Salzkammergut-Radweg bedeutet nicht nur traumhafte Landschaften, herrliche Seen und kulinarische Höhepunkte – manchmal gehört leider auch ein kleiner körperlicher Einbruch dazu. Genau das merken wir heute Morgen auf unserer Tour ziemlich deutlich.
Die Nacht war alles andere als erholsam. Der Husten hat sich hartnäckig gehalten und überschattet leider viele der schönen Eindrücke der vergangenen Tage. Beim Aufwachen fühle ich mich matt, leer und irgendwie komplett verbraucht. So ein Zustand ist besonders frustrierend, wenn draußen eigentlich ein weiterer spannender Radtag wartet.
Und dieser hätte es heute wirklich in sich gehabt.
Plan A scheitert – Plan B gleich mit
Die geplante Etappe wäre eine große Schleife mit ordentlich Höhenmetern gewesen. Traumhaft schön vermutlich – aber gesundheitlich heute einfach nicht machbar. Vernünftig sein ist auf Radreisen manchmal deutlich schwieriger als bergauf fahren.
Also prüfen wir Variante zwei: die direkte Weiterfahrt ohne Schleife. Klingt zunächst besser, entpuppt sich dann aber als Singletrail der Kategorien S0 und S1. Normalerweise sicherlich fahrbar – aber ganz bestimmt nicht mit angeschlagener Gesundheit und vollbepackten Rädern irgendwo mitten in den Bergen.
Die Vorstellung, plötzlich hustend und kraftlos zwischen Wurzeln und Steinen zu stehen, wirkt nicht gerade beruhigend.
Damit ist klar: Plan C muss her.
Und Plan C bedeutet heute tatsächlich, dieselbe Strecke wieder zurückzufahren.
Zurück entlang von Hallstatt und der Traun
Also rollen wir von Bad Aussee wieder zurück Richtung Obertraun. Danach geht es erneut durch Hallstatt und entlang der Bundesstraße weiter bis Au, durch Bad Goisern und schließlich nach Bad Ischl.
Manchmal fühlt sich Umkehren zuerst wie Aufgeben an. Doch während wir Kilometer um Kilometer zurücklegen, merken wir langsam: Es war die richtige Entscheidung.
In Bad Ischl legen wir unsere erste längere Pause direkt an der Traun ein. Einfach auf einer Bank sitzen, den Fluss beobachten und kurz durchatmen. Danach zieht es uns – wenig überraschend – erneut in die Konditorei Zauner. Dort gönnen wir uns Cappuccino und Kuchen. Und ehrlich gesagt: Selten hat Kaffee so gut getan wie heute.
Vom Traunsee zum perfekten Spargelmenü
Jetzt stehen wir wieder an dem Punkt, an dem wir entscheiden müssen, wie es weitergeht. Unser Ziel ist Ebensee am Traunsee. Klingt gut – wäre da nicht die Kleinigkeit mit den Unterkünften.
Nach mehreren erfolglosen Versuchen, irgendwo ein Zimmer zu bekommen, wächst die Sorge langsam mit jedem Kilometer. Doch schließlich fahren wir weiter über Traunkirchen, vorbei an der wunderschön gelegenen Pfarrkirche Maria Krönung, die eindrucksvoll über dem Ort thront.
Und dann klappt es doch noch: In Altmünster finden wir schließlich einen Gasthof für die Nacht.
Was folgt, ist vermutlich genau das, was wir heute gebraucht haben: ein herrliches Spargelmenü zum Abendessen. Warmes Essen, ein gemütlicher Gasthof und endlich etwas Ruhe – manchmal braucht es gar nicht mehr.
Kleine Schritte zurück nach vorn
Das allgemeine Wohlbefinden ist inzwischen glücklicherweise wieder deutlich besser. Die Kraft kommt langsam zurück, und auch der Kopf fühlt sich wieder klarer an. Der Husten bleibt zwar weiterhin ein hartnäckiger Reisebegleiter, aber immerhin scheint auch er langsam etwas nachzulassen.
Und genau deshalb fühlt sich dieser Tag trotz Umwegen, Rückfahrt und Planänderungen am Ende doch noch wie ein guter Tag auf dem Salzkammergut-Radweg an. Denn Radreisen bestehen eben nicht nur aus Gipfelmomenten – sondern auch daraus, unterwegs die richtigen Entscheidungen zu treffen.















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