daumen, dass sich am Ende doch noch alles gut fügt und ihr sicher und möglichst bald wieder nach Hause kommt.
    Was ihr da gerade organisiert und durchsteht, verdient wirklich großen Respekt.
    Ich wünsche euch von Herzen, dass Plan B – oder notfalls Plan C – am Ende doch funktioniert. Passt gut auf euch auf.

  2. Ich dachte ich traue meinen Augen nicht, jetzt auch das noch. Macht das Beste draus und verliert nicht den Mut und den Glauben daran, dass alles gut wird.
    Wir denken fest an Euch und halten in der ganzen Familie die Daumen, dass der nächste Flug klappt.
    Von Herzen viel Zuversicht für Eure Reise

  3. Holy Shit! Was für ein „Abenteuer“. Jetzt hatte ich wirklich nicht mit der Stornierung des Fluges gerechnet ! Ist es im Oman wenigstens sicherer? Wie klappt es mit der Verständigung? Sind noch mehr gestrandete Europäer vor Ort?

    Ich halte euch fest die Daumen und hoffe täglich auf gute Nachricht von Euch!!

    Passt auf Euch auf!!

  4. Ich bin gestern aus Marokko mit dem Womo zurück gekommen, ich wünsche euch gesunde Heimreise und viel Glück das ihr einen Flug bekommt Grüße Michael

  5. Ich lese euren aufregenden Reisebericht – mein Buch bleibt dafür gerade einfach auf dem Nachttisch liegen.

    Auch wenn ihr einen Teil der Rückreise geschafft habt – passt gut auf euch auf! Ich drücke ganz fest die Daumen, dass ihr bald gesund und munter wieder nach Deutschland zurück kommen könnt.

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