Mozart-Radweg: Regen, Gegenwind und Batterie-Drama am Simssee
Der Blick aus dem Hotelfenster ist zunächst ziemlich ernüchternd: Es regnet in Strömen. DD bietet sofort an, uns abzuholen, aber wir haben uns fest vorgenommen, den kompletten Mozart-Radweg wirklich komplett mit dem Fahrrad zu fahren. Ein kurzer Blick auf den Regenradar macht allerdings Hoffnung – ab 10 Uhr soll Schluss sein mit dem Nass von oben.
Also schalten wir erstmal einen Gang runter, gehen gemütlich frühstücken und packen ohne Hektik unsere Sachen zusammen. Und tatsächlich: Punkt 10 Uhr hört der Regen auf. Timing wie bestellt. Unsere Taschen sind aufgesattelt, die Regensachen angezogen und wir nehmen die letzten 40 Kilometer Richtung Amerang in Angriff.
Kaum zu glauben, aber zwischen den dunklen Wolken blinzelt zwischendurch sogar die Sonne hervor. Dafür ist es bitterkalt. Gefühlt liegen die Temperaturen irgendwo knapp unter dem Gefrierpunkt und der Fahrtwind macht die Sache nicht angenehmer.
Graupelschauer mit Cappuccino-Rettung
Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel wird das Wetter nochmal richtig ungemütlich. Ein heftiger Gegenwind baut sich auf und vor uns ziehen rabenschwarze Wolken auf. In Höslwang retten wir uns gerade noch rechtzeitig vor einem Graupelschauer unter ein kleines Vordach.
Dabei entdecken wir direkt daneben einen Dorfladen. Und dieser Dorfladen entpuppt sich als wahre Luxus-Rettungsstation: warme Sitzplätze, Tische, Stühle und sogar eine Kaffeemaschine. Wir parken unsere Bikes kurzerhand um und verbringen das kleine Unwetter gemütlich bei einem Cappuccino im Warmen und Trockenen.
Nach kurzer Zeit ist der Spuk tatsächlich schon wieder vorbei. Also wieder rauf auf die Bikes für die letzten fünf Kilometer. Allerdings wartet dort schon der nächste Gegner: brutaler Gegenwind und erneut dunkle Wolken im Anmarsch. Die Unterstützung unserer E-Bikes wandert direkt auf Vollgas und wir rauschen mit letzter Kraft quasi vor dem nächsten Unwetter davon. Tatsächlich schaffen wir es trockenen Fußes zu DD und Ingrid.
Die Starterbatterie gibt endgültig auf
Kurz melden wir uns bei DD und verstauen erstmal unser Gepäck wieder im Camper. Doch beim Aufschließen passiert… nichts. Die Türverriegelung reagiert nicht mehr. In diesem Moment ahne ich bereits, was los ist.
Die Starterbatterie hatte in letzter Zeit schon mehrere Tiefentladungen hinter sich. Zwar konnte ich sie immer nochmal reaktivieren und hatte sogar extra ein Ladegerät eingebaut, das die Starterbatterie über den Aufbauakku und unsere Solaranlage mitlädt – aber irgendwann ist eben Schluss. Die kalten Temperaturen und der angeschlagene Zustand der Batterie waren offenbar zu viel.
Mein externes Ladegerät bestätigt den Verdacht dann endgültig auf sehr ironische Weise: „Akku voll“. Ja klar. Voll kaputt.
Schit. Was nun?
Abenteuer Batteriekauf in Wasserburg
DD ist so lieb und fährt mich spontan nach Wasserburg, etwa 20 Minuten entfernt, damit wir eine neue Starterbatterie besorgen können. Dort angekommen beginnt allerdings die nächste Episode unseres kleinen Technik-Thrillers.
Es gibt zwei verschiedene Bauformen und Größen. Ich habe aber nur das Typenschild der alten Batterie fotografiert und keinerlei Maßangaben dabei. Der Verkäufer wirkt leider nicht gerade wie ein wandelndes Lexikon für Wohnmobilbatterien und sorgt eher für zusätzliche Verwirrung.
Die KI meint: kleine Batterie.
Der Verkäufer meint: „Kann sein. Umtauschen aber ausgeschlossen.“
Perfekt.
Also bleibt nur eine Lösung: Sabine anrufen. Leider hat sie im Camper keinen Zollstock griffbereit. Doch dann kommt DDs Tochter von der Arbeit nach Hause – bewaffnet mit einem Zollstock. Rettung in letzter Sekunde! Sabine misst die alte Batterie aus und: Bingo. Tatsächlich die kleine Bauform.
Wenn selbst Bezahlen zum Abenteuer wird
Jetzt nur noch schnell bezahlen und zurück. Denkste.
Mein Handy wird an der Kasse abgelehnt, weil der Händler keine Kreditkarten akzeptiert. „Kein Problem“, denke ich noch entspannt, „dann eben Girokarte.“
PIN eingegeben.
Zahlung verweigert.
Nochmal versucht.
Wieder verweigert.
Und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass die PIN korrekt war.
Der KFZ-Händler bleibt stoisch und sieht keinerlei Lösungsmöglichkeiten. Immerhin ist seine Mitarbeiterin deutlich pragmatischer unterwegs und schlägt eine Echtzeitüberweisung vor. Das rettet schließlich die Situation und verhindert, dass wir ohne neue Batterie wieder heimfahren müssen.
Der Moment der Wahrheit
Zurück bei DD angekommen, wuchten wir gemeinsam die alte Starterbatterie aus dem Camper und setzen die neue ein. Kabel wieder angeschlossen.
Die Spannung steigt.
Mein Kreislauf übrigens auch.
Zündschlüssel drehen…
…und der Motor springt sofort an.
Was für eine Erleichterung!
Vielen Dank, DD, dass du dir so viel Zeit für uns genommen hast. Ohne deine Hilfe wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen.
Feierabend am Simssee
Mit funktionierendem Camper fahren wir anschließend erstmal erleichtert zum Supermarkt und füllen unsere Vorräte wieder auf. Danach geht es weiter zum Campingplatz Stein am Simssee.
Unsere Solarpanels laden inzwischen zuverlässig die E-Bikes wieder auf, wir kochen heute gemütlich selbst im Camper und lassen diesen aufregenden, kalten und ziemlich turbulenten Tag entspannt ausklingen.
















Du möchtest unserem Abenteuer virtuell folgen? Hier kannst Du Dich gleich anmelden!
Vorteil: Du erhältst eine Email, sobald es etwas Neues zu berichten gibt und es entfallen die Popups und Cookie-Bestätigungen.





